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NABU: Wald-Fördermittel müssen positive Lenkungswirkung haben / Krüger: Steuermittel nicht mit der Gießkanne ausschütten





Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat heute die Nachhaltigkeitsprämie für den Wald erlassen, die – ähnlich wie die Flächenprämie für Landwirte – an wenig bis gar keine Bedingungen geknüpft ist. Waldbesitzer sollen demnach insgesamt 500 Millionen Euro Unterstützung für Waldschäden durch Dürre, Stürme und die Vermehrung von Borkenkäfern erhalten. Mal wieder sollen die die, schon viel haben, in diesem Fall Waldfläche, am meisten Zuschüsse vom Steuerzahler bekommen.

“Wir sehen, dass Waldbesitzer durch die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald finanziell betroffen sein können. Doch das Geld, das aus dem Corona-Konjunkturpaket stammt, soll nun mit der Gießkanne verteilt werden. So ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein und wird die Situation für den Wald nicht verbessern”, kritisiert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Voraussetzung für die Prämie ist der Besitz von mindestens einem Hektar Wald, und die Zertifizierung nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes), FSC (Forest Stewardship Council) oder Naturland. Der Nachweis eines Schadens ist nicht erforderlich. Ebenso wenig müssen die Waldbesitzer belegen, dass sie das Geld für die Verbesserung der ökologischen Funktionalität einsetzen. Vorstellbar wären hier zum Beispiel Maßnahmen, die dazu beitragen Wasser länger im Wald zu halten, wie der Rückbau von Entwässerungsgräben, die Mehrung von Totholz oder eine Verringerung der Befahrung der Waldböden. Auch der vollständige Nutzungsverzicht sollte finanziell unterstützt werden.

“Eine höhere Honorierung für die FSC- und Naturland-Zertifizierung ist absolut gerechtfertigt”, so Krüger weiter. “Das sind die anspruchsvollsten Waldbewirtschaftungsstandards die wir in Deutschland haben und führen zu erheblichem Mehraufwand für Waldbesitzer. PEFC hat hingegen kaum zusätzliche Anforderungen im Vergleich mit den Waldgesetzen und stellt nicht sicher, ob die zertifizierten Waldbesitzer jemals bezüglich der Einhaltung der Standards überprüft werden”.

Die sogenannte Nachhaltigkeitsprämie muss ein Fall für den Bundesrechnungshof werden. Dieser muss prüfen ob durch die nicht vorhandenen Kriterien Steuermittel verschwendet werden.

NABU-Waldexperte Stefan Adler: “Die Dringlichkeit des Waldumbaus ist seit Jahrzehnten bekannt. Waldbesitzer, die mit naturnahen Konzepten ihren Wald bewirtschaften und dadurch gegebenenfalls auf Einnahmen verzichten, werden so gut wie nie finanziell belohnt und gehen jetzt auch noch leer aus, wenn sie nicht zertifiziert sind. Das wäre allerdings der richtige Ansatz, denn der Wald ist viel mehr als ein reiner Holzlieferant”.

Der NABU hat bereits im Sommer 2019 ein 12-Punkte-Papier mit den nötigen Schritten für einen ökologischen Waldumbau vorgelegt: http://www.nabu.de/wald-und-klimawandel

Literaturstudie zum Thema Wasserhaushalt und Forstwirtschaft: http://www.nabu.de/studie_wald-und-wasser

Mehr Infos und Pressefotos: https://www.nabu.de/presse/

Pressekontakt:

Stefan Adler, NABU-Waldexperte, Mobil +49 (0)172.2832663
E-Mail: mailto:Stefan.Adler@NABU.de

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Erstellt von an 17. Nov 2020. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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