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Nachhaltige Hundefütterung – Warum Insekten die Lösung sind





Hunde machen glücklich! Was mittlerweile wissenschaftlich belegt ist, wissen die meisten Hundebesitzer*innen bereits seit Langem intuitiv, denn nicht grundlos gelten die Vierbeiner als Familienmitglieder, Seelenverwandte und beste Freunde. Kein Wunder also, dass in fast 20 Prozent der deutschen Haushalte ein oder mehrere Hunde leben – insgesamt sind es mehr als 10 Millionen. Und diese Hunde haben Hunger: Zwei Milliarden Euro werden in Deutschland jährlich für Hundenahrung ausgegeben. Im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte möchten immer mehr Hundehalter*innen ihre Vierbeiner nicht mehr nur ausgewogen, sondern auch nachhaltig ernähren. Dafür bietet seit 2017 das deutsche Start-Up Tenetrio Hundefutter auf Insektenbasis an.

Nachhaltiges Hundefutter – warum?

Umweltverschmutzung, Artensterben, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und das vermehrte Auftreten sogenannter Wohlstandskrankheiten – all das steht in engem Zusammenhang mit der Ernährung von Mensch und Tier. Natürlich betrifft das auch die Nahrungsmittel, die im Hundenapf landen. Und das ist eine beträchtliche Menge: Hunde fressen im Schnitt 164 Kilo Fleisch pro Jahr, das Dreifache der Menge eines Erwachsenen. Nun wissen wir aber: Die Fleischproduktion ist in beunruhigendem Ausmaß umweltschädlich. Die Tierhaltung verursacht laut eines Berichtes des World-Watch-Instituts (https://awellfedworld.org/wp-content/uploads/Livestock-Climate-Change-Anhang-Goodland.pdf) über die Hälfte (!) aller klimaschädlichen Gase. Den ökologischen „Pfotenabdruck“ des Hundes über die Ernährung zu verkleinern ist angesichts dieser Menge also sehr sinnvoll. 

Wie funktioniert nachhaltige Hundeernährung?

Natürlich steht auch bei nachhaltiger Hundenahrung mit alternativen Proteinquellen an erster Stelle, dass das Tier alle lebenswichtigen Nährstoffe erhält. Insekten sind sehr gut verdaulich und versorgen Hunde genauso wie Rind, Huhn oder Fisch mit allen nötigen Proteinen und wertvollen ungesättigten Fettsäuren. Auf Grund des vollständigen Aminosäureprofils und der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe bilden Mehlwürmer eine ideale Ernährungsgrundlage. Ihre Aufzucht kommt außerdem ohne den Einsatz von Antibiotika aus. Somit versorgen sie den Hund nicht nur vollwertig, sondern haben auch noch eine eindrucksvolle Klimabilanz.

Die Aufzucht von Insekten bedeutet deutlich weniger Treibhausgase im Vergleich zu herkömmlicher Tierzucht. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleischprotein verursacht bis zu 175 Kilogramm CO2. Die Produktion von einem Kilogramm Insektenprotein hingegen liegt bei geringen 10 Kilogramm. Auch die Bodenverschmutzung durch Ammoniak-Freisetzung sowie der Wasserverbrauch sind bei der Insektenzucht erheblich niedriger. 

Insekten als Ausweg aus der Ernährungskrise?

Das Start-Up Tenetrio setzt in seinen insektenbasierten Futtermitteln gelbe Mehlwürmer (Tenebrio molitor) ein, die inzwischen im getrockneten Zustand in der EU erstmals als Lebensmittel zugelassen worden sind. 

Die zu 100 Prozent verzehrbare Wurmlarve kann ein Schritt auf dem Weg hin zur nachhaltigen Ernährung der stetig steigenden Anzahl an Haustieren sein. Eine Beispielrechnung macht deutlich, welche Auswirkungen eine Umorientierung haben kann: Allein durch die Verkäufe im Jahr 2020 hat Tenetrio über 8,8 Tonnen Fleisch und 128 Millionen Liter Wasser eingespart. Nicht nur die Aufzucht der Mehlwürmer ist nachhaltig, auch bei Produktion, Verpackung und Versand setzen die Gründerinnen auf Regionalität und Ökologie. 

Wer zu nachhaltigem Hundefutter greift, investiert also nicht nur in die Gesundheit des eigenen Hundes, sondern auch in ein gesünderes Klima. Ein mittelgroßer Hund produziert im Leben so viel CO2 wie 72.800 mit dem Auto gefahrene Kilometer. Das haben Forscher der Technischen Universität Berlin um Kim Yavor im Jahr 2020 belegt. Der Umstieg auf insektenbasiertes Futter schlägt hier zwangsläufig sofort positiv zu Buche. Die globalen Auswirkungen eines Umdenkens gehen aber noch darüber hinaus: Wer den Fleischkonsum des eigenen Hundes (und seinen eigenen) senkt, trägt einen Teil dazu bei, den Hunger auf der Welt zu beenden: Weniger traditionelle Fleischproduktion bedeutet ein Freiwerden von Ressourcen und Flächen – sowohl aus der Nutztierhaltung als auch aus der Produktion pflanzlicher Futtermittel für die Nutztiere. Beide können zur effizienteren Deckung des weltweit steigenden Nahrungsmittelbedarfs der Menschheit durch die effizientere und ressourcenschonendere Herstellung pflanzlicher und insektenbasierter Nahrungsmittel für Mensch und Tier beitragen. 

„Wir wissen, dass es in unserem Kulturraum große Vorbehalte gegenüber Insekten gibt, aber die Fakten sprechen für sich und wir sind davon überzeugt, dass die Insekten die Näpfe und Teller auch bei uns noch weiter erobern werden“, ist Sabrina Jaap, Co-Gründerin von Tenetrio überzeugt.

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Erstellt von an 1. Jul 2021. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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