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Deutsche Bischofskonferenz richtet Brief an UN-Gipfel für Nachhaltigkeit





Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
hat heute (24. September 2019) einen Brief an den in New York
tagenden Nachhaltigkeitsgipfel gerichtet. Das Dokument ist vom
Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx,
unterzeichnet. Wir dokumentieren den Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,
sehr geehrte Damen und Herren!

Wenige Tage nach dem Weltklimastreik der Fridays for
Future-Bewegung, an der sich viele Frauen und Männer, Kinder und
Jugendliche der katholischen Kirche beteiligt haben, sind die
deutschen Bischöfe in Fulda zu ihrer Herbst-Vollversammlung zusammen
gekommen. Wir spüren, dass – neben allen innerkirchlichen Debatten –
die Frage nach Klima, Klimagerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
eines der dringendsten Themen der Menschheit ist.

Wir katholischen deutschen Bischöfe haben uns in den vergangenen
Monaten und Jahren gemeinsam mit vielen Gläubigen immer wieder mit
den Forderungen befasst, die der Klima- und Umweltschutz an uns
stellt. Wir tun das, weil wir als Christen glauben, dass Gott die
Welt geschaffen und den Menschen anvertraut hat. Daraus erwächst der
klare Auftrag, die Schöpfung zu bewahren. Für Papst Franziskus ist
die Schöpfung, die er das “Lebensnetz” nennt, ein Ort der Begegnung
nicht nur der Menschen untereinander, sondern auch der Menschen mit
Gott. Dieses Lebensnetz droht zu reißen, gerade durch den
Klimawandel.

So sagt Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato si–: “Der
Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden
Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven
und politischen Dimensionen; er stellt eine der wichtigsten aktuellen
Herausforderungen an die Menschheit dar.”

Auch mit Blick auf die Amazonas-Synode, die in wenigen Tagen in
Rom beginnt, appellieren wir an Sie:

Helfen Sie mit, der Menschheit begründete Hoffnung zu vermitteln,
dass die Schöpfung nicht verloren ist. Übernehmen Sie
Mitverantwortung zum Erhalt der Schöpfung. Wir sehen, dass die Zeit
drängt. Es ist dringend, aber noch nicht zu spät. Die Zeit rinnt
dahin, aber noch haben wir die Kraft und die Chance, das Ruder
herumzureißen. Wir bitten Sie, mit Ihrer Kraft eine Vernetzung über
nationale Grenzen hinaus zu realisieren, um mit konkreten
gesetzlichen Regelungen, spürbaren Verpflichtungen und
ordnungspolitischen Maßnahmen der Welt zu zeigen, dass der
Nachhaltigkeitsgipfel von New York konkretes Handeln ermöglicht.
Gerade die junge Generation hat uns alle – weltweit – in den
zurückliegenden Monaten darauf aufmerksam gemacht.

Wir wissen, dass Sie nicht erst heute beginnen, sondern schon
lange nach Lösungen suchen. Jetzt aber ist die Zeit, in der wir
handeln müssen, in der wir nicht länger nur Beschlüsse fassen können,
sondern konkret am gemeinsamen Haus der Schöpfung arbeiten müssen.

Den Einsatz für das Weltklima und die Bewahrung der Schöpfung auf
später zu verschieben, geht nicht mehr. Dann ist es zu spät. Wir sind
aufgefordert, heute schon das Morgen zu denken, für uns und die
kommenden Generationen.

Papst Franziskus schreibt in Laudato si–: “Die Menschheit besitzt
noch die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, um unser gemeinsames Haus
aufzubauen.” An diese Fähigkeit glauben wir. Auf Ihre politische
Kraft bauen wir. An dieser Verantwortung für das gemeinsame Haus
nehmen wir als Kirche teil.

Wir wünschen Ihren Beratungen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Kardinal Marx

Pressekontakt:
Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Postanschrift
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Erstellt von an 24. Sep 2019. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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