Für die Wärmewende vor Ort – die Wärmebox von HanseWerk Natur

Für Bürgermeister Olde Oldsen ist es ein Meilenstein für seine Gemeinde Langenhorn in Nordfriesland. „Wir freuen uns, dass HanseWerk Natur unser Potenzial erkannt hat, um hier dieses Leuchtturm-Projekt umzusetzen“, sagt Oldsen. Er ist auf die Baustelle am Redlingsweg gekommen. Der Bürgermeister will mitverfolgen, wie die erste Wärmebox von HanseWerk Natur angeliefert wird. Per Schwerlastkran wird die 38 Tonnen schwere Box an ihren Bestimmungsort gehoben. Zuvor hatte sie ein Transporter in die nordfriesische Gemeinde gebracht.

Im Sommer 2025 hat HanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört, so seine erste Wärmebox aufgestellt. Weitere Projekte – beispielsweise in der Gemeinde Neuberend – sind in Planung.

Wärmebox von HanseWerk Natur: Innovative und klimaneutrale Lösung

Die Wärmebox ermöglicht als standardisierte, bezahlbare Lösung für Wärmenetze eine Wärmeversorgung mit Erneuerbaren Energien aus der Region – verlässlich und fossilfrei. Die Wärmebox kann Hauptbestandteil eines maßgeschneiderten Konzepts für die lokale Wärmeversorgung sein. Dadurch sorgt sie für Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Preisstabilität bei steigenden Energiekosten.

Was ist die Wärmebox?

Die Wärmebox von HanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört, produziert klimaneutrale Wärme auf Basis der Großwärmepumpentechnologie. Aus einem Teil grünem Strom entstehen drei bis vier Teile grüne Wärme. Je nach den Energiepotenzialen vor Ort können unterschiedliche Wärmequellen genutzt werden: Grünstrom aus Solar- und Photovoltaik-Anlagen, Umgebungswärme aus der Erde (Geothermie), der Luft, dem Abwasser sowie Abwärme aus Industriebetrieben vor Ort.

Zahlen und Fakten

Die zentrale Großwärmepumpe in der Container-Lösung erzeugt Wärme (bis zu 80 °C) und bei Bedarf auch Kälte (6–20 °C), beispielsweise für Serverzentren. Über ein Leitungssystem versorgt sie unterschiedliche Abnehmer – von Wohngebäuden bis hin zu kommunalen Einrichtungen und Gewerbebetrieben. Gleichzeitig ist die Wärmebox ein Paradebeispiel für Sektorenkopplung: Aus lokal erzeugter Energie und Abwärme entsteht nutzbare Wärme zum Heizen.

Besonders hervorzuheben sind drei Aspekte:

Flexible Energieversorgung: Kombination aus Wärme- und Kälteerzeugung für verschiedene Anwendungen

Breite Einsatzmöglichkeiten: Versorgung von Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen

Hohe Flächeneffizienz: Nur etwa 300 m² Platzbedarf und Versorgung von bis zu 400 Haushalten bei geringem Abstand zur Wohnbebauung

Ersatz für Erdgas in Langenhorn

In Langenhorn ersetzt die neue Wärmebox von HanseWerk Natur Erdgas als Wärmeträger. Sie versorgt dort künftig unter anderem die örtliche Kita, Schule und Sporthalle sowie Privatkundinnen und -kunden. In dieser Variante entzieht die Großwärmepumpe der Umgebungsluft Wärme und bringt diese mit erneuerbarem Strom auf das gewünschte Temperaturniveau. So entsteht Wärme für Heizung und Trinkwarmwasser, die über das Wärmenetz an die angeschlossenen Hausanschlüsse weitergeleitet wird.

Die Wärmebox nutzt ausschließlich natürliche Kältemittel, durch die Nutzung der Wärme aus dem Netzrücklauf wird die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe zudem deutlich gesteigert. Mit der Umstellung sparen die Gemeinde Langenhorn und HanseWerk Natur 340 Tonnen CO2* pro Jahr ein. HanseWerk Natur erhält für das Projekt Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).

Mehr als ein Pilotprojekt

Die Wärmebox zeigt, wie kommunale Wärmeversorgung heute gedacht werden kann: standardisiert, lokal verankert und konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichtet. Für Langenhorn bedeutet das nicht nur einen technologischen Fortschritt, sondern einen echten Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und stabileren Energiekosten.

Gleichzeitig wird deutlich: Die Stärke der Lösung von HanseWerk Natur, einem Unternehmen der HanseWerk-Gruppe liegt in ihrer Übertragbarkeit. Was hier als Leuchtturmprojekt startet, kann zum Modell für viele weitere Gemeinden werden – gerade dort, wo bezahlbare und skalierbare Lösungen für die Wärmewende gebraucht werden.

Unterm Strich steht ein Ansatz, der ökologische Wirkung mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit verbindet – und genau deshalb das Potenzial hat, die kommunale Energieversorgung nachhaltig zu verändern.

* Die Bilanzierung erfolgt nach Merkblatt Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle, Informationsblatt CO2-Faktoren, Tabelle 2, Stand 01.11.2023 unter Verwendung folgender Faktoren: 201 g CO2e/kWh Hs Erdgas sowie 107 g CO2e /kWh Strom (CO2-Faktor für die Bilanzierung von Mehrverbräuchen an elektrischer Energie beim Wechsel zu elektrischer Energie).

Die HanseWerk-Gruppe

Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.

Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren über 100.000 Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungs- und Innovationsprojekten zur Energiewende. Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt die HanseWerk-Gruppe ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, den Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung in mehreren Stufen entsprechend um.

Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie von fast 400 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

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