Das neue Kurzpapier des VDI ZRE beleuchtet den Status quo des Metallrecyclings in Deutschland und nimmt die Potenziale und Hürden, die sich daraus besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ergeben, in den Blick. Für KMU liefert das Kurzpapier praxisnahe Handlungsempfehlungen und sendet wertvolle Impulse in Richtung Politik.
Die Transformation der deutschen Wirtschaft hin zu mehr Zirkularität verlangt nach geschlossenen Materialkreisläufen. Das gilt auch für die deutsche Metallindustrie. Denn auch wenn Deutschland bereits eine Metallrecyclingquote von 32 Prozent erreicht, bietet die Branche zahlreiche nicht ausgeschöpfte Potenziale, um Zirkularität noch stärker in der Metallindustrie umzusetzen.
Das neue Kurzpapier des VDI ZRE „Abfallwirtschaft und Recycling in der Metallindustrie“ setzt den Fokus nicht nur auf das Recycling von Massenmetallen wie Aluminium, Kupfer, Eisen oder Stahl. Es betrachtet darüber hinaus Technologiemetalle für Zukunftstechnologien wie Photovoltaik oder Elektromobilität und zeigt, wie Sekundärrohstoffe Emissionen senken, Importe reduzieren und die Resilienz von Wertschöpfungsketten stärken können.
Geschlossene Stoffkreisläufe erhöhen Resilienz und reduzieren Importabhängigkeiten
Die sortenreine Erfassung, effiziente Sortierung und der Einsatz geeigneter metallurgischer Verfahren bieten gemäß dem Kurzpapier bereits heute die Möglichkeit, Produktionsreste und End?of?Life?Produkte zu qualitätsgesicherten Sekundärmetallen aufzubereiten. Das gilt besonders für Massen-, aber auch für Technologiemetalle. Dieses Vorgehen bringt zahlreiche Vorteile für die Wirtschaft in Deutschland insgesamt: die Abhängigkeit von volatilen Primärrohstoffimporten verringert sich, die Wertschöpfung wird am Wirtschaftsstandort Deutschland gehalten und Lieferketten langfristig stabilisiert – insbesondere bei Schlüsselmetallen für Batterien, Permanentmagnete und Photovoltaik.
Handlungsempfehlungen für KMU und Impulse für die Politik
Für KMU zeigt das Kurzpapier konkrete Handlungsempfehlungen auf. So sind beispielsweise Produkte und Beschaffung perspektivisch auf Recyclingfähigkeit und definierte Sekundärmetallanteile hin auszurichten. Eine sortenreine Erfassung und die Reduktion von Störstoffen können über verbesserte interne Logistik, präzise Materialspezifikationen und verbindliche Vereinbarungen entlang der Lieferkette gesichert werden. Ergänzend stellen der Ausbau von eingesetzter Sensorik und Qualitätsprüfungen – etwa Legierungsanalysen – sowie eine durchgängige Materialrückverfolgung geeignete Stellschrauben dar.
Politisch braucht es wiederum verlässliche Leitplanken: Hierzu zählen beispielsweise verbindliche, materialbezogene Qualitäts? und Rezyklatstandards. Investitionshilfen für energieeffiziente Sortier? und Recyclingtechnologien, die Förderung von Pilot? und Skalierungsprojekten und beschleunigte Genehmigungen, um den Infrastrukturausbau voranzutreiben.
Das Kurzpapier „Abfallwirtschaft und Recycling in der Metallindustrie“ des VDI ZRE wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erstellt und ist kostenfrei downloadbar.
Das VDI ZRE ist als das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz zentrale Anlaufstelle für betriebliche Ressourceneffizienz und Kreislaufführung in Deutschland. Es bereitet Wissen zu Umwelttechnologien sowie zu material- und energieeffizienten Prozessen allgemeinverständlich auf. Das Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaftsweise und Maßnahmen zur Ressourceneffizienz-steigerung zu unterstützen. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) entwickelten Instrumente zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen und zur Unterstützung von zirkulärem Wirtschaften sind auf www.ressource-deutschland.de kostenlos verfügbar.
