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Protest vor dem Reichstag gegen CO2-Verpressung / Greenpeace-Aktivisten fordern klares Nein zur Risikotechnologie CCS





Mehr als 50 Greenpeace-Aktivisten haben heute
morgen auf der Wiese vor dem Berliner Reichstag ein dreißig mal
fünfzehn Meter großes X-Symbol gebildet. „Kein Endlager ist sicher“
steht auf einem Banner. Das X-Symbol gilt als Zeichen des Widerstands
gegen Atom- und CO2-Endlager in Deutschland. Anlässlich der heutigen
Bundestagsdebatte über den CCS-Gesetzentwurf der Bundesregierung
fordert Greenpeace die Parlamentarier auf, CO2-Endlager in
Deutschland abzulehnen. Die europäische CCS-Richtlinie ermöglicht den
Mitgliedsstaaten, eine CO2-Endlagerung auf ihrem Gebiet komplett
auszuschließen.

„CO2-Endlager sind tickende Zeitbomben. Im Schatten der
Atomdebatte versucht die Bundesregierung, klammheimlich ein Gesetz
für die Risikotechnologie CCS durchzupeitschen“, sagt Anike Peters,
Greenpeace-Energieexpertin. „Die CO2-Verpressung wird auch durch den
Atomausstieg nicht legitimiert. Eine wirkliche Lösung für unsere
energiepolitischen Probleme kann nur in der Vermeidung von Atommüll
und klimaschädlichem CO2 liegen – durch den Ausbau der Erneuerbaren
Energien.“

Gefahren der CO2-Lagerung unkalkulierbar

Die CO2-Endlagerung birgt eine Vielzahl von Risiken. So warnt die
norddeutsche Wasserwirtschaft vor einer möglichen Versalzung des
Grundwassers: Beim Einlagern von CO2 im Untergrund kann in den
Lagerschichten vorhandenes Salzwasser aus den Gesteinsporen verdrängt
werden, über Risse aufsteigen und das Grundwasser versalzen. Durch
CO2-Endlager unter dem Meer könnten auch die Küstenländer
Schleswig-Holstein und Niedersachsen betroffen sein, obwohl sie die
CCS-Technologie auf ihrem Gebiet ablehnen. Sogar das Klima ist vor
dem verpressten CO2 nicht sicher: Bislang konnte nicht nachgewiesen
werden, dass das CO2 sicher gelagert wird und nicht durch Risse im
Gestein langfristig wieder an die Oberfläche kommen kann. Auch wäre
CCS erst 2030 großflächig einsetzbar – für den Klimaschutz viel zu
spät.

Die deutsche Versicherungswirtschaft stuft die CCS-Technologie als
nicht versicherbar ein. Dies geht aus einem Papier des
Bundesumweltministeriums hervor. „CO2 im Untergrund ist nicht
beherrschbar. Wer als gewählter Politiker seine Verantwortung für das
Volk ernst nimmt, muss CO2-Endlager in Deutschland ausschließen“,
sagt Peters. „Während nur Energieunternehmen wie Vattenfall von der
CO2-Endlagerung profitieren, werden die unbeherrschbaren Risiken auf
die Gesellschaft abgewälzt.“

Nach dem Super-GAU von Fukushima müssten nach Auffassung von
Greenpeace alle deutschen AKW sofort abgeschaltet werden. Greenpeace
hat mit dem Energiekonzept „Der Plan“ aufgezeigt, wie Deutschland bis
spätestens 2015 endgültig aus der Atomkraft aussteigen kann. Dieser
Zeitplan ist ein absolutes Zugeständnis, um eine Übergangsfrist zu
gewährleisten. Parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2040
muss Deutschland aus der klimaschädlichen Kohle aussteigen. Die
CCS-Technologie wird hierbei nicht benötigt. Im Jahr 2050 könnte die
Stromerzeugung so zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bestehen.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Energieexpertin
Anike Peters, Tel. 0171-8780 839 oder Pressesprecherin Carolin
Wahnbaeck, Tel. 0176-1818 8101. Fotos erhalten Sie unter 040-30618
-377; Filmmaterial auch als Download vom FTP-Server unter: 0172-3243
719. Mehr Informationen: www.greenpeace.de

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=404249

Erstellt von an 12. Mai 2011. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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