Hitzeflaute treibt Stromkosten: Der Industrie drohen hohe Preisspitzen / Hitzebedingter Markt: Hohe Stromnachfrage trifft auf schwache Windstromerzeugung / Strompreise von über 600 Euro/MWh möglich

Der europäische Day-Ahead-Markt – der zentrale kurzfristige Handelsplatz für Strom in Europa – steht derzeit im Zeichen einer ausgeprägten „Hitzeflaute“: Eine deutlich erhöhte Stromnachfrage trifft auf eine schwache Windstromerzeugung. Der Industrie drohen daraus resultierend laut dem unabhängigen Energiedienstleister Scholt Energy GmbH hohe Preisspitzen. Aufgrund des Zusammenwirkens mehrerer Faktoren schießen die Preise mit dem Wegfall der abendlichen PV-Erzeugungsleistung erheblich in die Höhe – auf teils über 600 EUR/MWh. Scholt Energy rät Unternehmen, anhaltende Risiken in den Sommermonaten im Blick zu behalten und empfiehlt eine gezielte Anpassung von Beschaffungs- und Verbrauchsstrategien.

„Während die Solarstromeinspeisung derzeit tagsüber zeitweise für sehr niedrige oder sogar negative Preise sorgt, schießen die Strompreise in den Abendstunden in die Höhe. Besonders betroffen sind etwa Industrieunternehmen im Schichtbetrieb, die Foodbranche, das Gastgewerbe und die Hotellerie: Für sie bringen die Schwankungen bei dynamischen Tarifen erhebliche finanzielle Risiken mit sich. Mit adäquaten Werkzeugen und einer flexiblen Strategie kann die Industrie jedoch gegensteuern – und sogar von der Entwicklung profitieren“, sagt Patrick Schöwe, Pressesprecher bei der Scholt Energy GmbH.

Die Hitzeflaute beschreibt laut Scholt Energy – als Pendant zur winterlichen Dunkelflaute – ein volatiles Marktumfeld, in dem eine hitzebedingt hohe Stromnachfrage auf eine gleichzeitig schwache Windstromerzeugung trifft. So treiben der verstärkte Einsatz von Klimaanlagen und der steigende Kühlbedarf den Verbrauch massiv nach oben. Sobald am Abend die Sonne untergeht und die Photovoltaik-Leistung wegbricht, müssen teure konventionelle Gas- und Kohlekraftwerke einspringen – und auch das Defizit durch fehlenden Wind ausgleichen. Gleichzeitig erschweren hohe Temperaturen die Kühlung vieler Kraftwerke. Erwärmte Flüsse und Umweltauflagen zur Flusswassertemperatur können dazu führen, dass Kraftwerke ihre Leistung drosseln müssen.

Strategische Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Um eine Kostenexplosion zu vermeiden, empfiehlt Scholt Energy der Industrie in dieser Situation ein Bündel aus strategischen Maßnahmen, die gleichzeitig auch zur Stabilisierung der Netze beitragen:

1. Spot- und Terminmarkt kombinieren: Die intelligente Kombination aus Spotmarkt- und Terminmarkt-Einkauf (Future-Beschaffung) dämpft die Volatilität und sichert Budgets langfristig ab. Gleichzeitig sorgt dynamisches Sourcing dafür, dass Unternehmen von den extrem günstigen oder negativen Strompreisen während der sonnenreichen Mittagsstunden profitieren. Damit können sie ihre Kosten unter dem Strich sogar senken.
2. Gezielte Lastverschiebung (Load Shifting): Energieintensive Prozesse sollten systematisch aus den kritischen Abendstunden (insbesondere zwischen 19:00 und 22:00 Uhr) in die günstigen Mittagsstunden verlagert werden.
3. Thermische Speicher aktivieren: Kühlhäuser, Produktionsprozesse oder Gebäudekühlungen können in den Mittagsstunden mit günstigem Strom „vorgekühlt“ werden, um den Verbrauch in den Hochpreisphasen zu minimieren.
4. Einsatz von Batteriespeichern: Gewerbliche Batteriespeicher ermöglichen es, preiswerten Mittagsstrom zwischenzuspeichern und in den teuren Abendstunden selbst zu nutzen, was Lastspitzen effektiv glättet.
5. Einbindung von Wetter- und Marktprognosen: Da Hitzeflauten meteorologisch präzise vorhersagbar sind, schützt eine kurzfristige Ausrichtung des Betriebs an Marktanalysen vor teuren Überraschungen.

Über Scholt Energy

Scholt Energy ist ein unabhängiger Energielieferant für den Geschäftskundenmarkt. Das Unternehmen unterstützt sowohl Energieabnehmer bei Beschaffung und Dekarbonisierung als auch Produzenten bei der Vermarktung ihrer Energie. Durch die Kombination aus Marktkenntnis, Technologie und persönlicher Beratung ermöglicht Scholt Energy eine strukturierte, datenbasierte Entscheidungsfindung.

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