Greenwashing von Dr. Oetker: Deutsche Umwelthilfe stoppt unbelegtes Klimaversprechen und fordert konsequente Methanreduktion

– DUH stoppt Greenwashing: Dr. Oetker gibt strafbewährte Unterlassungserklärung ab und darf nicht mehr mit einer vollständigen Klimaneutralität ab 2050 werben, ohne nachvollziehbar darzulegen, durch welche Maßnahmen dieses Ziel erreicht werden soll
– Ab September greifen strenge Vorgaben für Werbung mit zukünftigen Umweltleistungen – bloße Klimaversprechen ohne belastbaren Plan reichen dann erst recht nicht mehr aus
– DUH fordert Dr. Oetker auf, Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Lieferkette wirksam zu reduzieren – inklusive der besonders klimaschädlichen Methanemissionen aus der Tierhaltung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen weiteren Erfolg gegen Greenwashing von Unternehmen erzielt: Dr. Oetker hat gegenüber der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Mit dieser verpflichtet sich der Lebensmittelkonzern, den irreführenden Werbeclaim „bis zum Jahr 2050 vollständige Klimaneutralität zu erreichen“ künftig zu unterlassen, wenn nicht ausreichend belegt wird, durch welche konkreten Schritte dieses Versprechen eingehalten werden soll. Die DUH hatte Dr. Oetker Verbrauchertäuschung durch das intransparente Zukunftsversprechen vorgeworfen. So fehlt ein nachvollziehbarer Reduktionsplan mit überprüfbaren Zwischenzielen und konkreten Maßnahmen. Wie insbesondere die besonders klimarelevanten Methanemissionen entsprechend verringert werden sollen, blieb unklar.

Die DUH fordert Dr. Oetker nun auf, sein Unternehmen durch eine klimafreundliche Ausrichtung nachprüfbar klimaverträglicher auszurichten. Dazu müsse der Konzern die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Lieferkette wirksam reduzieren.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wenn Dr. Oetker sich dem Klimaschutz verpflichtet und damit auf Produkten oder auf seiner Webseite wirbt, dann müssen auch konkrete nachprüfbare Maßnahmen dahinterstehen. Wir begrüßen, dass eine außergerichtliche Einigung erzielt werden konnte und der Lebensmittelkonzern zukünftig das verbrauchertäuschende Greenwashing unterlässt. Wer Verbraucherinnen und Verbrauchern heute Klimaneutralität für das Jahr 2050 verspricht, muss erklären, wie er dieses Ziel tatsächlich erreichen will. Wir fordern von Dr. Oetker, die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Lieferkette zu verringern und sich dabei insbesondere auch Methan-Emissionen aus der Tierhaltung anzunehmen. Dieses Klimagas ist für rund ein Drittel der globalen Erderwärmung verantwortlich und über 20 Jahre betrachtet mehr als 80-mal so klimaschädlich wie CO2.“

Um Greenwashing von Unternehmen zu stoppen, setzt die DUH neben ihren rechtlichen Verfahren auch auf die am 27. September in Kraft tretenden Regelungen der EU-Verbraucherschutzrichtlinie EmpCo. Damit gelten bald strenge Vorgaben für Werbung mit zukünftigen Umweltleistungen.

Hintergrund:

Die EU-Richtlinie EmpCo soll zukünftig verhindern, dass Unternehmen sich mit vagen oder nicht ausreichend begründeten Umweltversprechen ein grüneres Image geben, als es ihre tatsächlichen Maßnahmen rechtfertigen. Zukunftsversprechen müssen daher künftig durch einen detaillierten, realistischen und offen einsehbaren Umsetzungsplan belegt werden, der regelmäßig extern überprüft wird. Der Plan muss konkrete, messbare und zeitgebundene Ziele und Maßnahmen enthalten.

Im Fall von Dr. Oetker besteht ein erheblicher Anteil des Produktportfolios aus Milchprodukten und ist damit auf Lieferketten angewiesen, die mit Methanemissionen aus der Milchproduktion verbunden sind. Wer bei einem milchproduktreichen Sortiment über Klimaneutralität spricht, muss daher auch erklären, wie die Emissionen aus diesen Lieferketten wirksam sinken sollen. Laut Umweltbundesamt stammen unter Berücksichtigung der energiebedingten Emissionen über drei Viertel der gesamten Methanemissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft. Wiederum rund drei Viertel der Methanemissionen aus der Landwirtschaft waren im Jahr 2024 auf die Fermentation im Rahmen der Rinder- und insbesondere Milchkuhhaltung zurückzuführen.

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
resch@duh.de, 0171 3649170

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