Futtermittelradar 2026: Mehrheit der Unternehmen unterstützt EU-Regeln gegen Entwaldung – Deutsche Umwelthilfe fordert konsequente Umsetzung

– 15 von 23 antwortenden Unternehmen bewerten die EU-Entwaldungsverordnung positiv – 8 haben sie bereits vollständig oder weitgehend umgesetzt
– Rewe und Lekkerland verfügen nach eigenen Angaben über kein systematisches Verfahren zur Prüfung ihrer Lieferketten
– DUH fordert verlässliche gesetzliche Vorgaben und transparente Lieferketten

Der Futtermittelradar 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt: Verbindliche Regeln zum Schutz von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen werden von den antwortenden Unternehmen aus sechs Branchen überwiegend nicht als Belastung, sondern als wichtige Grundlage für verlässliche Lieferketten bewertet. 15 der 23 antwortenden Unternehmen beurteilen die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) positiv. 8 Unternehmen geben an, die Vorgaben bereits vollständig oder weitgehend umgesetzt zu haben. Dies ergibt sich aus einer Umfrage unter 64 Unternehmen aus Futtermittelwirtschaft, Fleisch-, Milch- und Eierproduktion, Lebensmittelhandel und Systemgastronomie, die von der DUH zu ihren Soja- und Palmöllieferketten befragt wurden.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Bei den befragten Unternehmen zeigt sich, dass verbindliche Umweltregeln umsetzbar sind und nicht zwangsläufig eine Belastung bedeuten, auch wenn sich daraus kein abschließendes Bild der gesamten Branche ableiten lässt. Nicht die EU-Entwaldungsverordnung verunsichert die Unternehmen, sondern deren ständiges Verschieben und Abschwächen. Viele Betriebe, die auf Futtermittel angewiesen sind, haben längst Geld und Arbeit in transparente und entwaldungsfreie Lieferketten investiert. Wer die Verordnung jetzt bei der Umsetzung schwächt, bestraft die Vorreiter der Branche. Wir fordern Bundesregierung und EU-Kommission auf, die Verordnung konsequent umzusetzen, anzuwenden und die Streichung von Druckerzeugnissen sowie den geplanten Wegfall von Leder zurückzunehmen.“

Der Futtermittelradar der DUH zeigt, dass das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz den Aufbau betrieblicher Sorgfaltsprozesse vorangebracht hat. 13 Unternehmen haben dadurch Prozesse eingeführt oder angepasst, die sie nun auch für die Umsetzung der EUDR nutzen. Die DUH fordert Unternehmen auf, ihre Soja- und Palmöllieferketten vollständig getrennt, bis zur Anbaufläche rückverfolgbar und unabhängig überprüfbar zu gestalten. Entwaldung und die Umwandlung anderer natürlicher Ökosysteme müssen verbindlich ausgeschlossen werden.

Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Transparenz- und Kontrolllücken. Nur 23 von 64 angeschriebenen Unternehmen beteiligten sich an der Abfrage. Rewe und Lekkerland verfügen nach eigenen Angaben über kein systematisches Verfahren, mit dem sie die Einhaltung geltender Vorgaben zu Menschenrechten, Arbeits- und Landrechten sowie zum Umweltschutz entlang ihrer Lieferketten prüfen. Gastro & Soul und die Block Gruppe kontrollieren lediglich anlassbezogen oder stichprobenartig. Bei Palmöl konnte kein Unternehmen den Anteil der Ware beziffern, welcher aus nachweislich getrennten, entwaldungsfreien Lieferketten stammt.

Hintergrund:

Die DUH veröffentlicht den Futtermittelradar seit 2021. Der Marktcheck nahm zunächst vor allem den Einsatz von nachhaltig zertifiziertem und entwaldungsfreiem Palmöl in Futtermitteln in den Blick. Mittlerweile bewertet der Marktcheck deutlich umfassender, ob Unternehmen ihren Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Lieferkette tierischer Erzeugnisse nachkommen. Neben Palmöl steht inzwischen auch Soja im Fokus, und die Bewertung geht über die reiner Waldzerstörung hinaus: Erfasst werden heute auch die Umwandlungsfreiheit weiterer bedrohter Ökosysteme wie des Cerrados, die getrennte Rückverfolgbarkeit bis zur Anbaufläche, die Qualität der Zertifizierungen sowie die Wahrung von Menschen- und Landrechten. Damit rücken zunehmend die Vorgaben der EUDR und der Lieferkettengesetze in den Vordergrund.

Link:

Zum DUH-Futtermittelradar 2026: https://l.duh.de/p260701

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de

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