SKZ erweitert Kompetenz im Bereich Umweltdeklarationen mit neuer Projektgruppe

Das Kunststoff-Zentrum SKZ baut sein Engagement im Bereich Nachhaltigkeit weiter aus und reagiert damit auf die steigenden regulatorischen Anforderungen in der Baubranche. Im Zuge dessen hat das SKZ eine neue Projektgruppe „Umweltdeklarationen“ gegründet und richtet sein Geschäftsfeld gezielt auf die künftige Rolle als notifizierte Validierungsstelle aus.

Seit einigen Jahren unterstützt das SKZ bereits Unternehmen bei der Bewertung von Bau- und Kunststoffprodukten über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Grundlage hierfür bilden verschiedene Normen und Standards wie EN 15804 sowie DIN EN ISO 14040/44. Insbesondere für Kunststoffprodukte verfügt das SKZ über umfassende Erfahrung in der Ermittlung normkonformer Umweltkennzahlen.

Neue Anforderungen durch EU-Bauproduktenverordnung

Mit der seit dem 8. Januar 2026 in Kraft getretenen EU-Bauproduktenverordnung (BauPVO) steigen die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsbewertung von Bauprodukten deutlich. Künftig sind verbindliche Umwelt- und Nachhaltigkeitsangaben in Leistungs- und Konformitätserklärungen (DoCP – Declaration of Conformity of Performance) erforderlich. Für einzelne Produkte greifen diese Anforderungen, sobald die jeweiligen Produktnormen oder European Assessment Documents (EAD) harmonisiert sind – ein Prozess, der derzeit auf europäischer Ebene vorangetrieben wird.

Neue Anforderungen für Hersteller bei Umweltkennzahlen

Eine zentrale Neuerung: Hersteller müssen ihre Umweltkennzahlen künftig durch unabhängige, notifizierte Validierungsstellen bestätigen lassen (Bewertungssystem AVS 3+). Vor diesem Hintergrund hat das SKZ entschieden, sein Geschäftsfeld gezielt zu erweitern und eine Akkreditierung als Validierungsstelle für Umweltinformationen anzustreben. Ziel ist die Benennung als notifizierte Validierungsstelle gemäß der neuen Bauproduktenverordnung.

Neue Projektgruppe bündelt Kompetenzen

Zur Umsetzung des Vorhabens hat das SKZ die neue Projektgruppe „Umweltdeklarationen“ unter der Leitung von Johannes Schwaiger gegründet. Die Gruppe bündelt bestehende Kompetenzen und schafft die organisatorischen Voraussetzungen für die zukünftige Validierungstätigkeit.

„Mit der geplanten Akkreditierung möchten wir unsere Expertise gezielt erweitern und der Industrie künftig eine unabhängige und verlässliche Prüfung von Umweltinformationen anbieten“, erklärt Johannes Schwaiger, Gruppenleiter Umweltdeklarationen am SKZ.

Schwaiger bringt umfassende fachliche Erfahrung in seine neue Rolle ein: Er studierte Funktionswerkstoffe an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und war anschließend sechs Jahre in der Materialentwicklung bei der Fraunhofer-Gesellschaft tätig. Seit über vier Jahren arbeitet er am SKZ im Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft und führt dort Ökobilanzstudien für Industrie und Forschungsprojekte durch, mit besonderem Fokus auf die Erstellung von EPDs.

Das SKZ ist ein Klimaschutzunternehmen und Mitglied der Zuse-Gemeinschaft. Diese ist ein Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.

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