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Breite politische Front fordert nach Verboten bestimmter Einweg-Plastikprodukte: Mehrwegverpackungen müssen in Europa zum Standard werden





– European Green Deal soll Mehrwegsysteme EU-weit voranbringen
– Mehrwegsysteme leisten einen entscheidenden Beitrag zur Abfallvermeidung und Erreichung der europäischen Klimaschutzziele
– Veranstalter der 8. Europäischen Reuse-Konferenz fordern verbindliche Zielquoten, finanzielle Anreize, sinnvolle Abgrenzung und transparente Kennzeichnung zur Förderung von Mehrwegverpackungen

Berlin (ots) – Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssen ehrgeizige Maßnahmen für eine konsequente Mehrwegförderung beschließen. Mehrweglösungen für Getränkeflaschen, to-go-Essensboxen, Kaffeebecher sowie für Transport- und Versandverpackungen müssen zum neuen Standard werden. Dies fordern die Veranstalter der heute stattfindenden 8. Europäischen Reuse-Konferenz, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Europäische Verband der Getränkefachgroßhändler (CEGROBB), der Verband Privater Brauereien Deutschland und Reloop (Plattform für Kreislaufwirtschaft), ebenso wie die österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler und der Grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold.

Damit Mehrwegsysteme sich europaweit etablieren können, müssen verbindliche Abfallvermeidungsziele und Wiederverwendungsquoten festgelegt, Mehrwegverpackungen finanziell bessergestellt, eine sinnvolle Abgrenzung zu Einweg vorgenommen sowie eine transparente Kennzeichnung vorgeschrieben werden. Aufgrund der am 3. Juli EU-weit in Kraft getretenen Verbote für bestimmte Einweg-Plastikprodukte wie beispielsweise Geschirr ist die Förderung umweltfreundlicher Mehrwegalternativen umso wichtiger, damit Einweg-Kunststoff nicht durch andere Einweg-Materialien ersetzt wird.

„Abfälle sollten nach der europäischen Abfallhierarchie zuallererst vermieden werden. Es ist höchste Zeit, dass die EU diesen Grundsatz auch in der Praxis umsetzt. Durch ihre häufige Wiederverwendung verringern Mehrwegverpackungen nicht nur Abfälle, sondern schonen auch Ressourcen und tragen entscheidend zur Erreichung der europäischen und nationalen Klimaschutzziele bei. Damit Mehrwegflaschen und andere wiederverwendbare Verpackungen ihren Umwelt- und Klimaschutzbeitrag leisten können, müssen sie aber auch in der Breite angeboten und genutzt werden. Hierzu braucht es Vermeidungsziele, Quoten und eine finanzielle Besserstellung im Vergleich zu Einweg. Dass sich die EU-Kommission derzeit mit solchen Maßnahmen auseinandersetzt, zeigt, dass Europa bereit für Mehrweg ist. Der Green Deal bietet eine gute Grundlage, um Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die Mehrweg unterstützen. Sie müssen jetzt aber auch kommen“, so die DUH, CEGROBB, der Verband Privater Brauereien und Reloop.

„Re-Use und Mehrweg sind echte Abfallvermeidung und stehen damit an der Spitze unserer Abfallhierarchie. Leider hat der Anteil von Mehrweg bei Getränkeverpackungen in den letzten 20 Jahren drastisch abgenommen. Hier steuern wir dagegen. Um Mehrwegverpackungen wieder zurück in den Handel und die Haushalte zu bringen, sieht unsere Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes ein Mindestangebot an Mehrweggetränken in den Regalen der Lebensmitteleinzelhändler vor. Mit dem verbindlichen Mehrwegangebot schaffen wir echte Wahlfreiheit bei nachhaltigen Verpackungen für Konsumentinnen und Konsumenten. Denn jeder und jede, die Mehrweg kaufen möchte, soll das auch tun können“, sagt die österreichische Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Leonore Gewessler.

„Die Überarbeitung der EU-Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle bietet die Möglichkeit, Mehrwegsysteme in Europa verbindlich zu machen und weiterzuentwickeln. Bislang wurde viel zu stark auf das Recycling abgestellt, anstatt Abfälle wirklich zu vermeiden und Verpackungen wiederzuverwenden. Es reicht auch nicht aus, Einweg-Plastikprodukte zu verbieten, wenn keine Mehrwegalternativen angeboten werden. Ein Wandel der linearen Verpackungswirtschaft hin zu kreislauforientierten Mehrwegsystemen kann auch zum Jobmotor werden. So arbeiten allein in Deutschland im Getränke-Mehrwegbereich 145.000 Menschen. Das Arbeitsplatzverhältnis von Mehrweg zu Einweg im Mineralwasserbereich beträgt fünf zu eins“, erklärt der Europa-Abgeordnete Sven Giegold.

Gemeinsam mit mehr als 400 hochkarätigen Gästen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft werden auf der Konferenz innovative Mehrwegansätze und Maßnahmen zu deren europaweiten Verbreitung besprochen.

Link:

Hintergrundinformationen zur 8. Europäischen Reuse-Konferenz https://www.duh.de/reuse2021/

Pressekontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin DUH
0170 7686923, metz@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft DUH
030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de

Theresa Gral, Pressesprecherin Österreichisches Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
+43 1 711 6265 8114, +43 664 965 98 96, theresa.gral@bmk.gv.at

Sven Giegold, Mitglied des Europäischen Parlaments The Greens/EFA
+32 2 28 45369, sven.giegold@europarl.europa.eu

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Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 6. Jul 2021. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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