Der Vatertag läutet für viele Menschen die Grillsaison ein. Deutschland ist dabei einer der größten Grillkohlemärkte Europas. Doch der Preis für einen gemütlichen Grillabend ist oft hoch. Die Marktanalyse Grillkohle des WWF, die bisher umfassendste ihrer Art, machte 2018 deutlich: 42 % der Holzkohle enthält Tropenholz, oft aus illegalen Quellen. FSC Deutschland zeigt, wie Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer bewussten Kaufentscheidung auch etwas Gutes für die Umwelt tun können: Wer auf das FSC-Kennzeichen achtet, unterstützt verantwortungsvolle Waldwirtschaft weltweit. In Zeiten von Biodiversitätsverlust und Klimawandel wichtiger denn je.
Der stille Preis des Grillvergnügens
Deutschland importierte 2023 laut Statistischem Bundesamt mehr als 100.000 Tonnen Holzkohle. Diese stammt unter anderem aus Regionen wie Paraguay, Nigeria, Brasilien und anderen Ländern, in denen wertvolle Tropenwälder für den Nachschub weichen müssen. Die bisher umfassendste Marktanalyse dazu erfolgte durch das Thünen-Institut im Auftrag des WWF 2018. Die Expert:innen kamen zu einem alarmierenden Befund: 61 Prozent der in Deutschland getesteten Grillkohlen galten als hochrisikobehaftet. Bei diesen Kohlen gab es starke Indizien dafür, dass diese Kohle aus illegalem Einschlag oder aus Raubbau stammt. 42 Prozent der Proben enthielten Tropenholz – oft ohne jeden Hinweis darauf auf der Verpackung und ohne ernstzunehmende Nachhaltigkeitszertifizierung. Der WWF-Bericht „Grillkohle 2020 Eine EU-Marktanalyse“ (https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-EU-Marktanalyse-Grillkohle-2020.pdf) zeigt, dass unsere Kohle noch immer auch aus den Tropen stammt. Auch Testreihen der Stiftung Warentest dokumentieren immer wieder Tropenholzanteile und fehlende Herkunftsangaben bei Grillkohle.
Grillen mit Verantwortung
Wer hingegen beim Kauf von Grillkohle auf das FSC-Kennzeichen achtet – erkennbar am Baum-Logo mit dem Häkchen auf der Verpackung – kann sicher sein: Das verwendete Holz stammt aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Das heißt, es werden nicht nur anspruchsvolle ökologische, sondern auch soziale Standards eingehalten: kein Raubbau, kein Einschlag in besonders schutzwürdigen Gebieten, Schutz der Artenvielfalt und faire Arbeitsbedingungen für die Menschen entlang der Lieferkette. Für Grillfreunde ist diese zertifizierte Kohle leicht zu finden. Im (Lebensmittel-)Einzelhandel etwa bei Edeka sowie in Baumärkten beispielsweise HORNBACH, OBI oder BAUHAUS.
„BAUHAUS setzt auf FSC-zertifizierte Holzprodukte, da wir uns aus unternehmerischer Verantwortung heraus aktiv für Waldschutz, faire Lieferketten und einen bewussten Umgang mit Ressourcen einsetzen. […] Ob Grillkohle oder Gartenmöbel für den Outdoor-Bereich, die FSC-Zertifizierung hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen“, so BAUHAUS auf Anfrage.
Tropenholz: Kaufen um zu erhalten
Doch verantwortungsvoller Genuss im Freien endet nicht am Grill, sondern geht weiter. Zum Beispiel bei der Terrasse und den entsprechen Outdoor-Möbeln. Gartenmöbel aus Tropenhölzern wie Teak oder Akazie sind in den vergangenen Jahren unbeliebter geworden; Bürgerinnen und Bürger haben Sorge, die Abholzung mit dem Kauf dieser Holzprodukte die Entwaldung der kostbaren Wälder zu fördern. Doch sind diese FSC-zertifiziert, gilt eine andere entscheidende Logik: Ein Wald, der wirtschaftlich genutzt wird, wird nicht gerodet. Denn FSC-zertifizierte Waldwirtschaft gibt dem Tropenwald einen messbaren ökonomischen Wert – und macht ihn damit konkurrenzfähig gegenüber der Alternative: der Umwandlung in Soja-Äcker, Bergbau oder Palmölplantagen. Wer also FSC-zertifiziertes Tropenholz kauft, schafft einen wirtschaftlichen Anreiz, den Wald als Wald zu erhalten.
Einmal investieren, jahrelang genießen
Harthölzer wie Teak oder Akazie sind von Natur aus langlebig – ideal also für Gartenmöbel, die mehr als nur eine Saison überdauern sollen. Wer hier auf hochwertige, FSC-zertifizierte Produkte setzt, hat lange Freude daran.
Gartenmöbel aus Hartholz richtig pflegen: So bleibt das Holz schön
Damit Hartholz-Möbel ihre Qualität über viele Jahre behalten, lohnt sich eine regelmäßige, aber unkomplizierte Pflege:
– Regelmäßig ölen: Ein hochwertiges Teaköl oder Holzpflegeöl – aufgetragen im Frühjahr und nach intensiver Nutzung – bewahrt die natürliche Farbe, schützt die Oberfläche vor Witterungseinflüssen und verlängert die Lebensdauer erheblich.
– Abdecken bei Nichtbenutzung: Eine atmungsaktive Schutzhülle über den Winter schützt zuverlässig vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung.
– Sanfte Reinigung: Ein weiches Tuch oder eine weiche Bürste mit lauwarmem Wasser und milder Seife reichen für die regelmäßige Reinigung völlig aus.
– Wichtig: Niemals den Hochdruckreiniger verwenden. Der Wasserstrahl reißt die Holzfasern auf, zerstört die gewachsene Oberflächenstruktur dauerhaft und macht das Material anfällig für Feuchtigkeit, Schimmel und Risse. Einmal angerichtet, lässt sich dieser Schaden kaum rückgängig machen – und aus dem nachhaltigen Möbelstück wird vorzeitig Sperrmüll.
Wo gibt es FSC-zertifizierte Produkte?
FSC-zertifizierte Grillkohle und Gartenmöbel sind im Handel gut verfügbar:
– Gartenausstellung der Baumärkte
– Lebensmitteleinzelhandel: Edeka und weitere gut sortierte Märkte
– Möbelhäuser und Gartencenter: Auf das Baum-Logo mit Häkchen auf Produkt, Etikett oder Preisschild achten
– Online-Suche: Das FSC-Kennzeichen oder die FSC-Zertifizierung bei Produktmerkmalen angegeben; in manchen Onlineshops kann man auch danach filtern
– Tipp: Das FSC-Kennzeichen ist direkt auf der Packung oder am Produkt angebracht. Im Zweifel einfach beim Händler nachfragen – wer das Kennzeichen kennt, verdient das Vertrauen.
Mehr Informationen zu FSC gibt es auf www.fsc-deutschland.de.
Pressekontakt: Lars Hoffmann, Tel.: 0761-3865368, E-Mail: lars.hoffmann@fsc-deutschland.de
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Über FSC
FSC ist die weltweit zuverlässigste Organisation für die Absicherung wichtiger Umwelt- und Sozialstandards im Wald. FSC unterstützt Waldbewirtschaftende, Unternehmen und Regierungsorganisationen dabei, gesunde Waldökosysteme zu fördern und die Lebensgrundlagen im Wald zu sichern. Dabei ist FSC die Plattform für einen gleichberechtigten Dialog zwischen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen. Weltweit sind rund 172 Millionen Hektar Wald nach dem FSC-Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung zertifiziert. Über 68.000 Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den Handel und die Verarbeitung zertifizierter Materialien (Stand: Januar 2026). Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die mindestens jährlich wiederholt wird.
Über FSC Deutschland
In Deutschland sind rund 1,1 Million Hektar Wald FSC zertifiziert und rund 4.200 Betriebe verfügen über eine Zertifizierung ihrer Produktkette nach den FSC Standards (Stand: April 2026). In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die biologische Vielfalt fördert und die gegenüber interessierten Bürger:innen sowie Organisationen transparent handelt. Kahlschläge bei der regulären Holzernte sind untersagt und Pestizide dürfen nur eingesetzt werden, wenn dies gesetzlich gefordert wird. FSC setzt sich für die Mehrung natürlicher Mischwälder, die Schonung des Waldbodens, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme ein. Damit sind FSC-zertifizierte Wälder stabiler in einem sich wandelnden Klima und können als Ökosystem mehr CO2 langfristig binden. Für die Menschen im Wald sichert FSC faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung im Wald.
In Deutschland ist FSC als gemeinnütziger Verein tätig und engagiert sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern für eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Zu den Mitgliedern von FSC Deutschland zählen u.a. Umweltorganisationen wie WWF, BUND, NABU und Robin Wood, Soziale Organisationen mit Bezug zu Wald sowie die Gewerkschaften IG BAU und IG Metall aber auch Waldbesitzer:innen, Kommunen sowie zahlreiche Unternehmen und Verbände aus Produktion und Handel wie u.a. OTTO Group, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Stadt Wiesbaden, Lidl, Dehner, Klöpfer Holz und viele mehr.
Pressekontakt:
Lars Hoffmann, Tel.: 0761 – 386 53 68, E-Mail:
lars.hoffmann@fsc-deutschland.de
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