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ATEX Ausschluss von Braunkohlestaubanlagen





Hintergrund: Kohleausstieg – aber sicher!

Der Meisterbetrieb Natusch & Thiedemann bietet Reinigungsarbeiten für schwerzugängliche Silos und Tanks an. Unter anderem macht sich die Firma jetzt auch um die Normierung von ZÜS gerechten ATEX Ausschlüssen verdient. Dabei werden Kraftwerksanlagen, welche mit BKS Braunkohlenstaub arbeiten, vor der Abschaltung dekontaminiert. Nun existiert ein Maßnahmenplan, der diese Arbeiten vereinheitlicht und gewährleistet, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Doch was heißt das genau?

Die Ziele des Klimaschutzvertrags 2015 von Paris sind eindeutig: Die vom Menschen verursachte globale Erwärmung soll auf unter 2 °C begrenzt werden. Dafür sind erhebliche Reduzierungen des CO2-Ausstoßes notwendig, die nur erreicht werden können, wenn weltweit bis 2030 auf den Einsatz von Kohle als Energieträger für die Stromgewinnung verzichtet werden kann. Auch die deutsche Bundesregierung unternimmt politische Anstrengungen, um Kohlemeiler vom Netz zu nehmen. Doch ganz so einfach lässt sich der Betrieb eines solchen Kraftwerkes nicht beenden: Auch wenn die Verfeuerung nicht mehr läuft, bleiben Anlagen vorhanden, in welchen Kohle gelagert und transportiert wurde.

Explosive Stäube erschweren die Arbeit

Bei solchen Vorgängen kann auch der umsichtigste Betreiber die Aufwirbelung von Stäuben nicht völlig verhindern. Doch diese sind im wahrsten Sinne brandgefährlich: In Verbindung mit Luft entstehen explosionsfähige Gemische, bei denen ein Zündfunke genügt, um schlimme Unfälle auszulösen. Durch die stark vergrößerte Oberfläche im Vergleich zu einem festen Körper kann Staub aus brennbarem Material sich wie ein Gas verhalten. Die Folge sind Gefahren, die schon vor der industriellen Revolution zum Beispiel in Form von Mehlstaubexplosionen in Mühlen auftraten.
Besonders problematisch sind dabei BKS Braunkohlenstaub – Feuerungsanlagen, in welchen das Brennmaterial grundsätzlich in gemahlener Form verwendet wird, um eine optimale Steuerbarkeit und möglichst rückstandsfreie Umsetzung des Energieträgers zu erreichen. Heutzutage findet diese Technologie in praktisch allen Großkraftwerken Anwendung. Sie wird aber auch in kleineren Anlagen genutzt.

Um Explosionsunfälle zu verhindern, wurden umfangreiche Gesetzeswerke geschaffen: Die ATEX-Richtlinien (franz. ATmosphères EXplosibles, „explosive Atmosphären“) der Europäischen Union beschreiben Sicherheitsrichtlinien für Produkte und Anlagen, in welchen explosionsgefährliche Bedingungen entstehen können. Diese wurden in Form der Explosionsschutzprodukteverordnung und im Rahmen der Betriebsschutzverordnung in nationales Recht übernommen. Sie sehen unter anderem die ständige Überwachung aller Anlagen vor, in welchen explosionsfähige Atmosphären auftreten können. Dafür zeichnen in Deutschland mittlerweile keine einzelnen Sachverständigen mehr verantwortlich, sondern die ZÜS, zugelassene Überwachungsstellen, d.h. Organisationen wie z. B. der TÜV.

ZÜS gerechter ATEX Ausschluss: Kein Plan? Das ändert sich jetzt!

Dennoch decken diese Vorschriften nicht jegliche Bereiche ab: Auch für den Einsatz von Natusch & Thiedemann bei der Dekontamination von BKS Braunkohlenstaub – Anlagen existierten bisher keine verbindlichen Anleitungen. Die Gesetzeslage sieht vor, dass die ZÜS ATEX-Anlagen ständig betreut. Um diese Überwachungspflicht nach der Abschaltung zu beenden, muss der Betrieb die Dekontamination nachweisen. Doch wie geht man sicher vor, wenn keine rechtlichen Normen existieren, die den Vorgang beschreiben?

Die Anlagenaußerbetriebsetzung, auch als ATEX-Ausschluss bezeichnet, ist ein aufwändiger und komplexer Prozess, der dennoch der Begutachtung durch die Überwachungsstelle gerecht werden muss. Um für solche Aufträge in Zukunft gewappnet zu sein, hat die Natusch & Thiedemann Siloreinigung GbR ein Verfahren konzipiert und einen umfangreichen Dokumentationsleitfaden erstellt. Dieser gewährleistet den ZÜS gerechten ATEX Ausschluss.

Bewährte Erfahrung aus Meisterhand

Dass es sich um kein alltägliches Unterfangen handelt, wird klar, wenn man sich die teils gewaltigen Dimensionen eines modernen Heizkraftwerkes vorstellt. Dennoch ist der Meisterbetrieb solchen Aufgaben gewachsen. Das beweist schon der Umstand, dass die Siloreiniger bereits mehrere ZÜS gerechte ATEX Ausschlüsse durchgeführt hat. Darüber hinaus wird die Firma vom führenden ATEX Expansionsklappenhersteller empfohlen.

Auch für Wartungsarbeiten oder Instandsetzungsmaßnahmen können nun Dekontaminationen nach Vorschrift durchgeführt werden, die zertifierungsfähig sind und den Ansprüchen der Überwachung angemessen sind. Natusch & Thiedemann können dabei bereits auf Zusammenarbeit mit der Siemens AG, der Vattenfall GmbH und der TennT Holding B.V. zurückblicken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Natusch & Thiedemann Siloreinigung GbR bei der Gewährleistung eines normierten und sicheren Arbeitsablaufs einen großen Schritt nach vorn getan hat: Von nun an sind ZÜS gerechte ATEX Ausschlüsse dank der entwickelten Verfahren und Dokumentationsanleitung nach den gesetzlichen Vorgaben in gleichbleibender Qualität möglich. Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Kohleausstieg und damit zur Erfüllung der Klimaziele Deutschlands.

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Erstellt von an 19. Jun 2020. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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