Versickerungsmulden spielen eine tragende Rolle in der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung. Die flachen, meist begrünten Vertiefungen speichern Niederschlagswasser kurzzeitig oberirdisch, bis es allmählich in ihrem Boden versickert. Als lokale und natürliche Helfer, die die Kanalisation entlasten, sind sie in Städten und Gemeinden als etablierte Elemente beliebt. Zu echten Power-Mulden werden sie jedoch im Zusammenspiel mit technischem Filtersand. Das zeigt ein aktuelles Praxisbeispiel von Hauraton, einem der führenden Experten für ganzheitliches Regenwassermanagement.
Geheimwaffe Carbotec
Die über mehrere Jahre an einem Industriestandort gewonnenen Erkenntnisse belegen eindrucksvoll, dass die Verwendung von technischem Filtersand in den Versickerungsmulden bei hoher Schadstoffbelastung Schwermetalle wie Zink und Kupfer wirksam im oberflächennahen Bereich bindet – so wird eine unerwünschte Tiefenverlagerung erfolgreich verhindert. „Technischer Filtersand ist die Geheimwaffe in der Versickerungsmulde“, sagt Dr. Alexandra Joos, Produktmanagerin bei Hauraton. „Zudem können Filter wie die Drainfix Clean mit Carbotec 100 innerhalb der Linienentwässerung – gerade bei begrenztem Platzangebot oder hohen Belastungen in urbanen Räumen – die Versickerungsmulde entlasten und die Schadstoffrückhaltung deutlich verbessern. Das ist ein großer Zugewinn für den natürlichen Wasserkreislauf.“
Traditionell sorgt die bewachsene Bodenzone in Versickerungsmulden für die Rückhaltung von Feststoffen und Schadstoffen. Bei moderater Belastung erfüllt sie diese Aufgabe zuverlässig, wie auch die Anforderungen der DWA-A 138-1, dem hier greifenden Regelwerk der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), belegen. Doch bei stärker belasteten Abflüssen reicht das allein häufig nicht aus. So zeigte eine über 13 Jahre betriebene Versickerungsmulde mit herkömmlichem Muldenboden mit einem Ton- und Schluffanteil von 30 Prozent (Korngrößen unter 0,002 mm und bis zu 0,063 mm) Schwachstellen. Die Analyse bewies, dass Zink sich trotz der rein bodenbedingten Filterfunktion bis in Tiefen von 60 Zentimetern verlagert hatte.
Doch dann der Umschwung. Nach einer Sanierung mit technischem Filtersand im Zulaufbereich konnte eine erneute Untersuchung drei Jahre später einen deutlich veränderten Schadstoffgradienten feststellen: Über 99 Prozent des Zinks waren nun in den oberen 20 Zentimetern gebunden, von dort erfolgte kaum noch eine Tiefenverlagerung. Die Wurzelzone des Grasbewuchses reichte bis 60 Zentimeter, dennoch zeigte der technische Filtersand hier keine hydraulischen Kurzschlüsse. Das schadstoffbelastete Wasser sickert gleichmäßig durch den Filterkörper und wird oberflächennah gereinigt.
Wie kommt die Erfolgsbilanz des technischen Filtersands zustande?
Seine Eigenschaften machen den Filtersand stark: Er zeichnet sich durch eine gleichmäßige, feinporige Beschaffenheit mit geringem Ton- und Schluffanteil sowie hohem Calciumcarbonatgehalt aus. Diese Eigenschaften verhindern bevorzugte Fließwege und unterstützen die Bindung von gelösten Schwermetallen. Darüber hinaus ermöglichen sie eine kontinuierliche, homogene Durchströmung der Mulde. Die passende Kombination aus Bodensubstrat und Muldengeometrie ist für eine effektive Schadstoffrückhaltung entscheidend.
Doch der technische Filtersand kann noch mehr. So fördert er etwa die Oberflächenfiltration und löst durch Luftzutritte zwischen den Regenereignissen und wechselnden Feuchtigkeits- und Sauerstoffverhältnissen biologische Reinigungsprozesse im Filtermaterial aus. Die Filterleistung bleibt konsequent hoch, und die Sedimentschicht lässt sich bei Bedarf gezielt entfernen, ohne den gesamten Filterkörper ersetzen zu müssen.
Joos betont: „Unser Praxisbeispiel und die wissenschaftlichen Erkenntnisse unterstreichen, dass nur eine ganzheitliche Planung und optimale Abstimmung aller Einflussfaktoren – von Stoffbelastung über Bodenqualität bis Geometrie und Nutzung – langfristig eine schadstoffarme und funktionierende Regenwasserbewirtschaftung sichert. Fazit: Technischer Filtersand ergänzt die bewachsene Bodenzone wirkungsvoll und bietet in Kombination neue Lösungen im urbanen Regenwassermanagement.“
Mehr Informationen unter https://www.hauraton.com/de/produkte/regenwasserversickerung/#Löungen-zur-Versickerung
Ganzheitliches Regenwassermanagement, leistungsstark von der Planung bis zur Ausführung
Hauraton bietet Systeme, die Regenwasser ableiten, reinigen, zurückhalten und gezielt versickern – besonders wichtig in Zeiten von Klimaveränderung und Starkregen. Lösungen von Hauraton lassen Niederschlag selbst in urbanen Räumen mit versiegelten Flächen sauber in den Boden gelangen.
Systeme für Flächen und Fassaden ermöglichen das Ableiten von Niederschlag. Darüber hinaus gibt es Produkte zur Regenwasserbehandlung und Versickerung sowie dezentrale Anlagen wie das Drainfix Clean Filterrinnensystem oder das technische Filtersubstrat Carbotec. Damit wird Grundwasser vor Mikroplastik, Schwermetallen etc. geschützt. Rigolen sorgen für das Versickern sauberen Wassers. Außerdem stellt Hauraton Rinnensysteme bereit, die Wassermengen zurückhalten und nach und nach abgeben können.
Ressourcenschonende, langlebige Produkte haben in Forschung, Entwicklung und Herstellung des Unternehmens Priorität. So wurde Faserfix Beton mit Hilfe von Basaltfasern noch leistungsfähiger gemacht. Bei Rinnen aus Recyfix Kunststoff setzt man auf Material aus dem Kunststoffrecycling. Hochstabil, widerstandsfähig, sicher und nachhaltig – das Qualitätsniveau, das Systeme von Hauraton seit fast 70 Jahren rund um den Globus erfüllen.
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