Startseite » Umwelttechnologien » Das ist der Silvester-Knaller: Gefährdete Wildbienen fliegen auf Hamburg / Experten der Deutschen Wildtier Stiftung finden bei ihrer Inventur im Norden Deutschlands Rote-Liste-Wildbienenarten (FOTO)

Das ist der Silvester-Knaller: Gefährdete Wildbienen fliegen auf Hamburg / Experten der Deutschen Wildtier Stiftung finden bei ihrer Inventur im Norden Deutschlands Rote-Liste-Wildbienenarten (FOTO)





Die Wildbienen-Bilanz der Deutschen Wildtier Stiftung schließt zum
Jahreswechsel mit einem höchst erfreulichen Ergebnis ab. Besonders
bemerkenswert: Der Fund von sechs seltenen und gefährdeten
Wildbienenarten, die von den Biologen bei ihrer Kartierung 2017 im
Norden Deutschlands entdeckt wurden. Einige dieser Arten stehen auf
der Roten Liste Deutschlands. Die erst seit kurzem beschriebene
Furchenbienenart Lasioglossum monstrificum wurde im Hamburger Westen
gefunden. Die Holz-Blattschneiderbiene Megachile ligniseca gilt als
bundesweit stark gefährdet. Auch vier sehr seltene Heidekraut-Bienen
gingen den Biologen auf ihrer Suche „ins Netz“.

Sechs auf einen Streich – für die Forscher ist das eine kleine
Sensation. „Die Lasioglossum monstrificum wurde erst vor wenigen
Jahren überhaupt beschrieben. Sie gilt in Deutschland als sehr selten
und konnte jetzt an insgesamt fünf Standorten im Hamburger
Stadtgebiet nachgewiesen werden“, beschreibt Manuel Pützstück,
Umweltwissenschaftler bei der Deutschen Wildtier Stiftung, die
Furchenbienenart. Sie lebt auf sandigen Böden. Auch Megachile
ligniseca, die bundesweit kaum zu finden ist, war bislang im Norden
äußerst selten nachweisbar! „Diese Art ist vor allem in lichten
Wäldern sowie an Waldrändern verbreitet und benötigt stehendes
Totholz mit Käferbohrlöchern zur Nestanlage.“

Die Heidekraut-Sandbiene Andrena fuscipes, die Seidenbiene
Colletes succinctus sowie die parasitisch lebende Heide-Filzbiene
Epeolus cruciger und die Heide-Wespenbiene Nomada rufipes sind
ausschließlich in den immer rarer werdenden Sandgebieten mit
ausreichend großen Heidekrautbeständen zu finden. „Insgesamt haben
wir bei unseren Erfassungen bis jetzt 119 Wildbienenarten in Hamburg
und Umgebung nachgewiesen“, zieht Manuel Pützstück Bilanz. Davon sind
sieben Arten auf der Roten Liste Deutschlands, 27 Arten auf der Roten
Liste Schleswig-Holsteins und 26 Arten auf der Roten Liste
Niedersachsens gelistet.

Die Kartierung der Deutschen Wildtier Stiftung ist eine wichtige
Grundlage, um Lebensräume für Wildbienen zu verbessern. Für das in
Hamburg 2016 gestartete Projekt ist ein Zeitraum von vier Jahren
vorgesehen. 2020 können die Daten dann ausgewertet und die Rote Liste
für Hamburg erstellt werden. Die wissenschaftliche Leitung des
Projektes hat Deutschlands „Wildbienenpapst“ Dr. Christian
Schmid-Egger von der Deutschen Wildtier Stiftung. Bei der Erstellung
der ersten Roten Liste für Hamburg wertet Schmid-Egger bereits
vorhandene Altdaten aus. Eine wesentliche Quelle für diese Daten ist
das Zoologische Museum der Universität Hamburg – insbesondere die
Sammlung von Friedrich Wilhelm Kettner (1896-1988). Mitarbeiter des
zoologischen Institutes unterstützen das Projekt, das von der
Deutschen Wildtier Stiftung finanziert wird.

Kostenloses Bildmaterial über die Pressestelle

Pressekontakt:
Eva Goris, Pressesprecherin, Christoph-Probst-Weg 4, 20251 Hamburg,
Telefon 040 9707869-13, Fax 040 9707869-19,
E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de

Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1566219

Erstellt von an 31. Dez 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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