Unnötige Daten löschen, Energieverbrauch und CO2-Emissionen senken: Mit dem Digital Cleanup Day gelangt am 21. März ins Bewusstsein, was im hektischen Alltag oft unbemerkt bleibt. Anlässlich des Aktionstags erklärt der Blaue Engel, wie das Umweltzeichen in Sachen Green IT Orientierung gibt – und liefert Tipps für den digitalen Frühjahrsputz.
Unsichtbar sind sie nur vordergründig: Datenpakete. In Sekundenschnelle werden sie zwischen Rechenzentren weltweit ausgetauscht und treiben Warenströme sowie Wissensarbeit voran. Auch archivierte – manchmal längst vergessene Daten – verbrauchen Energie. Trotz der Relevanz im privaten und beruflichen Alltag: Den Energiebedarf digitaler Datenablage und ineffizienter Software haben die meisten Nutzenden viel zu selten auf dem sprichwörtlichen Schirm. Der Blaue Engel weist hierauf anlässlich des diesjährigen Digital Cleanup Day hin und empfiehlt einen Frühjahrsputz für die Festplatte.
Anna Zagorski, Green IT-Expertin im Umweltbundesamt (UBA), sagt dazu: „Datenhygiene, manchmal auch das bewusste Klicken des „Löschen“-Buttons, wird immer noch mit Verzicht gleichgesetzt. Tatsächlich hilft uns eine schlanke Festplatte nicht nur beim Ordnung halten. Alle profitieren – die Umwelt durch weniger Energieverbrauch und die Anwender durch einen klaren Blick auf die eigene digitale Identität. Und beim Blick auf die hierfür passenden Produkte hilft der Blaue Engel.“
Green IT: Der Blaue Engel gibt Orientierung
Zuverlässige Angaben zu Umweltvorteilen digitaler Tools bietet in Deutschland das staatliche Umweltzeichen. Ob energie- und datensparsam programmierte Software (https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/software), energieeffiziente Rechenzentren, emissionsarme Drucker oder schadstoffarme Computer-Mäuse, die gut zu reparieren sind. Strenge, unabhängige Kriterien, die regelmäßig dem Stand von Wissenschaft und Forschung angepasst werden, stärken die Glaubwürdigkeit im Green IT-Sektor. Der Blaue Engel zeigt damit die Vielfalt und Breite seiner Zertifizierungen. Längst reicht die Vergabe des 1978 etablierten Umweltzeichens weit über Papier und Schreibwaren, Reinigungsmittel und Bau-Produkte hinaus.
Mit Blick auf die Vielfalt von Blauer Engel-Zertifizierungen betont Anna Zagorski: „Blicken wir auf den derzeitigen Boom Künstlicher Intelligenz, fallen schnell die enormen Rechenleistungen auf. Damit bei steigender virtueller Leistungsfähigkeit unsere Umwelt und die Verfügbarkeit von Ressourcen nicht leiden, braucht es klare Standards. Hard- und Software, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde, folgt diesen Standards. Endverbraucher und die staatliche Beschaffung haben so einen klaren Ausweis für leistungsfähige und zugleich langlebige digitale Lösungen.“
Der Blaue Engel für Grüne IT – das bedeutet nicht nur einen Vorteil für die Nutzenden: Rechenzentren weisen sich gegenüber Kundschaft und Wettbewerb als energieeffizient und ihr Angebot als klimaschonend aus. Auch Software-Entwickler*innen profitieren. Die Vergabekriterien des Blauen Engel bieten ihnen die nötige Orientierung, um mögliche Schwachstellen der Software frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
Dem „Daten-Müll“ auf der Spur: Tipps fürs Aufräumen
Der Digital Cleanup Day widmet sich seit sechs Jahren der Sensibilisierung für den individuellen ökologischen Fußabdruck im Digitalen. Wie langfristig die Auswirkungen von in Millisekunden übertragenen Daten sein können, zeigt auch dieses Jahr ein Blick auf die Zahlen. Die jährlich durch das Internet und seine unterstützenden Systeme produzierten Emissionen von 900 Millionen Tonnen CO2 steigen nach Angaben der offiziellen Website (https://www.digitalcleanupday.org/)des Digital Cleanup Day rapide weiter an.
Mit folgenden Schritten auf Smartphone, Tablet und PC können Verbraucher*innen zu Energie- und Ressourceneffizienz im Digitalen beitragen:
– Benutzerkonten prüfen: Ist der Account noch in Verwendung? Die Löschung verwaister Accounts stärkt auch die Integrität privater Daten.
– Digitalen „Müll“ entsorgen: Dateien, Programme E-Mails oder bereits andernorts gespeicherte Foto- und Videodateien (Duplikate) gelten als digitaler „Abfall“ und können gelöscht werden.
– Backups, Server und Clouddienste prüfen: Archivierte Daten vergrößern ebenfalls den digitalen ökologischen Fußabdruck – wegen des Energiebedarfs für Kühlung und Datentransfer sowie des Rohstoffbedarfs für zusätzlichen Speicher. Kontrolle von Backup-Routinen und eventuelle Löschungen können helfen.
– Den Müll vollständig entfernen: Regelmäßiges Leeren des Papierkorbs auf dem Desktop hilft ebenfalls, Speicher freizuhalten.
Für Rückfragen oder ein Interview steht Ihnen Anna Zagorski vom UBA gerne zur Verfügung.
Über den Digital Cleanup Day
Im Jahr 2020 ursprünglich unter dem Namen Cyber World Cleanup Day in Frankreich ins Leben gerufen, findet der Digital Cleanup Day seit 2021 weltweit am jeweils dritten Samstag im März statt. Die zivilgesellschaftliche Organisation Let’s do it World verbindet mit dem Aktionstag das Ziel, das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen des digitalen ökologischen Fußabdrucks zu schärfen. Der Zeitraum rund um den Aktionstag wurde in den vergangenen Jahren auch an vielen deutschen Hochschulen und weiteren Bildungseinrichtungen genutzt, um für die Gestaltung möglichst effizienter, ressourcenschonender und datensparsamer Arbeitsabläufe zu motivieren.
Informationen zum Umweltzeichen Blauer Engel
Der Blaue Engel ist seit mehr als 45 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung und bietet Orientierung beim nachhaltigen Einkauf. Unabhängig und glaubwürdig setzt er anspruchsvolle Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel garantiert, dass mit ihm ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Dabei ist bei der Beurteilung stets der gesamte Lebensweg zu betrachten. Für jede Produktgruppe werden Kriterien erarbeitet, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnete Produkte und Dienstleistungen erfüllen müssen. Um dabei die technische Entwicklung widerzuspiegeln, überprüft das Umweltbundesamt alle drei bis vier Jahre die Kriterien. Auf diese Weise werden Unternehmen gefordert, ihre Produkte immer umweltfreundlicher zu gestalten. Mehr Informationen und zertifizierte Produkte finden Sie unter: www.blauer-engel.de oder auf unseren Social-Media-Accounts bei Instagram (@blauerengel_umweltzeichen (https://www.instagram.com/blauerengel_umweltzeichen/)), Facebook (https://www.facebook.com/blauerengel) und LinkedIn (https://www.linkedin.com/company/blauer-engel-uz/).
Pressekontakt:
Redaktion
Zum goldenen Hirschen
Schlesische Str. 26
10997 Berlin
Tel: +49 30 61 00 20
E-Mail: engel@hirschen.de
Original-Content von: Blauer Engel. Das Umweltzeichen, übermittelt durch news aktuell
