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“Blutige Kohle” am 19.11. im SWR Fernsehen (VIDEO)





Film aus der Reihe “Junger Dokumentarfilm” / Gewaltverbrechen in Kolumbien für Exportkohle

Nur selten können Zuschauer Einblicke in das Innenleben eines Auftragskillers erhalten. In dem Film “Blutige Kohle” von Christopher Stöckle und Paola Tamayo gelingt dies: El Samario, ein ehemaliger Soldat der paramilitärischen Einheiten in Kolumbien, spricht zum ersten Mal über die unzähligen Morde und Vertreibungen, die er angeblich im Auftrag der damaligen Regierung begangen haben soll. Welche Rolle spielten dabei mächtige Energiekonzerne aus dem Ausland, die in dem Land Kohle abbauen, um sie in ihre Länder zu importieren? “Blutige Kohle”, am 19.11. um 23:45 Uhr im SWR Fernsehen und danach für 30 Tage in der ARD Mediathek.

Was und wer steckt hinter unzähligen Morden?

El Samario ist sein ehemaliger Kämpfername. Er war über zehn Jahre lang als Soldat in der paramilitärischen Organisation AUC in Kolumbien aktiv. Zuerst war er nur ein einfacher Fußsoldat, später dann Sicherheitsmann und schließlich Kommandant. Wenn ein Mordauftrag einging, dann ging dieser durch die Hände von El Samario. Nach eigenen Angaben war er an der Ermordung von über 200 Personen beteiligt, darunter auch Minderjährige. Es geschah in der Region Cesar im Nordwesten Kolumbiens – im Auftrag multinationaler Kohleunternehmen. Anfang 2017 wurde El Samario im Alter von 42 Jahren nach einer verbüßten Haftstrafe von nur knapp zwölf Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Im Film spricht er über seine Taten und erklärt, was vorgefallen ist, von wem die Befehle kamen und wer wirklich hinter den tausenden Toten steckt.

Ungeklärte Schicksale und andauernde Ungewissheit

Nellys war am Tag der Ermordung ihres Vaters und ihrer Brüder 15 Jahre alt. Heute ist sie Anfang 30 und denkt noch immer jeden Tag, an die schrecklichen Stunden, die ihr Leben und das ihrer Familie für immer verändert haben. El Samario hat sie nie persönlich kennengelernt, doch sie weiß, dass er für die Tötungen zumindest mitverantwortlich ist. Bisher wurden nur die Überreste ihres jüngsten Bruders wiedergefunden, zwei weitere Brüder und der Vater sind noch immer vermisst.

Auf der Suche

Die Unwissenheit über die Geschehnisse und Hintergründe der Ermordung lässt vor allem Nellys seit Jahren keine Ruhe. Aus diesem Grund hat sich die Familie nun zu einem gewagten Schritt entschieden: Sie treffen El Samario und fahren gemeinsam an den Ort, an dem die Männer der Familie mutmaßlich getötet und vergraben wurden. Kolumbianische Forensiker helfen bei der Suche nach den menschlichen Überresten von Vater und Brüdern. Für die Familie des Opfers ist dieser Schritt der Begegnung unvorstellbar schwierig und eigentlich wollen sie dem Mörder ihrer Familienangehörigen nicht in die Augen schauen.

Die Gewalt nimmt wieder zu

Nach einiger Zeit relativer Ruhe haben die Morde an Gewerkschaftern und politischen Aktivisten in Kolumbien wieder zugenommen. Neue paramilitärische Einheiten werden gegründet und Menschen für Rohstoffe umgebracht oder von ihrem Grund und Boden vertrieben. Auch wieder in der Cesar-Region, wo El Samario noch bis vor kurzem selbst tätig war.

Produktion

“Blutige Kohle” ist eine Gemeinschaftsproduktion von DOMAR Film GmbH und dem SWR für die Reihe “Junger Dokumentarfilm” in Zusammenarbeit mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg,

Informationen, kostenloses Bildmaterial und weiterführende Links unter: http://swr.li/junger-dokumentarfilm-2020

Fotos über http://www.ARD-foto.de .

Pressekontakt:

Daniela Kress, Tel. 07221 929 23800, mailto:Daniela.Kress@SWR.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7169/4766156
OTS: SWR – Südwestrundfunk

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1860769

Erstellt von an 17. Nov 2020. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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