Ankunft des LNG-Terminalschiffs „Energos Force“ in Stade: Deutsche Umwelthilfe warnt vor zunehmender Abhängigkeit Deutschlands von US-Fracking-Gas

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die für heute erwartete Ankunft des LNG-Terminalschiffs „Energos Force“ in Stade. Das Projekt, das sowohl vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies als auch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche befürwortet wird, droht die Abhängigkeit Deutschlands von schmutzigem Fracking-Gas aus den USA mittelfristig weiter zu vergrößern. Das Terminal ist zur Verteilung des LNG auf dieselben, bereits voll ausgelasteten Fernleitungen angewiesen, wie das bestehende LNG-Terminal in Brunsbüttel. Es ist deshalb fraglich, ob durch das Terminalschiff in Stade in diesem Winter überhaupt zusätzlich Gas eingespeist werden kann. Die DUH fordert die Bundesregierung auf, den Ausbau fossiler LNG-Infrastruktur umgehend zu stoppen.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Mit der ‚Energos Force‘ geht drei Jahre nach der fossilen Ausbau-Offensive im Zuge des Ukraine-Kriegs ein weiteres Stück der milliardenschweren LNG-Infrastruktur in Betrieb. Das Märchen von der Versorgungssicherheit, mit dem uns damals die zahlreichen LNG-Terminals verkauft wurden, muss alleine wegen der viel zu späten Realisierung platzen. Es ist zweifelhaft, ob das Projekt überhaupt einen Beitrag zur Energieversorgung leisten kann. Die Bundesregierung darf Versorgungssicherheit nicht mit möglichst viel fossiler Infrastruktur verwechseln. Versorgungssicherheit entsteht durch einen sinkenden Gasverbrauch, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Speicher und ein diversifiziertes Energiesystem und nicht durch immer mehr LNG-Lieferungen und -Kapazitäten. Die Ankunft der ‚Energos Force‘ ist kein Grund zum Feiern, sondern eine gefährliche Wette auf unsere Zukunft.“

Hintergrund:

Die Inbetriebnahme des LNG-Terminals „Energos Force““ in Stade war ursprünglich als Notfallreaktion auf die fossile Energiekrise im Jahr 2022 angekündigt und anschließend mehrfach verschoben worden. Nach Unstimmigkeiten zwischen der Betreiberfirma Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) und dem Konsortium Hanseatic Energy Hub (HEH) wurde es zwischenzeitlich nach Jordanien subverchartert. Nun soll das Schiff mit einer dreijährigen Verspätung im Herbst doch noch seinen Betrieb aufnehmen.

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