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Tourismus fördert biologische Vielfalt – Ö.T.E. wirbt für mehr Kooperation von Naturschutz und Tourismus





ür mehr Kooperation von Naturschutz und Tourismus

(Bonn, 10. Dezember 2010). Der Ökologische Tourismus in Europa (Ö.T.E.) e.V., die Umweltorganisation für einen nachhaltigen Tourismus, möchte auf die vielfältige Bedeutung und den Zusammenhang von Naturschutz und naturnahen Landschaften für den Tourismus hinweisen. In diesem Spannungsfeld setzt das neue Projekt „Tourismus fördert biologische Vielfalt“ an, das einen Beitrag zur Umsetzung der im Jahr 2007 von der Bundesregierung beschlossenen „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ leisten will. Das Vorhaben läuft bis Ende des Jahres 2012 und wird vom Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Über einen gemeinsamen Dialog mit Akteuren aus der Tourismuswirtschaft und den Natur-, Umweltschutz- und Freizeitverbänden soll das Verständnis und das Bewusstsein über die Zusammenhänge von biologischer Vielfalt und Tourismus weiter gestärkt werden. Ebenso soll die Umsetzung bestehender und auch neuer beispielhafter Maßnahmen in Regionen unterstützt sowie neue Kooperationen und Netzwerke zwischen Naturschutz und naturnahen Tourismus- und Freizeitakteuren geknüpft werden. Dies soll einen größeren Kreis von Trägern und Institutionen anregen, mehr und mehr nachhaltige Tourismusangebote zu entwickeln und so die Umsetzung der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ gezielt zu unterstützen.

Durchgeführt werden spezielle Workshops zu Themen wie erfolgreiche Kooperationen und Netzwerke von Tourismus und Naturschutz, verträgliche Sport- und Freizeitnutzung, Entwicklung naturverträglicher Tourismusangebote oder Finanzierungsinstrumente. Dabei sollen gemeinsame Interessen hervorgehoben und kooperativ nach tragbaren Lösungen für verträgliche Nutzungen und Naturschutz gesucht werden. Die Ergebnisse der Workshops fließen in einen Handlungsleitfaden, der Praktikern als Arbeitsgrundlage zur Optimierung von Kooperationen, Tourismusmaßnahmen und -angeboten dient. Daneben wird für die Träger landes- und bundesweit angebotener Lehrgänge für Natur-, Landschafts- und Wanderführer als Ergänzung ein spezielles Ausbildungsmodul „Tourismus und biologische Vielfalt“ entwickelt. Ebenso gilt es, die Betreiber touristischer Label im Umfeld des naturnahen Tourismus für eine Integration von Naturschutzbelangen in ihre Kriterienkataloge zu gewinnen.

Schließlich werden über den vom Ö.T.E. koordinierten Arbeitskreis „Tourismus und biologische Vielfalt“ bundesweit agierende Natur-, Umweltschutz- und Freizeitverbände ihre Aktivitäten hierzu abstimmen, für Tourismus und biologische Vielfalt werben und weitere beispielhafte Maßnahmen in Kooperation mit der Tourismus- und Freizeitwirtschaft umsetzen. Mitglieder sind der DNR, BUND, NABU, WWF, Naturfreunde Deutschlands, Deutscher Alpenverein, Deutscher Wanderverband, EUROPARC, Verband deutscher Naturparke und VCD.

Tourismus ist größtenteils auf eine intakte Natur und Landschaft angewiesen. Er lebt von diesem Kapital, stellt oft aber eine erhebliche Belastung für diese dar. Oft zerschneiden touristische Infrastruktur wie z.B. Ski- und Freizeitanlagen) wertvolle Landschaftsräume oder intensiv ausgeübte Sport- und Freizeitaktivitäten in der Landschaft haben negative Effekte auf Tiere und Pflanzen. Dies trägt zum Verlust von Arten und Ökosystemen bei. Der Erhalt der biologischen Vielfalt muss also zu einem selbstverständlichen Interesse auch des Tourismus werden.

Aber auch der Naturschutz profitiert vom Tourismus, wie viele Beispiele von erfolgreichen Kooperationen in Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten zeigen. Er sorgt für zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommen in strukturschwachen Regionen und Gäste sind besonders dort für Angebote zur Umweltbildung und zum Natur erleben gezielt zu gewinnen. Daher muss auch Anliegen des Naturschutzes sein, wo immer möglich, verträgliche Tourismus- und Erholungsformen zuzulassen.
Tourismusakteure, Leistungsträger und Verbände sind daher herzlich eingeladen, sich an dem Projekt und dem Dialogprozess zu beteiligen und zur Förderung der biologischen Vielfalt im Tourismussektor beizutragen.

Die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ ist darauf ausgerichtet, die zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung nachhaltig zu gestalten ohne die Lebensgrundlagen des Menschen zu zerstören. Die Strategie zeigt Problembereiche auf und liefert Lösungswege wie z. B. auch Nutzungsansprüche durch Tourismus und naturnahe Erholung verträglich und im Einklang mit den Naturschutzinteressen entwickelt und durchgeführt werden können. Ziele dabei sind u.a. die Verringerung negativer Auswirkungen auf ökologisch sensible Gebiete, die verstärkte Entwicklung naturverträglicher Tourismus- und Freizeitangebote sowie eine deutliche Erhöhung der Zahl umweltorientierter Tourismusanbieter. Alle beteiligten Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verbänden sind aufgefordert, sich an der Umsetzung der Nationalen Strategie zu beteiligen.

Nur wenn Naturschutz und Tourismus zu einer dauerhaften konstruktiven und kooperativen Zusammenarbeit gelangen, kann ein größtmöglicher Schutz für die Natur als auch ein größtmöglicher Nutzen für den Tourismus erreicht werden.

Kontakt:

Rolf Spittler, Vorsitzender
Tel. 0521 ? 61 370; rolf.spittler@aube-umweltakademie.de

Bernd Räth, Geschäftsführer
Tel.: 0228 ? 359 008; b.raeth@oete.de

Weitere Informationen: Projektbeschreibung
Umsetzung der Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt: www.biologischevielfalt.de

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=313140

Erstellt von an 10. Dez 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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