7 Irrtümer über Solaranlagen

1. „Nur ein Süddach eignet sich für eine Solaranlage.“
Ein Süddach bietet gute Voraussetzungen für einen hohen Jahresertrag. Aber entscheidend ist nicht allein der maximale Jahresertrag. Aus diesem Grund können auch Ost- und Westdächer wirtschaftlich sinnvoll sein. Sie erzeugen den Strom stärker am Morgen beziehungsweise am Nachmittag und Abend. Je nach Verbrauch kann das von Vorteil sein. Wenn der Haushalt beispielsweise am Morgen den Meisten Strom verbraucht, ist eine Ausrichtung nach Osten vorteilhaft, weil der erzeugte Strom direkt verbraucht wird.
2. „Mit Solaranlage und Speicher bin ich vollständig unabhängig.“
Ein Batteriespeicher kann tagsüber erzeugten Solarstrom für den Abend und die Nacht bereitstellen. Eine vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz ergibt sich daraus aber nicht. Der Speicher eignet sich für eine relativ kurzfristige Speicherung beispielsweise, um am Abend den Strom zu verbrauchen der am Tag erzeigt wurde. Es ist in der Regel nicht möglich den im Sommer erzeugten Strom im Winter zu verbrauchen.
Vollständige Autarkie ist auch mit Speicher aus diesen Gründen nicht möglich. Wenn die Anlage zu wenig Strom produziert und der Speicher leer ist, wird daher bei einer üblichen netzgekoppelten Anlage weiterhin Strom aus dem Netz bezogen.
3. „Bei einem Stromausfall versorgt mich die Solaranlage automatisch weiter.“
Das ist je nach Anlage möglich, aber das System muss ausdrücklich eine geeignete Not- oder Ersatzstromfunktion besitzen.
Wichtig: Es gibt erhebliche Unterschiede bei den Systemen: Manche Anlagen versorgen lediglich eine einzelne Steckdose, andere können größere Teile des Haushalts übernehmen. Wer diese Absicherung möchte, sollte den Funktionsumfang vor dem Kauf genau prüfen.
4. „Möglichst viel Strom einzuspeisen bringt den größten finanziellen Vorteil.“
Fast immer ist das Gegenteil der Fall. Bei vielen privaten Anlagen ist der direkte Eigenverbrauch wirtschaftlich attraktiver als die Einspeisung. Der Grund: Für eingespeisten Strom gibt es üblicherweise eine Vergütung, die unter Einkaufspreis für Strom liegt. Selbst genutzter Solarstrom spart den teuren Einkauf von Netzstrom.
Trotzdem kann eine Volleinspeisung kann eine lukrative Alternative sein – beide Betriebsmodelle sollten passend zum Einzelfall verglichen werden.
5. „Je kleiner die Anlage, desto wirtschaftlicher ist sie.“
Auch hier trifft oft das Gegenteil zu. Größere Anlagen kosten pro installiertem Kilowatt Leistung häufig weniger als kleine. Deshalb kann es sinnvoll sein, mehr geeignete Dachfläche zu nutzen, statt die Anlage möglichst klein zu dimensionieren.
Eine Anlage nur auf den bisherigen Eigenverbrauch zuzuschneiden, ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Maßgeblich ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung für das konkrete Dach und den Haushalt.
6. „Ein möglichst großer Speicher ist immer die beste Wahl.“
Zusätzliche Kapazität bringt wenig, wenn sie im Alltag kaum genutzt wird. Entscheidend für die Dimensionierung ist nicht, wie viel Strom theoretisch gespeichert werden kann, sondern wie viel davon regelmäßig den Netzbezug ersetzt.
Ein Speicher sollte zum Stromverbrauch und zur Leistung der Photovoltaikanlage passen. Ein größerer Speicher macht die Anlage daher nicht automatisch wirtschaftlicher. Meist ist es sinnvoller mehr Strom zu verbrauchen, statt zu speichern, beispielsweise durch den Kauf eines Elekroautos.
7. „Nach 20 Jahren muss die Solaranlage ersetzt werden.“
Dieser weit verbreitete Irrtum hängt mit der EEG-Förderung zusammen, die nach 20 Jahren endet. Das hat nichts mit dem technischen Ende der Anlage zu tun. Auch ältere Anlagen erzeugen weiter Strom. Neben dem Eigenverbrauch besteht die Option weiterhin ins Netz einzuspeisen. Die Vergütung orientiert sich ab dem Zeitpunkt am Jahresmarktwert für Solarstrom, abzüglich der gesetzlich vorgesehenen Vermarktungskosten. Ferner ist oft eine Vermarktung über einen Direktvermarkter möglich, der den Strom an der Strombörse anbietet.
Entscheidend sind der technischer Zustand der Anlage, der weitere Ertrag und die laufenden Kosten für Betrieb, Wartung und mögliche Reparaturen.

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