Pressezitat: Fast drei Viertel der Biogasanlagen in Deutschland mit erheblichen Mängeln: Deutsche Umwelthilfe warnt vor klimaschädlichen Methan-Lecks und Behördenversagen

Ein Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zeigt, dass Sicherheits- und Umweltstandards für Biogasanlagen vielerorts nicht eingehalten werden: Rund 71 Prozent der überprüften Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Dazu zählen undichte Gassysteme, fehlende oder überfällige Dichtheits- und Leckageprüfungen, nachgewiesene Methan-Leckagen an Gasspeichern sowie fehlende Nachweise über deren Beseitigung. Die DUH sieht darin massives Behördenversagen zum Schaden von Mensch und Umwelt. Die Ergebnisse bestärken zudem die Kritik an den Plänen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Biomethan künftig eine noch größere Rolle im Gebäudebereich einzuräumen.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärt:

„Dass seit fast zwei Jahrzehnten ein Großteil der geprüften Biogasanlagen in Deutschland gravierende Mängel aufweist, ist ein sicherheits- und klimapolitischer Offenbarungseid. Besonders skandalös ist, dass dieselben Mängel auch bei Wiederholungsprüfungen immer wieder festgestellt werden. Das sind keine einzelnen Behördenfehler – das ist systematisches Vollzugsversagen. Die Bundesregierung kennt die Missstände und hat es dennoch nicht geschafft, Sicherheits- und Umweltvorschriften wirksam durchzusetzen. Umso skandalöser ist es, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den gesetzlichen Ausbau von Biomethan vorantreiben will, ohne die seit Jahren bekannten Methan-Leckagen wirksam zu regulieren. Nun hat Reiche sogar Deutschlands Unterstützung für eine Aussetzung der Methanverordnung zugesagt – entgegen der abgestimmten Position der Bundesregierung. Damit stellt sie Maßnahmen zur Verringerung von Methan-Emissionen infrage, während Deutschland seine seit Jahren bekannten Methanprobleme weiter verschleppt. Das ist Politik für die Gaslobby und gegen wirksamen Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Wir fordern, dass die bestehenden Vorschriften endlich konsequent durchgesetzt werden. Dazu braucht es verpflichtende und geeignete regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Prüfer.“

Hintergrund:

Methan (CH4) ist für knapp ein Drittel der heutigen Erderhitzung verantwortlich. Damit ist es nach Kohlenstoffdioxid (CO2) das zweitschädlichste Treibhausgas. Über kurze Zeit (GWP 20) ist der Erhitzungseffekt von Methan über 80-mal so stark wie der von CO2. Methan ist eine Vorläufersubstanz für bodennahes Ozon – ein Reizgas, das zu Atemwegserkrankungen führt und landwirtschaftliche Erträge stark mindert. Die Ernteverluste der Landwirtschaft in der EU summieren sich auf zwei Milliarden Euro jährlich.

Links:

– Methan-Messberichte der DUH aus den Jahren 2025 und 2024 finden Sie hier: https://l.duh.de/p260713a
– Pressemitteilung und Studie der DUH zu Methan-Leckagen an deutschen Biogasanlagen: https://www.duh.de/pre…er-deutsc/ (https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/methan-leckagen-in-deutschen-biogasanlagen-verursachen-massiven-klimaschaden-neue-studie-der-deutsc/)
– Zum Bericht der Kommission für Anlagensicherheit: https://www.kas-bmu.de…ichte.html (https://www.kas-bmu.de/kas-publikationen/kas-berichte.html)

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Marc Meunier, Referent im Bereich Luftreinhaltung und Verkehr
030 2400867-760, meunier@duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Schreibe einen Kommentar