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BUND zu den neuen Wolfzahlen: Mehr Wölfe, mehr Herdenschutz





Die Wolfsbestände wachsen, dies zeigen die neuen Zahlen des
Bundesamts für Naturschutz, die heute veröffentlicht wurden. Insgesamt 105
Rudel, 25 Paare und 13 sesshafte Einzeltiere durchstreifen vor allem Sachsen,
Brandenburg und Niedersachsen, aber auch andere Bundesländer. Der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bewertet diese Entwicklung positiv,
warnt jedoch vor falschen Rückschlüssen. “Die Entwicklung der Wolfsbestände ist
ein gutes Zeichen”, erklärt Magnus Wessel, Leiter der Naturschutzpolitik des
BUND. “Mit rund 273 erwachsenen Wölfen ist die Art in Deutschland aber noch
immer weit von einem günstigen Erhaltungszustand von 1000 erwachsenen Tieren
entfernt. Das bestätigt auch der kürzlich veröffentlichte FFH-Bericht der EU.”

Betroffen von der Rückkehr der Wölfe sind vor allem Weidetierhaltende, und da
hauptsächlich Schäfereien. “Statt weiter Öl ins Feuer zu gießen und
Meinungsmache zulasten der Wölfe zu betreiben, sollte sich die Politik endlich
auf konstruktive Lösungsansätze fokussieren, die den Betrieben wirklich helfen –
der Herdenschutz steht dabei an erster Stelle”, so Wessel weiter. Neben der
vollständigen Erstattung der Kosten von Elektrozäunen und gegebenenfalls
Herdenschutzhunden muss auch die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der
Weidetierhaltenden im Vordergrund stehen. Wessel: “Vielen Schäferinnen und
Schäfer steht das Wasser schon seit Jahren wirtschaftlich bis zum Hals – auch
ganz ohne Wölfe. Deshalb braucht es endlich deutlich bessere wirtschaftliche
Rahmenbedingungen für die Weidetierhaltung, um diese ökologisch wertvolle Form
der Landnutzung zukunftsfähig zu machen.”

Mit Blick auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs, der erst
kürzlich klargestellt hat, dass die Tötung von Wölfen nur in klar belegten
Ausnahmesituationen zulässig ist, kritisiert der BUND die lauter werdenden
Stimmen für den pauschalen Abschuss von Wölfen. “Forderungen nach präventiven
Abschüssen ganzer Rudel, nach wahllosen Quotenjagden und wolfsfreien Zonen,
haben damit einen klaren Dämpfer erhalten”, so der Artenschutzexperte des BUND.
“Der wahllose Abschuss von Wölfen ist kein Ersatz für Herdenschutz, mit EU-Recht
unvereinbar und zudem unwirksam, da jederzeit neue Wölfe einwandern können.”
Tatsächlich problematische Wölfe könnten auch nach heutiger Rechtslage bereits
getötet werden. Daher sind auch Änderungen der Gesetzeslage nicht zielführend.
Wessel abschließend: “Die vorgeschlagene Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes
muss vom Tisch. Wir fordern Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf, den
Vorschlag zurückzuziehen und diesen Dammbruch im Artenschutz zu verhindern. Ein
Gesetz, das zum Ziel hat, die Tötung von Wölfen, aber auch von allen anderen
geschützten Tieren, zu erleichtern, ist das Gegenteil von dem, was wir
angesichts des Artensterbens brauchen.”

Mehr Informationen: Stellungnahme des BUND zur Änderung des
Bundesnaturschutzgesetzes: http://ots.de/lgwAZi

Pressekontakt:
BUND-Pressestelle:
Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen
Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net,
www.bund.net

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7666/4456169
OTS: BUND

Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 2. Dez 2019. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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