Gemeinsame Erklärung der Bischofskonferenzen aus den G7-Ländern

Vom 15. bis 17. Juni 2026 findet im französischen Évian-les-Bains der diesjährige G7-Gipfel der führenden demokratischen Industrienationen statt. Aus diesem Anlass wenden sich erstmals die Katholischen Bischofskonferenzen aus den beteiligten Ländern heute (12. Juni 2026) mit einer gemeinsamen Erklärung an die Staats- und Regierungschefs der G7. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen von Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA rufen vor dem Hintergrund der weltweiten Krisen dazu auf, Brücken zu bauen „für Frieden, Gerechtigkeit und die Menschenwürde“.

Die Bischöfe sehen die Regierungen der G7-Staaten in einer besonderen Verantwortung für das Wohlergehen der globalen Gemeinschaft. Ihre Entscheidungen hätten direkte Auswirkungen auf die weltweite Bevölkerung, auf die internationale Stabilität sowie auf die Zukunft der jüngeren Generationen. Dabei stellen die Vorsitzenden zu Beginn ihrer Erklärung klar, „dass die Würde eines jeden Menschen die Grundlage jedweder politischen und ökonomischen Führung bleiben muss“.

Zentrale Forderungen an die Staats- und Regierungschefs der G7 sind die Stärkung des Multilateralismus und des Völkerrechts, eine Entwicklungspolitik, die auf internationaler Solidarität und gleichberechtigten Partnerschaften mit den Ländern des Globalen Südens aufbaut, internationale Regeln für künstliche Intelligenz (insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen) sowie die Übernahme von Verantwortung beim Schutz der Schöpfung und bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Diese Forderungen verbinden die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen mit der Bereitschaft, die weltumspannende Kirche in den Dienst der internationalen Gemeinschaft zu stellen: „Durch ihre Präsenz vor Ort, ihren humanitären Einsatz und ihre Fähigkeit, Brücken zwischen Völkern zu bauen, bleibt die katholische Kirche ein glaubwürdiger Partner für Frieden und Dialog.“

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer: „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir als kirchliche Vertreter aus den G7-Staaten erstmals eine solche Erklärung veröffentlichen. Sie knüpft an den Appell ‚Christinnen und Christen für Europa – Die Kraft der Hoffnung‘ an, den die Vorsitzenden der Italienischen, Französischen, Polnischen und Deutschen Bischofskonferenz am 13. Februar 2026 veröffentlicht haben. Uns allen ist es mit dem heutigen Text ein Anliegen, die Kirche zu Gehör zu bringen. Denn wir wollen unseren Beitrag zum Erhalt der Zivilgesellschaft leisten und – ganz im Sinne von Papst Leo XIV. – zu aktuellen politischen Fragen Stellung beziehen. Die Friedensethik der Kirche kann ein Schlüssel sein, um die politisch Verantwortlichen der G7-Staaten an die Fundamente der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Versöhnung zu erinnern. Wir brauchen eine weltweite humanitäre Wende, die wieder den Menschen in den Fokus allen Handelns stellt.“

Hinweis:

Die gemeinsame Erklärung der Bischofskonferenzen aus den G7-Ländern ist auf www.dbk.de zu finden.

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