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Mit 25 Saunen werden Strom produziert.





Erding/Unterschleißheim: Ökologiebewusste Saunafans können nun guten Gewissens in der 800 Plätze umfassenden Saunawelt der Therme Erding Vital ohne Reue ihrem Hobby nachgehen. Eine neue, von Südwärme und deren Kompetenzzentrum vor Ort, der ITW GmbH aus Unterschleißheim entwickelte Energieversorgungs-Konzeption macht es möglich. Bisher galten Saunen als Stromfresser schlechthin, weil sie die Energiebilanz von Freizeiteinrichtungen stark belasten. Die 25 Saunen in Erding wurden bislang über einen gasbetriebenen Heißwasserkessel mit Wärme versorgt. Neben den hohen Brennstoffkosten, bestand für die Sauna-Thermenwelt in Erding ständig das Risiko, dass ein Ausfall der monovalent betriebenen Kesselanlage dazu geführt hätte, dass alle Saunen während anfallender Instandsetzung hätten geschlossen werden müssen. Dieser Fall ist glücklicherweise nie eingetreten. Zusätzlich musste der Heißwasserkessel alle drei Jahre vom TÜV geprüft werden. Während dieser Prüfung wurde jeweils mit hohem Aufwand eine mobile Heizstation aufgestellt und betrieben. Die Situation war für den Thermenbetreiber nicht optimal, so dass schon längere Zeit nach einer praktikablen Lösung gesucht wurde. Die Südwärme hatte bereits 2011 mit der richtungweisenden, äußerst wirtschaftlichen Energieversorgung des Badeparadies Titisee im Schwarzwald, Furore gemacht. Dort sorgt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) für wohlige Wärme und erzeugt nebenbei noch jede Menge Strom, der in der Badewelt überwiegend selbst verbraucht wird. Für die Beheizung des weltgrößten Saunaparadies“ mit 25 Themensaunen in Erding war jedoch ein normales BHKW ungeeignet, da die Vorlauftemperatur von maximal 90 °C (Heizungswasser, dass über einen Wärmetauscher die Luft erwärmt), zu niedrig ist. Die Südwärme-Lösung, die ab Oktober 2012 in Betreib geht, besteht im Einsatz eines technologischen Leckerbissens: Vier Microgasturbinen erzeugen problemlos Heißwasser mit einer Temperatur von 160 ° C und ganz nebenbei auch noch Strom. Gegenüber BHKW“s zeichnen sich MIcrogasturbinen durch ein deutlich höheres Temperaturniveau aus, bis hin zur Dampferzeugung. Damit ist ein erweitertes Einsatzgebiet gegeben. Die vier Turbinen erzeugen eine thermische Leistung von je 120 kW; die elektrische Leistung beträgt 58 kW; die Nennbelastung liegt bei 224 kW. Geplant ist eine Jahreslaufzeit je Turbine von 7.000 Stunden. Ein Heißwasser-Pufferspeicher gleicht Lastschwankungen aus. Ein bereits vorhandener Heißwasserkessel sorgt im Bedarfsfall für die notwendige Redundanz. Die durchaus vorhandenen Nachteile der Microgasturbinen, wie zum Beispiel höhere spezifische Kosten je kW elektrische Leistung, höherer technischer Aufwand beim Bau und ein deutlich schlechteres Lastwechselverhalten, werden im Rahmen des Betreiber-Contracting durch den professionellen, wirtschaftlichen Betrieb der Anlage durch Südwärme – im Vergleich zur bisherigen Lösung – kompensiert. Hinzu kommt eine deutliche Verbesserung der Ökobilanz. Die CO2-Einsparung gegenüber der bisherigen Lösung beträgt 49 %; das sind 465 Tonnen pro Jahr. Dies entspricht einer PKW-Fahrleistung von von ca. 2.908.663 km pro Jahr, bei einem CO2-Ausstoß von 160 g/km (derzeitiger Flottenverbrauch in Deutschland). Bei gesamt 800 Saunaplätzen in der Therme Erding Vital bedeutet dies ein CO2-Gutschrift je Saunaplatz von 3.635 PKW-Kilometern pro Jahr. Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann.

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Erstellt von an 5. Mrz 2013. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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