Berlin, im Oktober 2026 – Die Allfrisch Geflügel-Produktion in Emsdetten, ein Unternehmen der familiengeführten Sprehe Gruppe, setzt seit Dezember 2025 auf einen intelligent gesteuerten Batteriespeicher von Fion Energy. Die Lösung steuert Strombezug und Lastprofil automatisch auf Basis von Verbrauchsmustern, Netzentgelten und Marktpreisen. Nach den bisherigen Betriebsdaten erwartet Allfrisch jährliche Einsparungen von mehr als 30.000 Euro. So amortisiert sich der Speicher mit 184 kW Leistung und 180 kWh Kapazität in voraussichtlich 3,4 Jahren.
Wo die Kosten entstehen
In der Lebensmittelindustrie beeinflussen hohe Energiekosten die Wirtschaftlichkeit immer stärker und werden damit zu einem entscheidenden Standortfaktor. Auch Allfrisch hat einen hohen Strombedarf, da neben der Kühlung unter anderem Misch- und Verpackungsanlagen, Förderbänder und Druckluftkompressoren Energie benötigen. Fahren mehrere Anlagen gleichzeitig an, etwa zu Schichtbeginn, entstehen kurze Lastspitzen. 2024 verbrauchte der Standort rund 2,5 GWh bei einer Höchstlast zwischen 500 und 600 kW. Zugleich stiegen die Netzentgelte gegenüber 2023 um gut 50 Prozent, wesentlich getrieben durch den höheren Leistungspreis der örtlichen Stadtwerke. Dieser richtet sich nach der Jahreshöchstlast, weshalb schon kurze Spitzen stark ins Gewicht fallen.
Wie der Speicher die Netzentgelte senkt
Allfrisch suchte nach einem wirtschaftlichen und zuverlässigen Weg, die Stromkosten zu senken, ohne Versorgungssicherheit oder Kühlqualität zu gefährden. Die Wahl fiel auf die Lösung von Fion Energy, denn sie setzt bei den Netzentgelten an und lässt die Produktion unberührt. Fion koordinierte das Projekt von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme und meldete die Anlage beim Netzbetreiber an. Seither steuert das Berliner Unternehmen den Speicher und vermarktet freie Kapazität am Strommarkt.
In den Hochlastzeitfenstern – Zeitfenster, in denen das Stromnetz sehr stark belastet ist und die vom Netzbetreiber festlegt werden – übernimmt der Speicher einen Teil der Last. Davon profitiert Allfrisch über die sogenannte atypische Netznutzung nach Paragraf 19 Absatz 2 StromNEV. Liegt die Höchstlast eines Betriebs in diesen Zeitfenstern deutlich unter seiner Jahreshöchstlast, sinken die Netzentgelte für das gesamte Jahr. Außerhalb der Zeitfenster bündelt Fion die Anlage mit weiteren Batteriespeichern aus dem eigenen Portfolio und handelt die freie Kapazität an unterschiedlichen Märkten, etwa am Day-Ahead- und Intraday-SPOT-Markt. Das erhöht die Erlöse zusätzlich und trägt zur kurzen Amortisationszeit bei.
„Unser Kühlhaus können wir nur bis zu einem gewissen Punkt herunterregeln. Für die verbleibenden Lastspitzen haben wir jetzt den Batteriespeicher. Geht die Spitze kurzfristig zurück, können wir ihn wieder nachladen“, sagt Markus Trenkamp, Energiemanager der Sprehe Gruppe.
Welche Betriebe profitieren können
Das Modell eignet sich für mittelständische Industrie- und Lebensmittelbetriebe mit einem Jahresverbrauch ab 1 GWh. Entscheidend sind kurze, ausgeprägte Lastspitzen, wie sie bei Kühl-, Gefrier- und Verarbeitungsprozessen typisch sind.
„Ein Speicher lohnt sich besonders dort, wo hohe Lastspitzen auftreten und somit ein kleiner Teil der Betriebszeit für einen Großteil der jährlichen Netzentgelte zuständig ist. In der Lebensmittelindustrie ist das häufig der Fall“, sagt Johannes Meriläinen, Geschäftsführer von Fion Energy. „Mit unserer Lösung können wir die Wirtschaftlichkeit familiengeführter Unternehmen stärken und damit auch zur Standortsicherheit beitragen.“
Batteriespeicher von Fion werden bereits an mehreren Standorten der Sprehe Gruppe eingesetzt. Darüber hinaus nutzen auch Unternehmen anderer Branchen die Lösungen, beispielsweise aus der Kunststoffindustrie.
Weitere Informationen: http://www.fion-energy.com/
