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Werner Innerhofer (CEO) und Werner Hillebrand-Hansen (CTO) im Interview





Die beiden Vorstandsmitglieder der SUNOVA AG Werner Innerhofer und Werner Hillebrand-Hansen berichten im Interview darüber, wie sich die politischen Rahmenbedingungen in 2010 auswirkten, wo sich Hemmnisse, aber auch Chancen für das europaweit agierende Unternehmen aus Grasbrunn/München auftaten. Darüber hinaus geben die beiden Vorstände einen ersten Ausblick auf das kommende Branchejahr 2011.
Frage: Herr Innerhofer, 2010 begann mit der Negativ-Meldung, dass die Einspeisevergütung gleich doppelt gesenkt würde. Die zwei Degressionen, so der Konsens zu Jahresbeginn, würden die Branche in ihrer Entwicklung merklich ausbremsen. Wie hat SUNOVA das Jahr 2010 wahrgenommen?
Werner Innerhofer: „In 2009 gab es auf breiter Front Preisreduktionen für PV-Systeme von bis zu 35 Prozent, die zweifelsohne eine Überförderung herbeiführten. Insofern gehen wir von SUNOVA konform mit der politischen Vorgabe, die Einspeise-Tarife adäquat anzupassen, um die Entwicklung der Überförderung auszubremsen. Aus unserer Sicht gelang es in Deutschland dann allerdings nicht, die Tarif-Absenkungen in einer für die Branche vernünftigen Form zu terminieren. Die gewählte Vorgehensweise führte zum kurzfristigen Nachfrage-Hype, der die gesamte Branche massiv überlastete und mündete in eine Abkühlungsphase, die der Branche ebenfalls Schaden zufügte.
Wir gehen davon aus, dass die stufenweisen Kürzungen der Solarsubventionen den gesamten deutschen Markt vor große Herausforderungen stellen; im Verhältnis zum System-Gesamtpreis wird der Modulpreis immer unbedeutender, die Skalen-Effekte in der Modulproduktion wirken sich immer geringfügiger auf die Systempreis-Entwicklung aus. Diverse System-Kosten-Positionen steigen sogar im Preis. Es ist zu befürchten, dass die Tarif-Absenkungen durch Systempreis-Anpassungen nicht kompensiert werden können und damit tatsächlich ein massiver Markteinbruch einhergehen wird.“
Frage: Worin liegen für Sie als ein Unternehmen der Solarbranche die Schwachstellen in der politischen Vorgehensweise, worin sehen Sie bilanzierend die Chancen für SUNOVA?
Werner Innerhofer: „So begrüßenswert die Aufbau- bzw. Anschub-Förderung für erneuerbare Energien auch ist, so kritisch lassen sich mittlerweile die hektischen Eingriffe der Politik in die Förderstruktur bewerten. Die Branche entbehrt mehr und mehr einer essenziellen Grundlage: Entwicklungen auch vorhersehen, einplanen und berechnen zu können. In der Konsequenz fehlt es dem Markt zunehmend an Kontinuität, entweder es herrscht Überhitzung oder die Nachfrage senkt sich gegen Null. Die Überhitzung führte zum Versorgungskollaps und damit zu schwerwiegenden Kostenproblemen für alle Beteiligten. Da sich SUNOVA als Unternehmen europaweit positioniert, lassen sich die zuvor beschriebenen Effekte für uns glücklicherweise weitgehend ausgleichen.“
Frage: Herr Hillebrand-Hansen, SUNOVA spezialisiert sich auf Solarkraftwerke für Flachdächer in Leichtbauweise. Wie schätzen Sie die Entwicklungen in diesem Bereich ein? Wo sehen Sie die Vorteile Ihrer Spezialisierung?
Werner Hillebrand-Hansen: „In den kommenden Jahren werden gebäudeverbundene Solartechnik, Strom-Eigenverbrauch und die Dezentralisierung der Stromversorgung stark an Bedeutung gewinnen. Schon jetzt investieren die Kommunen mehr und mehr in den Ausbau ihres Anteils an regenerativer Energie. Durch die Spezialisierung auf Flachdach-Solar-Systembau leistet SUNOVA bereits heute einen nennenswerten Beitrag zur dezentralen Energieversorgung im Industrie- und Gewerbebau. Ganz klar werden wir auch künftig von den gigantischen Dachflächen profitieren, die bislang noch brach liegen. Aber eben auch nur in Kombination mit unserem spezifischen Wissen in der Flachdach-Bauweise, denn nur so sind wir in der Lage, auf diesem sensiblen Gewerk rentable und langlebige Solarkraftwerke zu installieren. Leider werden in der Praxis allzu oft die Zusammenhänge zwischen dem Flachdach-Gewerk als Fundament und dem kompatiblen Systemdesign der Solaranlage unterschätzt. SUNOVA stimmt jede einzelne Komponente von System und Bauvorhaben auf das Flachdach ab und hilft dadurch Bauherren und Investoren, Schäden an der Dachabdichtung bzw. Folgeschäden am Gebäude und dem Solarkraftwerk zu verhindern.“
Frage: Sie sind bei der SUNOVA AG vor allem auch für die Projektrealisation verantwortlich. Was nehmen Sie an Erfahrungswerten aus dem Jahr 2010 mit? Wo lagen die Hindernisse, wo lagen die Chancen für Ihr Unternehmen?
Werner Hillebrand-Hansen: „Das Jahr 2010 stellte hierzulande durch den langen Winter und die sich ständig verschiebenden Termine der EEG-Sonderabsenkung sehr hohe Anforderung an die Flexibilität in der Umsetzung der Projekte. Trotz aller Hindernisse konnten wir durch unsere solide und praxisorientierte Organisation in diesem herausfordernden Umfeld bestehen und uns im Vergleich zum vorangegangenen Jahr sogar verbessern. Durch europaweite Projektrealisationen haben wir gelernt, Abläufe klar zu strukturieren, Schnittstellen und Verantwortlichkeiten unserer gut ausgebildeten Projektingenieure zu definieren. Selbst bei maximaler Auslastung und im international besetzten Projektteam gelingt es uns so, die Projektumsetzung in ihrer Qualität sicher zu stellen. In diesem Jahr realisierten wir noch vor der zweiten Absenkung Projekte im Megawatt-Bereich für Ikea Deutschland. Im europäischen Ausland gewannen wir weitere Absatzmärkte: Erste Projekterfolge verbuchen wir in den für SUNOVA neuen Märkten Griechenland, Tschechien, Frankreich und Schweden.“
Frage: Herr Innerhofer, wenn Sie Deutschland mit den beiden Ländern Frankreich und Italien vergleichen, in denen die beiden Töchter der SUNOVA AG ihren Sitz haben, welche Prognosen leiten Sie dann für die Entwicklung der drei Märkt ab?
Werner Innerhofer: „Italien wie Frankreich werden als interessante Wachstumsmärkte beurteilt. Deutschland wird auf absehbare Zeit allerdings in Europa weiterhin die aktivste Rolle in der Umsetzung erneuerbarer Energiekonzepte spielen.“
Frage: Wie wird sich das Jahr 2011 für die SUNOVA AG entwickeln?
Werner Hillebrand-Hansen: „Wir erwarten, dass Deutschland auch im Jahr 2011 der größte Photovoltaik-Markt weltweit bleiben wird. Für uns gilt es im kommenden Jahr die Möglichkeiten, die sich durch die Eigenverbrauchsregelung ergeben, dann auch erfolgreich am Markt umzusetzen. In der zweiten Jahreshälfte gehen wir aufgrund der Neuregelungen für 2012 von einem erneuten Nachfrageschub aus. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich durch eine frühe Projektumsetzung die längere Laufzeit für die Vergütung und gute Verfügbarkeit zu sichern.“
Frage: Und wie schätzen Sie die Entwicklung im europäischen Ausland ein?
Werner Innerhofer: „Außerhalb Deutschlands werden wir die bestehenden Märkte stark ausbauen und in neuen starten. SUNOVA plant starkes Wachstum in Frankreich, Italien sowie eine moderate aber qualifizierte Weiterentwicklung in Deutschland.“

Die SUNOVA AG verknüpft langjähriges Know-how aus dem Flachdachbau mit neuester Photovoltaik-Technik. Dieses gesamtheitliche Denken ist die Basis für ein europaweites Netzwerk von hochqualifizierten Abdichtungsbetrieben. Mit diesem Netzwerk werden PV-Lösungen realisiert, die genau auf das jeweilige Flachdachsystem abgestimmt sind und Funktionalität wie Rentabilität für mindestens 20 Jahre gewährleisten.

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Erstellt von an 6. Dez 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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