BUND zum deutschen Erdüberlastungstag: Ab morgen leben wir auf Pump / Energiesparen ist das Gebot der Stunde

– Deutscher CO2-Auststoß wegen fossiler Energien viel zu hoch
– Sieben von neun planetaren Grenzen überschritten
– Sofortmaßnahmen wie Tempolimit, Erneuerbare, Wärmepumpe und E-Autos nötig

Am 10. Mai erreicht Deutschland seinen Erdüberlastungstag. Nach nur gut vier Monaten haben wir alle erneuerbaren Ressourcen verbraucht, die eigentlich für das ganze Jahr reichen sollten. Ab da leben wir auf Pump. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Bundesregierung auf, Sofortmaßnahmen wie ein Tempolimit umzusetzen und endlich Schluss zu machen mit Kohle, Öl und Gas.

Deutschland verbraucht deutlich zu viele Ressourcen – vor allem durch den hohen Einsatz fossiler Energien. Hauptverursacher sind energieintensive Industriebranchen wie die Chemieindustrie, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr sowie die industrielle Tierhaltung. Würden alle Menschen so wirtschaften wie in Deutschland, bräuchten wir drei Planeten. Ein Festhalten an Wachstum und fossilen Energien steht damit im klaren Widerspruch zu unseren planetaren Grenzen – und verschärft gleichzeitig unsere Krisenanfälligkeit.

Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig. Der Iran-Krieg zeigt uns, wie abhängig wir von fossilen Rohstoffen sind, die immer knapper werden. Anstatt umzuschwenken auf Erneuerbare, setzen wir weiter auf Kohle, Öl und Gas. Wir treiben damit unseren CO2-Austoß weiter in die Höhe und zerstören so unsere Wälder, Wiesen, Flüsse und Meere, unsere Lebensgrundlagen und den Lebensraum von Tieren. Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen und leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffen wir Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz.“

Die Folgen dieser Entwicklung sind längst spürbar: Dürren, Starkregen und zunehmende Hitze in Städten belasten Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Bandt: „Wenn wir so weitermachen, richten wir unseren Planeten und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zugrunde.“

Energiesparen muss daher oberste Priorität haben: Jede gesparte Kilowattstunde spart Produktion, Speicherung und Transport. Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen wäre eine sofort wirksame Maßnahme: Es spart Kraftstoff, verringert die Emissionen und reduziert Unfälle.

Bandt: „Das ist, als würde man beim Segeln im Sturm stur den Kurs halten, anstatt umzusteuern. Es ist schlicht unvernünftig, trotz deutlich sichtbarer Warnsignale unbeirrt am bisherigen Weg festzuhalten. Die Bundesregierung muss jetzt klare Reduktionspläne vorlegen und zeigen, wie in Zukunft ein gutes und sicheres Leben ohne Öl und Gas gelingen kann.“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert zum Erdüberlastungstag konkrete Sofortmaßnahmen:

– generelles Tempolimit auf Autobahnen
– attraktive und soziale Förderprogramme für Heizungs- und Gebäudemodernisierung
– Ausbau Erneuerbarer Energien und E-Mobilität auf Schiene und Straße
– schnelle und ambitionierte Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie
– Stärkung der Kreislaufwirtschaft: Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln

Hintergrund:

Der Erdüberlastungstag wird jährlich von dem Global Footprint Network für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten errechnet. Am globalen Erdüberlastungstag hat die Weltbevölkerung alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser Planet im Laufe eines Jahres erzeugen kann. Ab diesem Tag beanspruchen wir für das übrige Jahr mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als uns rein rechnerisch zur Verfügung stehen. Das Ziel des Aktionstages ist es, die Begrenztheit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Viele Länder im globalen Süden haben einen weitaus kleineren ökologischen Fußabdruck als Deutschland, gleichzeitig schultern sie einen Großteil der Folgen der katastrophalen Erdausbeutung wie Dürren, Überschwemmungen oder Artensterben. In Deutschland schlagen vor allem der viel zu hohe Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich sowie unser hoher täglicher Flächenverbrauch und die Massentierhaltung zu Buche. Hinzu kommen die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser. Alle negativen Umweltwirkungen sind mit der Nutzung von Rohstoffen verbunden. Der weltweite Ressourcenverbrauch hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht. In Deutschland hat er sich auf einem hohen Niveau eingependelt.

Mittlerweile sind sieben von neun planetaren Grenzen überschritten.

Mehr Informationen:

– BUND-Forderung für ein Ressourcenschutzgesetz (https://www.bund.net/ressourcen-technik/ressourcenschutzgesetz/)
– BUND zu den Grenzen der Kreislaufwirtschaft (https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/die-grenzen-der-kreislaufwirtschaft-warum-wir-ein-ressourcenschutzgesetz-brauchen/)
– BUND zur Problematik Aluminium-Abbau (https://www.bund.net/ressourcen-technik/abfall-und-rohstoffe/aluminium/)
– BUND zum Thema Suffizienz (https://www.bund.net/ressourcen-technik/suffizienz/)
– BUND-Video: Was ist Suffizienz? So können wir alle nachhaltiger leben (https://www.youtube.com/watch?v=POXMsHJL5bs)
– Kontakt: Christine Wenzl, Leiterin Nachhaltigkeit/Suffizienz beim BUND, Tel.: +49 30 27586-462, christine.wenzl(at)bund.net
– Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky (https://bsky.app/profile/bund.net), Instagram (https://www.instagram.com/bund_bundesverband/) und Facebook (https://www.facebook.com/bund.bundesverband)

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