Wie BESS neue Erlösmodelle für Photovoltaik-Freiflächen und Gewerbeanlagen eröffnen
Das Solarspitzengesetz verändert die Rahmenbedingungen für Photovoltaikprojekte in Deutschland grundlegend. Besonders Volleinspeiseranlagen stehen vor einer neuen wirtschaftlichen Realität. Bei negativen Strompreisen kann die Einspeisevergütung vollständig entfallen.
Die zentrale These: Volleinspeiser-Photovoltaikanlagen ohne Batteriespeicher sind heute kein stabiles Geschäftsmodell mehr, sondern ein Erlösrisiko.
Damit rückt die Batteriespeicher-Wirtschaftlichkeit in den Mittelpunkt jeder Projektentscheidung. Batteriespeichersysteme, sogenannte BESS, entwickeln sich von einer optionalen Ergänzung zur strategischen Notwendigkeit. Sie machen aus klassischen Einspeiseanlagen flexible, marktorientierte Energiesysteme.
Zwei Speicherlösungen stehen dabei im Fokus: Grünstromspeicher in Verbindung mit Photovoltaikanlagen sowie Standalone-Batteriespeicher als eigenständiges Geschäftsmodell. Beide Konzepte eröffnen neue Batteriespeicher-Erlösmodelle und sind ein zentraler Baustein für die Zukunft von PV-Batteriespeichern im Gewerbe und bei Freiflächenanlagen.
Solarspitzengesetz und seine Auswirkungen auf Volleinspeiseranlagen
Mit Inkrafttreten des Solarspitzengesetzes ist heute der Zeitpunkt der Einspeisung entscheidend. Negative Strompreise in der Photovoltaik führen unmittelbar zum Wegfall der EEG-Vergütung.
Für Betreiber von Freiflächen-Photovoltaikanlagen, Gewerbedächern und PV-Pachtanlagen bedeutet das ein wirtschaftliches Risiko. Batteriespeicher ermöglichen ein aktives Einspeisemanagement und marktpreisorientierte Stromvermarktung über die Direktvermarktung von Batteriespeichern.
Grünstromspeicher in Co-Location sichern die Wirtschaftlichkeit von Volleinspeisern
Grünstromspeicher sind Batteriespeicher, die direkt mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt sind und ausschließlich mit erneuerbarem Strom geladen werden. Photovoltaikanlage und Batteriespeicher teilen sich einen gemeinsamen Netzanschluss. Diese Co-Location-Lösung ist besonders für Volleinspeiser und große Freiflächenanlagen wirtschaftlich relevant.
Der erzeugte Solarstrom wird nicht mehr zwingend sofort eingespeist. Stattdessen kann er gespeichert und zeitlich versetzt vermarktet werden, um negative Strompreise zu umgehen und höhere Marktpreise in den Abendstunden zu realisieren.
Oliver vom Lehn, Vorstand der Apricus Solar AG, erklärt: „Grünstromspeicher machen aus einer starren Einspeiseanlage ein flexibles Marktsystem. Gerade für Volleinspeiser ist das ein entscheidender Hebel für die Batteriespeicher-Wirtschaftlichkeit.“
Das Solarspitzengesetz schafft klare rechtliche Grundlagen für flexible Netzanschlussvereinbarungen. Die Genehmigung des Batteriespeichers am Netzanschluss ist einer der größten wirtschaftlichen Hebel.
Standalone-Batteriespeicher als eigenständige Geschäftsmodelle
Neben Grünstromspeichern entwickelt sich ein zweiter Markt mit hoher Dynamik: Standalone-Batteriespeicher. Diese Systeme sind nicht an eine Photovoltaikanlage gekoppelt und verfügen über einen eigenen Netzanschluss. Sie beziehen ihren Strom direkt aus dem Netz.
Das Geschäftsmodell von Standalone-Batteriespeichern basiert auf Stromhandel, Arbitrage und der Teilnahme an Regelenergiemärkten. Die Speicher laden bei niedrigen oder negativen Preisen und verkaufen bei hohen Marktpreisen. Dadurch entstehen kontinuierliche Cashflows, unabhängig von EEG-Vergütungen.
Für Investoren rücken damit Kennzahlen wie Batteriespeicher-IRR, Erlösstabilität und Marktrisiken in den Fokus. Standalone-Batteriespeicher werden zunehmend als eigenständige Infrastruktur-Assets betrachtet.
Regelenergie als stabiler Erlösbaustein für BESS
Ein zentraler Anwendungsfall für Standalone-Batteriespeicher ist die Bereitstellung von Regelenergie mit Batteriespeichern. Besonders die Primärregelleistung gilt als wirtschaftlich relevant. Batteriespeicher reagieren innerhalb von Sekunden auf Netzfrequenzabweichungen und sind damit ideal für diesen Markt geeignet.
Die Vergütung erfolgt über Leistungspreise. Ergänzend können Erlöse aus Sekundärregelleistung und Intraday-Handel erzielt werden. Moderne Projekte setzen gezielt auf Multi-Use-Batteriespeicher, um mehrere Erlösströme zu kombinieren.
Momentanreserve: Der neue Markt seit Januar 2026
Seit dem 22. Januar 2026 gibt es in Deutschland einen neuen Markt für Momentanreserve. Viele Betreiber von Batteriespeichern kennen diese zusätzliche Erlösquelle noch nicht. Dabei handelt es sich um eine substanzielle Erlösmöglichkeit, die parallel zu Regelenergie und Arbitragehandel genutzt werden kann.
Batteriespeicher mit netzbildenden Wechselrichtern können synthetische Schwungmasse bereitstellen und zur Netzstabilisierung beitragen.
Oliver vom Lehn erklärt: „Die Momentanreserve ist ein Erlösbaustein, den viele Projektentwickler übersehen. Dabei kann diese neue Systemdienstleistung den IRR eines Batteriespeicherprojekts um bis zu 0,9 Prozentpunkte verbessern.“
Die Bundesnetzagentur hat die Rahmenbedingungen mit Vergütungen zwischen 76 und 888,50 Euro pro MWs und Jahr festgelegt. Die Verträge haben Laufzeiten von zwei bis zehn Jahren mit Festpreisen.
Cross-Market-Optimierung, also die intelligente Kombination von Regelenergie, Arbitrage und Momentanreserve, kann den Nettobarwert eines Batteriespeicherprojekts um rund 14 Prozent steigern.
Batteriespeicher als neue Grundvoraussetzung für Volleinspeiser
Batteriespeicher sind längst kein optionales Zusatzmodul mehr. Für Volleinspeiseranlagen, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und PV-Batteriespeicher im Gewerbe werden sie zunehmend zur Voraussetzung für wirtschaftlichen Betrieb.
Die provokante, aber realistische Schlussfolgerung: Nicht die Photovoltaikanlage entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, sondern die Speicherstrategie dahinter.
Oliver vom Lehn fasst zusammen: „Das Solarspitzengesetz verändert die Spielregeln. Grünstromspeicher sichern die Wirtschaftlichkeit von Volleinspeisern. Standalone-Batteriespeicher eröffnen neue Erlösmodelle über Regelenergie und Stromhandel. Entscheidend ist, das richtige Speicherkonzept im Rahmen einer sauberen BESS-Projektentwicklung zu wählen.“
Wer aktuell vor der Frage steht, ob und in welcher Form ein Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte eine projektspezifische Prüfung von Netzanschluss, Erlösoptionen und Speicherstrategie vornehmen.
Über Oliver vom Lehn
Oliver vom Lehn ist Vorstand und Hauptaktionär der Apricus Solar AG. Das Unternehmen entwickelt und baut Photovoltaik-Freiflächenanlagen, PV-Batteriespeicher für Gewerbe sowie Standalone-Batteriespeicher für Regelenergiemärkte. Der Fokus liegt auf wirtschaftlicher Projektentwicklung, BESS-Integration und marktorientierten Speicherstrategien in Deutschland.
Weitere Informationen unter https://apricus-solar.de/
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