Seit der Gründung am 1. Mai 2020 engagiert sich Reef Guardian e.V. für den Schutz mariner Ökosysteme in Indonesien. Sechs Jahre später zieht der Verein Bilanz: Insgesamt wurden im Rahmen geförderter Projekte vier Vorhaben mit einem Volumen von 28.100 Euro umgesetzt, die gezielt den Aufbau lokaler Strukturen in Raja Ampat unterstützen und durch Mittel der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere durch den Kleinprojektefonds des Freistaates Sachsen, gefördert wurden.
Korallenschutz und Entwicklungszusammenarbeit werden dabei bewusst zusammengedacht. Der Ansatz von Reef Guardian besteht darin, ökologische Ziele mit konkreten wirtschaftlichen Perspektiven für die lokale Bevölkerung zu verbinden. Nur wenn nachhaltige Einkommensmöglichkeiten entstehen, kann langfristiger Schutz sensibler Ökosysteme gelingen.
Im Zentrum der Arbeit steht daher der Aufbau tragfähiger lokaler Strukturen. Gemeinsam mit Partnern vor Ort wurde ein Vermarktungssystem für nachhaltig produzierte Güter entwickelt. Dazu gehören ein Transportboot für den Warentransport zwischen Inseln, ein Ladengeschäft mit Lager in Waisai sowie erste digitale Vermarktungsansätze. Diese Infrastruktur ermöglicht es lokalen Produzentinnen und Produzenten erstmals, ihre Waren gebündelt am Markt anzubieten und neue Einkommensquellen zu erschließen. Die Projekte wurden in mehreren Dörfern umgesetzt und binden jeweils 20 bis 30 Personen pro Dorf aktiv ein. Insgesamt profitieren über 100 Menschen direkt von den geschaffenen Strukturen.
In einem Folgeprojekt wurde der lokale „Matenhun“-Shop gezielt weiterentwickelt. Durch Investitionen in Energieversorgung, Kühlung und Transport konnte die Produktpalette erweitert und die Zahl der unterstützten Familien auf über 40 gesteigert werden.
Parallel dazu förderte Reef Guardian gezielt unternehmerische Kompetenzen vor Ort. In Schulungen und einem Ideenwettbewerb entstanden mehrere neue Geschäftsmodelle, darunter nachhaltige Tourismusangebote und lokale Produktionsinitiativen, die bereits umgesetzt werden.
„In Zeiten zunehmenden Tourismus ist es wichtiger denn je, diese Region gezielt zu unterstützen. Wir stehen vor zahlreichen Herausforderungen – von Müllverschmutzung über fehlende Abwasserbehandlung bis hin zu unzureichender Fachkenntnis im Umgang mit sensiblen Riffökosystemen. Genau hier setzen wir mit unseren Projekten an“, sagt Dr. Anja Hagedorn, Vorstandsvorsitzende und Mitgründerin von Reef Guardian e.V.
„Die deutsch-indonesische Zusammenarbeit gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung – auch vor dem Hintergrund wachsender internationaler wirtschaftlicher Verflechtungen“, so Dr. Hagedorn weiter.
Mit Blick auf die kommenden Jahre plant Reef Guardian, die bestehenden Strukturen weiter auszubauen und neue Projekte umzusetzen, die ökologische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte miteinander verbinden. Für 2026 sind unter anderem das kulturelle Projekt „Tales of Mayalibit“ sowie die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismuskonzepts für die Mayalibit-Bucht vorgesehen.
