Werden Heizsysteme nicht nur anhand ihrer aktuellen Betriebskosten, sondern über ihren gesamten Lebenszyklus bewertet, ergibt sich ein klares Bild: Erdwärmepumpen weisen über einen Betrachtungszeitraum von 50 Jahren eine erheblich günstigere Klimabilanz auf als Heizungen auf Basis fossiler Brennstoffe.
Die Erdwärmepumpe nutzt die im Erdreich gespeicherte Umgebungswärme als Energiequelle. Da die Temperatur im Untergrund ab einer bestimmten Tiefe ganzjährig nahezu konstant bleibt, arbeitet diese Technologie auch an kalten Wintertagen mit hoher Effizienz. Für jede Kilowattstunde elektrischer Energie, die der Wärmepumpe zugeführt wird, können je nach Systemauslegung und geologischen Bedingungen drei bis fünf Kilowattstunden Heizwärme bereitgestellt werden. Dieser Wirkungsgrad schlägt sich direkt in einer Reduktion der CO?-Emissionen nieder.
Bei einer Langzeitbetrachtung über 50 Jahre kommen mehrere Faktoren zum Tragen, die den Vorteil der Erdwärmepumpe zusätzlich verstärken. Erstens steigt der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix kontinuierlich, was den ökologischen Fußabdruck des elektrischen Anteils weiter senkt. Zweitens entfallen bei Erdwärmepumpen die Emissionen, die bei der Verbrennung von Öl oder Gas direkt vor Ort entstehen. Drittens zeichnen sich Erdsondenanlagen durch eine hohe Langlebigkeit aus. Die im Erdreich verlegten Sonden haben eine erwartete Nutzungsdauer, die den Betrachtungszeitraum von 50 Jahren erreichen oder überschreiten kann, während lediglich die oberirdischen Komponenten in kürzeren Intervallen gewartet oder ersetzt werden müssen.
Die Kombination aus regenerativer Wärmequelle, hohem Wirkungsgrad und langer Lebensdauer führt dazu, dass die kumulierten Treibhausgasemissionen über den gesamten Betrachtungszeitraum deutlich unter jenen konventioneller Heizsysteme liegen. Auch im Vergleich mit anderen erneuerbaren Heizformen zeigt die Erdwärmepumpe Stärken, insbesondere hinsichtlich des geringen Flächenbedarfs und der Möglichkeit, im Sommer auch zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt zu werden. Damit erfüllt sie gleich mehrere Anforderungen an ein zukunftsfähiges Gebäudeenergiesystem.
Weitere Informationen zu Wärmepumpentechnologien, Förderungen und Systemvergleichen stellt der Verband Wärmepumpe Austria auf seiner Webseite bereit.
