Trotz Unsicherheit um EEG 2027: Ylektra startet Bau von Agri-PV Anlage auf etwa 6 Hektar in Soest

Die 5,1-MWp-Anlage wird außerhalb der EEG-Förderung realisiert. Möglich wird das Projekt durch besondere lokale Voraussetzungen und die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Soest. Ylektra sieht darin jedoch kein Argument gegen einen verlässlichen regulatorischen Rahmen – im Gegenteil: Langfristige Investitionen in die Energieinfrastruktur benötigen Planungssicherheit. Andernfalls droht eine zunehmende Investitionszurückhaltung beim weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Köln/Soest, 08.10.2026 – Während die Branche über die künftigen Rahmenbedingungen für Photovoltaik im EEG 2027 diskutiert, hat Ylektra in Soest mit dem Bau einer Agri-PV-Anlage mit rund 5,1 MWp begonnen. Das Projekt wird außerhalb der EEG-Förderung realisiert.

Bauherr ist der Soester Landwirt Markus Schlotmann. Ylektra übernahm in diesem Projekt die Projektierungsfunktion und ist gegenwärtig als Generalunternehmer (EPC) für die schlüsselfertige Errichtung zuständig. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant. Mehr als 90 Prozent der Fläche bleiben landwirtschaftlich nutzbar.

Dass das Projekt trotz der gegenwärtigen regulatorischen Unsicherheiten umgesetzt werden kann, liegt an seinen besonderen Rahmenbedingungen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Soest zur Abnahme des Stroms. Zudem nutzt das Projekt die Infrastruktur des Netzanschlusses gemeinsam mit einem benachbarten Windpark.

„Einzelne Projekte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt Planungssicherheit braucht“

Für Ylektra zeigt das Projekt einerseits, dass neue Geschäftsmodelle Photovoltaikprojekte auch außerhalb der klassischen EEG-Förderung ermöglichen können. Das Unternehmen warnt jedoch davor, daraus falsche Schlussfolgerungen für den Gesamtmarkt zu ziehen.

„Wir zeigen in Soest, dass Agri-PV unter den richtigen Voraussetzungen auch außerhalb der EEG-Förderung realisiert werden kann. Das bedeutet aber nicht, dass die Branche ohne einen klaren und verlässlichen regulatorischen Rahmen auskommt. Investitionen in Energieinfrastruktur sind langfristiger Natur. Wer heute investiert, muss die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen über viele Jahre einschätzen können“, sagt Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Ylektra GmbH.

Die gegenwärtige Diskussion um die zukünftige Ausgestaltung des EEG sei deshalb von erheblicher Bedeutung für die Investitionsbereitschaft. „Wenn Investoren nicht einschätzen können, unter welchen Bedingungen Projekte künftig betrieben und refinanziert werden können, werden sie anstehende Projektentwicklungen und Investitionsentscheidungen verschieben oder ganz darauf verzichten. „Bei den enormen Investitionen, die für die Energiewende noch erforderlich sind, wäre eine solche Zurückhaltung gefährlich“, so Peters. „Innovative Geschäftsmodelle können einen verlässlichen regulatorischen Rahmen ergänzen – aber nicht ersetzen.“

Agri-PV statt Flächenkonkurrenz

Neben dem Vermarktungsmodell ist die Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Fläche ein zentraler Bestandteil des Projekts. Die Anlage wird als Agri-PV der Kategorie 2 nach DIN SPEC 91434 errichtet. Mehr als 90 Prozent der Fläche können weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, die versiegelte Fläche liegt unter einem Prozent.

Zum Einsatz kommen einachsige Tracker in 2P-Konfiguration. Zwei übereinander angeordnete Module folgen im Tagesverlauf dem Sonnenstand. Das verändert das Erzeugungsprofil gegenüber einer starren Südausrichtung und führt gleichzeitig dazu, dass der Schatten über die landwirtschaftliche Fläche wandert, statt dauerhaft auf denselben Bereichen zu liegen.

„Agri-PV löst das Problem der Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Solarstromerzeugung. Deshalb habe ich mich bewusst für eine Agri-PV-Anlage entschieden“, sagt Markus Schlotmann, Landwirt und Bauherr.

Kooperation ermöglicht neue Infrastruktur

Eine weitere Besonderheit des Projekts ist die Einbindung in eine gemeinsame Energieinfrastruktur vor Ort. Die Agri-PV-Anlage und der benachbarte Windpark verfügen jeweils über eigene Einspeiseleistungen, nutzen jedoch die Infrastruktur des Netzanschlusses gemeinsam, insbesondere die Kabeltrasse und die Netzübergabe.

Damit zeigt das Projekt auch, welches Potenzial in der Kooperation zwischen bestehenden und neuen Erzeugungsanlagen liegt. Statt Infrastruktur parallel aufzubauen, können vorhandene Strukturen dort gemeinsam genutzt werden, wo dies technisch und regulatorisch möglich ist.

Ylektra verantwortet die Entwicklung und schlüsselfertige Errichtung des Projekts – von der Genehmigung und Netzanschlussplanung über Beschaffung und Bau bis zur Inbetriebnahme Mitte 2027.

Schreibe einen Kommentar