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Weltrekord für Wirkungsgrad – Lahmeyer optimiert GuD-Kraftwerk





Am 30. April 2018 ging das Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD) Haveli mit dem weltweit höchsten Wirkungsgrad in Pakistan in Betrieb. Dabei setzt der Kraftwerksbetreiber erstmalig in Pakistan H-Klasse-Gasturbinen vom Typ 9HA.01 ein. Lahmeyer Ingenieure nahmen eine genaue Analyse des Potenzials der Turbinen vor und optimierten deren Wirkungsgrad über das geforderte Niveau hinaus. Das Kraftwerk am Standort Haveli Bahadur Shah verfügt nun über einen Wirkungsgrad von 62,4 % – Weltrekord!

Seit Februar 2015 arbeiten Lahmeyer und das Beratungsunternehmen National Engineering Services Pakistan (Pvt) Limited (NESPAK) bei der Entwicklung von Stromerzeugungskapazitäten in der dicht besiedelten Provinz Punjab eng zusammen. Der Stromverbrauch dieser Region macht 68 % des gesamten nationalen Verbrauchs aus, 60 % der pakistanischen Industrie sind hier angesiedelt. Das jährliche Bedarfswachstum beläuft sich auf 6 bis 8 %. Die Stromunterversorgung in Punjab beträgt gegenwärtig 3.000 bis 5.000 MW.

Das Ingenieurunternehmen Lahmeyer unterstützt NESPAK und zwei öffentliche Projektgesellschaften bei der Umsetzung des Projektes, das aus den drei Gas- und Dampf-Kombikraftwerken Haveli Bahadur Shah, Balloki und Bhikki besteht. Die Spezialisten von Lahmeyer und NESPAK haben die Vorplanung für das Projekt von der Ausschreibung der Projektspezifikation bis zur Auswertung der Vorschläge innerhalb von nur sieben Monaten durchgeführt.

Kurze Umsetzungszeit und hoher Wirkungsgrad
Dabei bestand die große Herausforderung neben den hohen Kraftstoffpreisen (Flüssiggas) in der kurzen Umsetzungszeit. Die Ein-Zyklus-Phase sollte innerhalb von 18 Monaten (erste Einheit – Gasturbine) bzw. die kombinierte Zyklusphase innerhalb von 27 Monaten abgeschlossen sein. Sowohl der Zeitplan als auch die neuen Leistungsdaten der chinesischen EPC-Auftragnehmer, die einen Wirkungsgrad von 61-63% vorgaben, waren sehr ambitioniert. Um diese Ziele zu erreichen, haben Lahmeyer und NESPAK beschlossen, alle drei Kraftwerke mit GE-Gasturbinen der H-Klasse, Modell 9HA.01 zu betreiben – der erste Einsatz dieses fortschrittlichen Turbinentyps in Pakistan.

Vor allem in Hinblick auf das Haveli-Kraftwerk, das gemäß Vorgabe den höchsten Wirkungsgrad erzielen sollte, musste das Potenzial der hochmodernen Gasturbinen genau untersucht werden. Dazu analysierte Lahmeyer die Fähigkeit des Kompressors innerhalb der Verdichter-Kennlinie. Basierend auf dem Strömungsquerschnitt, dem Druck und der Temperatur überprüften die Ingenieure anschließend die Turbinen-Durchflussleistung auf Übereinstimmung mit der Verdichter-Kennlinie. Dabei gelang es den Ingenieuren, das Leistungsniveau zu optimieren. Das Ergebnis war eine Turbinenauslegung, die einen Wirkungsgrad von 62,4 % erreichte – was derzeit den Weltrekord für den Wirkungsgrad eines Kombikraftwerks darstellt.

Lahmeyer erfüllt anspruchsvolle Anforderungen
Im Juli 2017 wurde alle sechs Gasturbinen der H-Klasse an den drei Standorten den ersten Feuerungsversuchen unterzogen. Vier Turbinen gingen unmittelbar danach in den kommerziellen Betrieb. Innerhalb des zweiten Quartals 2018 haben schließlich alle drei Kraftwerke den vollen kommerziellen Betrieb aufgenommen. Somit erfüllte Lahmeyer sowohl den engen Zeitplan als auch die Forderung nach einem hohen Wirkungsgrad der Anlagen.

Zukunft von Gasturbinen der H-Klasse
Weitere angekündigte Maßnahmen der Hersteller von Gasturbinen der H-Klasse ermöglichen eine weitere Verbesserung des Wirkungsgrads auf über 63 % für zukünftige GuD-Kombikraftwerke. Darüber hinaus wird die Gasturbinenleistung steigen, der Stromverbrauch wird sinken und der EPC-Umsetzungszeitraum verkürzt. Pakistan fördert effektiv die Entwicklung der Stromproduktion auf der Basis von regasifiziertem LNG (flüssiges Erdgas). Fortschrittlichen Gasturbinen wird in dieser Hinsicht entscheidende Bedeutung zukommen. Mit dem geplanten Kraftwerk Jhang gewann Lahmeyer bereits ein weiteres Projekt in Pakistan. Dieses neue Projekt wird das Ingenieursunternehmen in der gleichen Konstellation zusammen mit NESPAK bearbeiten. Hier werden Gasturbinen der H-Klasse von Siemens zum Einsatz kommen.

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Erstellt von an 14. Mai 2018. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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