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Natur im Industriegebiet – Die Dockweiler AG in Neustadt-Glewe zeigt, wie es geht





Industrie und Natur – was wie ein Gegensatz klingt, kann auch eine Win-Win-Situation sein. Das beweisen die Loki Schmidt Stiftung und der Hersteller von Edelstahlrohrsystemen Dockweiler AG am Standort Neustadt-Glewe im Rahmen ihrer „Kooperation Natur“.

Die Firma der Hamburger Unternehmerfamilie Fiebig stellte vor über 20 Jahren den Ingenieur Horst-Dieter Witt als Gärtner für das weitläufige Firmengelände ein. Damals war das Gewerbegebiet noch neu, eingebettet in großflächige Kiefernforsten. Horst-Dieter Witt, Natur- und Artenkenner, erkannte früh das Potenzial der sandig-mageren Flächen auf dem Firmengelände und hat im Laufe der Jahre ein buntes, herrlich duftendes und summendes Mosaik aus Heide und Magerwiesen geschaffen.

2017 erzählte Horst-Dieter Witt, mittlerweile an den Ruhestand denkend, der Tochter des Gründers Klaus-Dieter Fiebig, Susanna Fiebig von seiner Sorge, dass die Struktur- und Artenvielfalt des Firmengeländes nach seinem Ruhestand verloren gehen könnte. Susanna Fiebig entschied sich für den Erhalt dieser wegweisenden Arbeit, zögerte nicht lange und holte die Loki Schmidt Stiftung an Bord. Das Projekt „Kooperation Natur“ wurde geboren. Die Gartenbau-Ingenieurin Dr. Maike Hinze und der Biologe Kolja Dudas übernahmen bei der Loki Schmidt Stiftung die Aufgabe, die langfristige naturnahe Entwicklung des Außengeländes von Firmen, Organisationen und anderen fachlich anzuregen, zu planen und zu begleiten. Ein Angebot, das die Loki Schmidt Stiftung seitdem in den nördlichen Bundesländern ausgebaut hat und das immer mehr nachgefragt wird.

Das Konzept des Projektes war schnell klar – es kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten, also MitarbeiterInnen, Facility Management und Unternehmensleitung an einem Strang ziehen und im grundsätzlichen Ziel der naturnahen Gestaltung der Außenflächen übereinstimmen. Gestaltung und Betreuung sollten langfristig ausgerichtet sein.

Der erste Schritt war zunächst einmal eine Bestandaufnahme: Was „kreucht und fleucht“ auf dem Gelände? Wie wird es aktuell gepflegt? Wie kann ein verbindlicher Pflegeplan festgehalten werden? Und: Ein kompetenter Ersatz für Horst-Dieter Witt musste gefunden werden, denn das beste Pflegekonzept bringt nichts, wenn der umsetzende Gärtner nicht versteht, es umzusetzen, weil er z. B. die besonderen Pflanzenarten, um die es geht, nicht erkennt. Mit dem jungen Gärtner und Landschaftsbauer Rene Krüger gelang hier ein wahrer Glücksgriff.

Die Bestandserfassung von Horst-Dieter Witt und Kolja Dudas erregte Aufsehen, viele MitarbeiterInnen zeigten sich interessiert, fragten nach einzelnen Pflanzen, nach Heilkräutern und erzählten, wie sehr sie es genießen, z. B. ihre Mittagspause in der Natur auf dem Firmengelände zu verbringen. Es wurde klar: Dieses Projekt hat auch umfangreichere Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Belegschaft und damit auch auf andere Aspekte der Nachhaltigkeit.

Auf Initiative von Susanna Fiebig wurde die Umweltgruppe Green Brain im Unternehmen gegründet. Mitglieder sind Thorsten Jahns (Leiter Produktentwicklung und Fachkraft für Arbeitssicherheit), Marion Stanke (Umweltmanagement) – eine Runde, die sich regelmäßig trifft und alle möglichen Themen der Nachhaltigkeit und des Natur- und Umweltschutzes bei Dockweiler bespricht und weiterentwickelt. An diesen Treffen nimmt auch, wann immer es möglich ist, ein Vorstand teil.

Für die vorbildliche Entwicklung des Geländes in Hinblick auf den Naturhaushalt (etwa 400 unterschiedliche Pflanzenarten!) und auch das für ökologisch-soziale Engagement verleiht die Loki Schmidt Stiftung der Dockweiler AG das Zertifikat „Naturfreundliches Firmengelände“. Dieses ist für 3 Jahre gültig und kann dann verlängert werden.

Zitate
Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung: „Die Dockweiler AG in Neustadt-Glewe zeigt auf ihrem Firmengelände eindrucksvoll, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir dafür unser Gütesiegel „Naturnahes Firmengelände“ heute der Dockweiler AG überreichen dürfen.

Christian Behrens, Vorstandsvorsitzender der Dockweiler AG: „Für uns als Unternehmen spielt Nachhaltigkeit und Umweltmanagement zunehmend eine wichtigere Rolle. Dass wir dank des Einsatzes von Herrn Witt einen solchen Artenreichtum auf dem Gelände haben, ist fantastisch und muss im Einklang mit den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens entsprechend gut abgestimmt sein. Green Brain in Verbindung mit der Loki-Schmidt-Stiftung stellt hierfür eine gute Basis.“

Susanna Fiebig, Gesellschafterin der Dockweiler AG: „Nachhaltige Unternehmensentwicklung bedeutet, sich über die Zukunft aller Beteiligten Gedanken zu machen und für alle auch Sorge zu tragen, das sind natürlich die Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, aber es ist eben auch die Umwelt mit den Lebewesen, die an dem Ort sind, an dem wir täglich arbeiten, mit denen wir allein deshalb unseren Alltag teilen. Pflanzen und Tiere, an denen wir uns erfreuen können und die uns einen Moment der Entspannung schenken.“

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Erstellt von an 2. Sep 2020. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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