Startseite » Umwelttechnologien » Umweltschützer und Imker fordern nationalen Bienenaktionsplan

Umweltschützer und Imker fordern nationalen Bienenaktionsplan





Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) und die Aurelia Stiftung haben umfassende Maßnahmen zum Schutz
bestäubender Insekten wie Bienen und Hummeln gefordert. Angesichts
schwindender Bestände bei den zur Befruchtung von Nutz- und
Wildpflanzen wie Obstbäumen, verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und
Blumen unverzichtbaren Bestäuberinsekten müsse
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich seine Zusagen
für mehr Bienenschutz umsetzen.

„Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist für den Rückgang
und das Aussterben von immer mehr Insektenarten verantwortlich.
Pestizide, Monokulturen und die reduzierte Pflanzenvielfalt gefährden
Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wird der
Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht
nur die biologische Vielfalt, sondern auch die
Nahrungsmittelproduktion“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Thomas Radetzki, Vorsitzender der Aurelia Stiftung, der seit
langem vor dem Europäischen Gerichtshof für ein Verbot von Pestiziden
wie den bienengefährdenden Neonikotinoiden und Glyphosat eintritt,
forderte die Umsetzung des Verursacher- und Vorsorgeprinzips.
„Pestizide sind mitverantwortlich für das Bienenvölkersterben. Es
geht nicht an, dass die EU-Kommission von den Imkern fordert, ihre
Bienenvölker andernorts aufzustellen, wenn mit einer erhöhten
Pestizidbelastung zu rechnen ist. Die Tatsache, dass im Honig
erhebliche Rückstände von Pestiziden nachweisbar sind, ist höchst
beunruhigend für Imker und Verbraucher“, sagte Radetzki.

Werner Kratz, Ökotoxikologe und Privatdozent an der Freien
Universität Berlin, wies auf umfangreiche wissenschaftliche Belege
für die Schädlichkeit von Pestiziden hin. „Wissenschaftliche
Untersuchungen haben die massive Schädigung von Bienen durch
zugelassene Mittel wie Neonikotinoide und Glyphosat bewiesen. Damit
umweltschädliche Stoffe künftig rechtzeitig identifiziert und
verboten werden können, muss das Zulassungsverfahren für Pestizide
dringend reformiert werden. Zulassungsprüfungen dürfen nicht länger
den antragstellenden Herstellerfirmen überlassen, sondern müssen von
unabhängigen Instituten durchgeführt werden“, sagte Kratz.

Zu den vom BUND und der Aurelia Stiftung empfohlenen Maßnahmen für
einen nationalen Bienenaktionsplan zählen neben der Reform des
Zulassungsverfahrens für Pestizide auf nationaler und internationaler
Ebene ein verbesserter Schutzstatus für Bestäuber, die Erhaltung und
Wiederherstellung vielfältiger Lebensräume, die ökologische
Ausrichtung der Landwirtschaft sowie die Einführung eines
Langzeit-Monitorings der Insektenbestände.

Zum Bienenaktionsplan des BUND und der Aurelia Stiftung (PDF):
www.bund.net/nationaler_bienenaktionsplan

Pressekontakt:
Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin:
Tel. 0175-4487691 bzw.

Annika Natus, BUND-Pressesprecherin:
Tel. 030-27586-464
E-Mail: presse@bund.net
www.bund.net oder

Thomas Radetzki, Vorstand Aurelia Stiftung:
Tel. 0171-3366569
E-Mail: thomas.radetzki@aurelia-stiftung.de
www.aurelia-stiftung.de oder

Dr. Werner Kratz, Mobil: 0157-84678414:
E-Mail: kratzw@zedat.fu-berlin.de

Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1483843

Erstellt von an 26. Apr 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

Ihre Meinung dazu

FaceBook

Archiv

© 2017 88energie. All Rights Reserved. Anmelden - Copyright by LayerMedia