Das Technische Hilfswerk (THW) und die WEMAG Netz GmbH (WNG) haben am Sonnabend, den 10. Oktober, eine weitere gemeinsame Übung im Netzgebiet absolviert. Als Ort für die Übung wurde dieses Mal Mühlengeez bei Güstrow im Landkreis Rostock ausgewählt. Dafür kam das THW mit 12 Fachkräften aus den Ortsverbänden Rostock, Schwerin, Wismar, Gadebusch und Ludwigslust. Sie rückten mit drei Stromerzeugern an, die über eine Gesamtleistung von 400 Kilovoltampere (kVA) verfügen.
Aus der Netzregion Nord beteiligten sich 7 Mitarbeiter der WNG. Sie brachten ein 125-kVA-Notstromaggregat sowie ihre Spezialwerkzeuge und Schutzausrüstungen mit.
Vor Ort wurden zwei Übungsbereiche eingerichtet. Beim ersten wurde der sogenannte Stationsbetrieb geübt, bei dem Netzersatzanlagen des THW und der WEMAG im laufenden Betrieb an eine Ortsnetzstation angeschlossen werden und deren Funktion unterbrechungsfrei durch Synchronisieren übernehmen. Der zweite Übungsbereich hatte die Betriebsart Kalte Redundanz zum Thema, bei der Stromerzeuger selbstständig das Netz überwachen. Im Störungsfall starten sie automatisch, schalten zu und übernehmen die Netzersatzversorgung, bis die öffentliche Stromversorgung wieder hergestellt ist.
„Zusammen mit den Servicetechnikern der WNG haben wir zum Beispiel Bedien- und Schalthandlungen durchgesprochen, die technische Kompatibilität der Anschlüsse sowie die Fähigkeit getestet, erforderliche Anpassungsarbeiten schnell durchführen zu können“, erklärte Jan Morgenstern, Gruppenführer der THW-Fachgruppe Elektroversorgung aus Wismar. Für diese Tätigkeiten sei neben der Ausrüstung eine fundierte Ausbildung und fachliche Routine erforderlich. „Deshalb bin ich der WEMAG Netz GmbH sehr dankbar dafür, dass wir hier die Möglichkeit erhalten, das vorhandene Wissen aufzufrischen und weitere THW-Fachkräfte zu schulen“, so Morgenstern.
Eingebunden in den Übungsbetrieb wurde außerdem simuliert, wie Kabelmontagearbeiten, zum Beispiel für den Anschluss einer Netzersatzanlage, unter sehr schlechten Wetterbedingungen durchgeführt werden können.
„Der regelmäßige fachliche Austausch mit den Fachkräften des THW stärkt das Vertrauen untereinander. Außerdem kennen wir im Einsatzfall die Ansprechpartner und die technischen Möglichkeiten unserer Partner“, sagte Jens Hohensee, Leiter der WNG-Netzregion Nord.
„Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit geschieht nicht im Alleingang. Mit starken Partnern wie dem THW sind wir in der Lage, unvorhergesehenen Herausforderungen souverän zu begegnen. Das erfordert einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch der Fachleute, bei dem auch alle Abläufe für eine sichere Stromversorgung praktisch trainiert werden“, erklärte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG, der gemeinsam mit WNG-Geschäftsführer Tim Stieger und Julian Bade, Abteilungsleiter Netzregionen, diese Übung aufmerksam begleitete.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der WEMAG Netz GmbH und dem THW begann bereits kurz nach der Elbeflut 2013. Ein Jahr später erfolgte die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages. Diese Kooperation wurde 2024 durch die damalige Bundesinnenministerin mit der Goldenen Hand ausgezeichnet.
Über das THW
Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums. Zum gesetzlichen Auftrag des THW gehört die technische Unterstützung im Bevölkerungsschutz (Zivil- und Katastrophenschutz), im Ausland im Auftrag der Bundesregierung und in der örtlichen Gefahrenabwehr.
Das THW organisiert insgesamt etwa 88.000 Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, davon mehr als 15.500 Frauen, bundesweit in 669 Ortsverbänden. In vielfältigen Einsätzen und Übungen engagieren sich die THW-Kräfte in ihrer Freizeit für den Zivil- und Bevölkerungsschutz. Dabei unterstützen sie ca. 2.200 Hauptamtliche sowie mehrere Hundert Bundesfreiwillige in 66 Regionalstellen, acht Landesverbänden, der THW-Leitung in Bonn und den THW-Ausbildungszentren Hoya, Neuhausen und Brandenburg an der Havel.
Im Regionalstellenbereich Schwerin sind THW-Ortsverbände in den Städten Schwerin, Rostock, Wismar, Bad Doberan, Gadebusch, Ludwigslust, Güstrow und Parchim organisiert. Für Infrastruktur-Aufgaben vereint das THW Fachkräfte mit entsprechendem beruflichem Hintergrund und bildet diese für Zivil- und Katastrophenschutzzwecke an der organisationseigenen Technik aus.
Die WEMAG Netz GmbH mit Sitz in Schwerin betreibt Stromverteilnetze in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen Brandenburgs und Niedersachsens. Das Netzgebiet umfasst eine Fläche von rund 8.695 Quadratkilometern. Das Unternehmen ist für den Betrieb und die Instandhaltung von rund 16.500 Kilometern Stromleitungen verantwortlich.
Zu den Aufgaben der WEMAG Netz GmbH gehören der sichere Betrieb des Stromnetzes, der Netzanschluss von Kunden und Erzeugungsanlagen sowie die Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur.
Die WEMAG Netz GmbH ist eine Tochtergesellschaft der WEMAG AG, die sich seit Januar 2010 mehrheitlich im Eigentum von Kommunen ihres Versorgungsgebietes befindet. Weitere Informationen unter www.wemag-netz.de
