Bis zu 1.372 Euro Unterschied: Auswertung von 24.206 Haushaltsgeräten zeigt, wie wenig die Energieklasse verrät

Frankfurt am Main, 13. Oktober 2026. Wer ein neues Haushaltsgerät kauft, achtet meist auf die Energieklasse. Eine Auswertung des Verbraucherportals Preisdrache zeigt, dass dieser eine Buchstabe oft wenig aussagt. Grundlage sind die Labelwerte von 24.206 Modellen aus sieben Gerätearten, die Hersteller in der EU-Datenbank EPREL registriert haben (Stand 12. Oktober 2026).

Trockner: Die Bauart macht 1.372 Euro aus
Am größten ist die Spanne bei Wäschetrocknern. Unter 815 Modellen für 8 Kilogramm braucht das sparsamste Gerät 0,65 Kilowattstunden je Trockengang, ein Kondenstrockner der Klasse G 3,1 Kilowattstunden. Bei 160 Trockengängen im Jahr und einem Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde sind das 36,40 Euro gegenüber 173,60 Euro im Jahr, in zehn Jahren also 1.372 Euro Unterschied. Trockner mit Wärmepumpe liegen im Median bei 1,02 Kilowattstunden je Gang, Kondenstrockner ohne Wärmepumpe bei 3,07.

Waschmaschinen: 84 Prozent in Klasse A
Von 4.220 ausgewerteten Waschmaschinen tragen 3.548 die Klasse A, das sind 84,1 Prozent. Innerhalb dieser Klasse reicht der Verbrauch bei 9-Kilogramm-Maschinen von 19 bis 57 Kilowattstunden je 100 Waschgänge. Ein Gerät der besten Klasse kann also dreimal so viel Strom brauchen wie ein anderes mit demselben Buchstaben. Bei 200 Waschgängen im Jahr macht das 266 Euro in zehn Jahren.

Kühl-Gefrierkombinationen: 73 bis 316 Kilowattstunden im Jahr
Bei freistehenden Kühl-Gefrierkombinationen mit 300 bis 399 Litern Nutzinhalt (818 Modelle) reicht der Jahresverbrauch von 73 bis 316 Kilowattstunden. Das entspricht 850,50 Euro Unterschied in zehn Jahren. Über alle 5.077 ausgewerteten Kühlgeräte tragen 54,1 Prozent die Klasse E und 2,5 Prozent die Klasse A.

Fernseher: Kein Modell in Klasse A
Unter 4.252 Fernsehern findet sich kein Modell in Klasse A und nur zwei in Klasse B. 45,3 Prozent stehen in den beiden schlechtesten Klassen F und G. Bei 65 Zoll reicht der Verbrauch von 56 bis 147 Kilowattstunden je 1.000 Betriebsstunden, was bei vier Stunden täglich 465 Euro in zehn Jahren ausmacht.

„Die Kilowattstunden stehen auf jedem Label direkt neben dem Buchstaben. Wer sie vergleicht statt nur die Klasse, sieht den Unterschied sofort“, sagt Yusuf Fuat Sarac, Betreiber von Preisdrache.

Zur Methode
Ausgewertet wurden Herstellerangaben laut EU-Energielabel für Modelle mit Marktstart ab 2023. Verglichen wurden nur Geräte derselben Größenklasse. Die Euro-Beträge sind Beispielrechnungen mit 35 Cent je Kilowattstunde. Die Auswertung zählt registrierte Modelle, nicht verkaufte Geräte; der Verbrauch im Alltag kann von den Normwerten abweichen. Die Kennzahlen stehen als offener Datensatz unter https://doi.org/10.5281/zenodo.23343929 bereit.

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