– Initiative „Mehrweg ist Klimaschutz“ informiert in mehr als 5.000 Betrieben des Getränkehandels über Klimaschutzpotenzial von Mehrwegflaschen
– Bei Mitmach-Aktion können 10 Haushalte für ein Jahr Freigetränke in Mehrwegflaschen im Wert von jeweils 1.000 Euro gewinnen
– Mehrweg-Allianz fordert von Umweltminister Carsten Schneider verbindliche finanzielle Förderung für den Auf- und Ausbau nötiger Mehrweginfrastruktur
Die „Mehrweg-Allianz“ aus Umwelt- und Branchenverbänden startet unter dem Motto „Mehrweg ist Klimaschutz“ eine groß angelegte Aktion, um klimafreundliche Mehrwegflaschen im Handel sowie bei den Menschen zu Hause voranzubringen. Ab sofort können 10 Haushalte jeweils ein Jahr lang Freigetränke in Mehrwegflaschen im Wert von jeweils 1.000 Euro gewinnen und erleben, wie einfach es ist, mit Mehrweg das Klima zu schützen.
Gleichzeitig fordert die Mehrweg-Allianz die Bundesregierung auf, Mehrweg im derzeit in der Abstimmung befindlichen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz konsequent finanziell zu fördern.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Wir brauchen dringend zusätzliche Mehrwegimpulse, um das Vermeidungsziel für Verpackungsabfälle von 15 Prozent bis 2040 zu erreichen.Der jetzige Entwurf des Verpackungsgesetzes greift viel zu kurz. Einweg-Hersteller sollen lediglich einen Mindestanteil ihres Budgets nach eigenem Ermessen für Maßnahmen zur Mehrwegförderung zur Verfügung stellen. Es braucht einen verbindlichen Beitrag zur Mehrwegförderung von fünf Euro pro Tonne Einweg-Verpackungen. Am effektivsten wäre jedoch eine Abgabe auf Einweg-Plastikflaschen und Dosen von mindestens 20 Cent. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestags auf, sich bei der anstehen Abstimmung des Verpackungsgesetzes für eine Nachbesserung einzusetzen.“
Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg: „Im Entwurf des Verpackungsgesetzes wird noch immer eine Mehrwegquote für Getränke von 70 Prozent vorgegeben. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Umweltminister Schneider Mehrweg aktiv fördern.Würden alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrwegflaschen abgefüllt, ließen sich pro Jahr bis zu 1,4 Millionen Tonnen CO2 und mehr als 350.000 Tonnen Plastik einsparen.“
Henriette Schneider, Geschäftsführerin Pro Mehrweg: „Mehrweg ist der Schlüssel für Klimaschutz, Innovation und Arbeitsplätze in der Getränkebranche. Doch aktuelle Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen: Die Mehrwegquote stagniert bei rund 43 Prozent. Während in Frankreich jährlich ein von der Einweg-Industrie zu zahlendes verbindliches Budget in zweistelliger Millionenhöhe zum Ausbau ressourcenschonender Mehrwegsysteme investiert wird, sollen Einweg-Akteure in Deutschland die Höhe ihres Beitrags zur Mehrwegförderung selbst festlegen.Ein verpflichtender, ausschließlich von Einweg-Akteuren finanzierter und zentral verwalteter Förderfonds für Mehrweg wäre der richtige Weg.“
Dirk Reinsberg, Vorstand Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels: „Mehrweg spielt nicht nur eine wichtige beim Klimaschutz, sondern auch für die Wirtschaft. Mit dem Mehrwegsystem sind bundesweit rund 145.000 Arbeitsplätze auch in strukturschwachen und ländlichen Gebieten verbunden. Hinzu kommt, das Mehrweg in Zeiten zunehmender Unwägbarkeiten und globaler Krisen Abhängigkeiten gegenüber Dritten verringert und die Wertschöpfung vor Ort stärkt. Deshalb ist eine wirksame Mehrwegförderung angebrachter denn je. Keinesfalls sollten Mehrwegbetriebe durch die Umsetzung der neuen EU-Verpackungsverordnung durch unnötige Melde- und Berichtspflichten zusätzlich belastet werden.“
Roland Demleitner, Geschäftsführer Private Brauereien Deutschland: „Mit rund 6 Milliarden Stück pro Jahr gehen inzwischen fast so viele Getränkedosen wie vor der Einführung der Einweg-Pfandpflicht über die Ladentheken. Insbesondere im Biersegment geht das Wachstum der Dose zu Lasten von Mehrwegflaschen. Diese Entwicklung ist problematisch, da Aluminiumdosen noch immer als umwelt- und klimaschädlich einzustufen sind. Diese Umweltauswirkungen sollten sich auch im Produktpreis widerspiegeln und durch eine Einweg-Abgabe umgesetzt werden.“
Andreas Vogel, Vorstand Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels: „Durch unsere Initiative ‚Mehrweg ist Klimaschutz‘ leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile umweltfreundlicher Mehrwegflaschen. Doch noch wichtiger sind leicht verständliche Informationen zur eindeutigen Unterscheidung von Einweg und Mehrweg auf den Getränkeverpackungen. Umweltminister Schneider sollte dies unverzüglich umsetzen.“
Die „Mehrweg-Allianz“ setzt sich zusammen aus der DUH, der Stiftung Initiative Mehrweg, dem Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, dem Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels, dem Verband Private Brauereien Deutschland und dem Verband Pro Mehrweg.
Links:
– Zur Teilnahme am Mehrweg-Gewinnspiel: www.duh.de/mitmachen/mehrweg-gewinnspiel/
– Frei verwendbare Vorlagen für Flyer und Poster der Initiative „Mehrweg ist Klimaschutz“ finden Sie unter: www.duh.de/informieren/ressourcen-und-abfall/mehrweg-klimaschutz/materialien/
– Verbändepositionen zur Mehrwegförderung im Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz finden Sie am Ende dieser Seite: https://l.duh.de/p260512
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin DUH
0170 7686923, metz@duh.de
Dr. Jens Oldenburg, Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg
0172 1757311, j.oldenburg@stiftung-mehrweg.de
Dirk Reinsberg, Geschäftsführender Vorstand Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels
0211 683938, reinsberg@bv-gfgh.de
Henriette Schneider, Geschäftsführerin PRO MEHRWEG – Verband zur Förderung von Mehrwegverpackungen
0152 34680624, schneider@promehrweg.de
Roland Demleitner, Geschäftsführer Private Brauereien Deutschland e.V.
0171 5311444, info@private-brauereien-deutschland.de
Andreas Vogel, Vorstand des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels
0171 8611011, vogel@getraenke-einzelhandel.de
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