Der Strommarkt hat sich grundlegend verändert
Wer heute noch einen festen Cent-Betrag pro Kilowattstunde zahlt und seinen Verbrauch starr über den Tag verteilt, verschenkt zunehmend Geld. Der Grund liegt im rasanten Ausbau erneuerbarer Energien. Vor zehn Jahren lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung in Deutschland bei knapp 34 %, bis zum ersten Halbjahr 2025 stieg er auf rund 61 %. Diese Entwicklung verändert die Preisbildung an der Strombörse fundamental – und schafft für flexible Verbraucher eine historische Chance.
Der Spotmarktpreis entsteht nach Angebot und Nachfrage. Scheint mittags die Sonne und drehen sich die Windräder, übersteigt das Angebot regelmäßig die Nachfrage. Die Folge: Der Preis fällt – manchmal sogar unter null.
Negative Strompreise: vom Sonderfall zum Dauerzustand
Was früher ein seltenes Phänomen war, ist heute Alltag. Die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen hat sich in Deutschland von 139 Stunden (2021) auf 573 Stunden (2025) mehr als vervierfacht. Energiemarktanalysten erwarten, dass die Zahl negativer Stunden bis 2030 auf bis zu 1.000 pro Jahr steigen könnte.
Bei negativen Preisen gilt: Wer Strom abnimmt, bekommt unter Umständen Geld dafür. Am 11. Mai 2025 sank der Börsenstrompreis kurzzeitig sogar auf -250 €/MWh, das entspricht -25 Cent pro Kilowattstunde. Entscheidend ist das Muster dieser Tiefpreisphasen: Besonders häufig passiert das zur sonnenreichen Mittagszeit, wenn Photovoltaikanlagen viel Strom produzieren und die Nachfrage gleichzeitig auf einem niedrigen Niveau liegt. Genau in diese Stunden lohnt es sich, Verbrauch zu verlagern.
Wie man als Unternehmen von negativen Spotmarktpreisen profitieren kann
Der Hebel ist denkbar einfach – in der Theorie. Wer seinen Verbrauch dann hochfährt, wenn der Strom günstig oder sogar negativ bepreist ist, und ihn in den teuren Abendstunden drosselt, senkt seine Energiekosten unmittelbar. Die Preisunterschiede über den Tag sind dabei erheblich und werden tendenziell größer.
In der Praxis scheitert dieser einfache Gedanke meist an drei Hürden:
Erstens muss ein Unternehmen wissen, welche seiner Lasten überhaupt flexibel sind. Nicht jeder Prozess lässt sich verschieben, aber fast jedes Unternehmen hat mehr Spielraum, als es vermutet.
Zweitens braucht es die technische Fähigkeit, diese Lasten automatisiert zu steuern – im Gleichtakt mit den Preissignalen des Spotmarktes, die sich stündlich, teils viertelstündlich ändern. Manuelle Steuerung ist hier chancenlos.
Drittens braucht es einen dynamischen Stromtarif, der die Spotmarktpreise überhaupt an das Unternehmen weiterreicht. Ohne ihn kommt das Preissignal nie an.
Geld sparen durch die Flexibilisierung des Verbrauchs
Welche Lasten kommen infrage? Erfahrungsgemäß steckt das Potenzial in Prozessen mit Speicher- oder Pufferwirkung: Kälte- und Wärmeerzeugung, Wärmepumpen, Batteriespeicher, das Laden von Flurförderfahrzeugen oder E-Flotten, Lüftungs- und Klimatechnik, Trocknungs- und Pumpprozesse sowie zahlreiche Produktionsschritte, die zeitlich entkoppelt von der eigentlichen Wertschöpfung laufen können.
Eine Kühlhalle etwa kann vorgekühlt werden, wenn der Strom mittags günstig ist, und in den teuren Stunden ohne Komfortverlust „nachlaufen“. Ein Batteriespeicher lädt in den Tiefpreisphasen und entlädt, wenn der Strom teuer wird. Ein Elektrofuhrpark lädt bevorzugt in den günstigen Mittagsstunden. Jede dieser Maßnahmen verschiebt Last aus teuren in günstige Zeitfenster – ohne dass die eigentliche Leistung des Unternehmens darunter leidet.
Der Effekt ist doppelt: Das Unternehmen senkt seine Stromrechnung und macht sich gleichzeitig unabhängiger von Preisspitzen, die in Zeiten geringer Wind- und Solareinspeisung deutlich nach oben ausschlagen.
Der Wettbewerbsvorteil: niedrigere Kosten, planbarere Zukunft
Energie ist in vielen Branchen ein erheblicher Kostenblock. Wer ihn senkt, ohne in den Kernprozess einzugreifen, verschafft sich einen direkten Vorsprung gegenüber Wettbewerbern, die weiterhin starr und teuer einkaufen. Drei Vorteile stechen heraus:
Direkte Kostenersparnis. Jede verlagerte Kilowattstunde, die statt zum teuren Abendpreis zum günstigen Mittagspreis bezogen wird, schlägt unmittelbar auf das Ergebnis durch.
Resilienz gegen Preisvolatilität. Die Schwankungen am Spotmarkt nehmen zu. Flexible Unternehmen profitieren von ihnen, statt unter ihnen zu leiden.
Beitrag zur Energiewende. Wer Verbrauch in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung verlagert, hilft, das Netz zu stabilisieren und Strom zu nutzen, der sonst ungenutzt bliebe – ein zunehmend relevantes Argument gegenüber Kunden und Stakeholdern.
Unser Angebot: Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess
Die genannten Hürden sind real, aber überwindbar. Genau hier setzen wir als Energie am See GmbH an. Wir begleiten Unternehmen Schritt für Schritt:
Wir identifizieren gemeinsam mit Ihnen die flexiblen Lasten in Ihrem Betrieb und bewerten deren Verlagerungspotenzial. Wir implementieren unsere Software, die Ihre Lasten automatisiert und in Echtzeit an die Preissignale des Spotmarktes anpasst. Und wir sorgen dafür, dass aus theoretischem Potenzial bares Geld wird – messbar, nachvollziehbar und ohne Eingriff in Ihre Kernprozesse.
Der Strommarkt belohnt Flexibilität heute stärker als je zuvor, und dieser Trend wird sich weiter verstärken. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich einen Vorsprung, der mit jeder weiteren negativen Preisstunde wertvoller wird.
Sprechen Sie mit uns – wir zeigen Ihnen, wo in Ihrem Betrieb die günstige Stunde auf Sie wartet.
Die Energie am See GmbH ist die ausgelagerte Energiefachabteilung für Unternehmen, die keine haben, aber brauchen – mit Fokus auf Energiekostenreduktion, risikominimierte Energiebeschaffung und Portfoliobewirtschaftung.
EAS berät unabhängig entlang der gesamten Energiekostenkette: von Strom- & Gasbeschaffung, Optimierung von Netzentgelten, ISO 50001 Beratung, Rechnungsprüfung, Last- und Kostenanalyse, TGA-Planung bis hin zur Auslegung von Batterie-Großspeichern.
