Artenschutzverstoß: RWE nimmt Auslöschung einer der bedeutendsten Mehlschwalben-Kolonien bei geplanter Sprengung am AKW Biblis billigend in Kauf

Drei der einstigen Kühltürme des Atomkraftwerks Biblis in Hessen hat der Betreiber RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) bereits gesprengt. Der letzte verbliebene Kühlturm beherbergt den größten Teil der einst 423 Brutnester der besonders geschützten Mehlschwalben. Ihren Erhaltungszustand bewertet Deutschland im nationalen Bericht zur Vogelwelt als ungünstig-unzureichend. In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird die Mehlschwalbe in der Kategorie „Gefährdet“geführt.

Der letzte Kühlturm mit sämtlichen Nestern der Mehlschwalben soll voraussichtlich schon in diesem Januar gesprengt werden. Verantwortet wird der Rückbau durch die RWE Nuclear, deren Geschäftsführer und Ressortvorstand Kernenergie RWE Power AG Steffen Kanitz ist. Die Gesellschaft ist eine 100-prozentige Tochter der RWE AG und wird operativ von der RWE Power AG geführt.

Mit der Sprengung des letzten Kühlturms wird eine der bedeutsamsten Mehlschwalben-Kolonien in Deutschland endgültig zerstört. „Vorstand und Geschäftsführung der für den Rückbau der Kühltürme zuständigen Unternehmensbereiche haben völlig verschlafen, den Anforderungen des Bundesnaturschutzgesetzes gerecht zu werden,“ erläutert Florinde Stürmer, Pressesprecherin der Tier- und Naturschutzorganisation Wildtierschutz Deutschland. „Zwar wurden 2023 kurz vor dem Abriss der ersten beiden 80 m hohen Kühltürme an etwa sieben Meter hohen Gestellen 423 Mehlschwalbennester bei irgendwelchen Gebüschen angebracht, doch diese wurden bis heute nicht von einem einzigen der Gebäudebrüter angenommen.“ Wildtierschutz Deutschland will die Auslöschung der bedeutenden Brutkolonie gemeinsam mit den Vor-Ort-Verbänden MUNA e.V. und BUND Bergstraße und der Ehrenamtlichen Wildvogelhilfe e.V. noch verhindern.

„Bislang gibt es weder einen Brutnachweis an den errichteten Mehlschwalbentürmen noch Beobachtungen von Anflügen. Auch lief in den letzten Sommern keine Beschallung, um die Schwalben an die Nester heranzulocken. Somit gibt es keinen Ersatz für hunderte zerstörter Nester. Laut Bundesnaturschutzgesetz müssen Ausgleichsmaßnahmen erst greifen, bevor die Lebensstätten zerstört werden dürfen“, ergänzt Gaby Weiß, Ehrenamtlichen Wildvogelhilfe e.V. Sie ist Initiatorin des Protestes gegen die Zerstörung der Brutstätten der wohl größten hessischen Mehlschwalbenkolonie.

+++

Mehr dazu in Kürze auf wildtierschutz-deutschland.de

+++

Über Wildtierschutz Deutschland e.V. (WTSD):

Wildtierschutz Deutschland in eine gemeinnützige Tier- und Naturschutzorganisation. Sie wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem für Wildtiere, ihre Lebensräume und für eine Änderung der nicht zeitgemäßen Jagdgesetzgebung ein.

Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT) und Mitbegründer des Aktionsbündnis Fuchs (ABF)

Pressekontakt:

Presse/Öffentlichkeitsarbeit: Carmen Stürmer und Florinde Stürmer
M. 0157 39 39 54 92 und 0157 54 44 51 67
Wildtierschutz Deutschland e.V.
fs@wildtierschutz-deutschland.de | cs@wildtierschutz-deutschland.de
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutz
Instagram: wildtierschutzdeutschland

Original-Content von: Wildtierschutz Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

Schreibe einen Kommentar