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Solares Kühlen im Großformat





Wie sich eine große Solaranlage in die komplexe Kälteversorgung eines Büro- und Verwaltungsgebäudes als zusätzliche Wärmequelle einbinden lässt, untersuchten Forscher der Hochschule Offenburg in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. Die Demonstrationsanlage mit 1.330 m² Bruttokollektorfläche wurde im Rahmen des Förderkonzepts Solathermie2000plus vom Bundesumweltministerium gefördert. Sie liefert Antriebsenergie für die momentan weltweit größte Adsorptionskälteanlage mit einer gesamten Nennleistung von über 1 MW. Die Mess- und Betriebsergebnisse aus mehr als zwei Messjahren liegen jetzt vor.

Die Kälteanlage sorgt auf rund 30.000 Quadratmetern Büro- und Atriumsfläche des Technologiezentrums der Festo AG Co. KG in Esslingen für angenehme Temperaturen. Die drei Adsorptionskältemaschinen auf Silikagel/Wasser-Basis mit je 353 kW Nennkälteleistung werden von Gaskesseln, der Abwärme von Druckluftkompressoren sowie seit 2007 mit solarer Wärme angetrieben.

Das Solarsystem setzt sich aus einem Kollektorfeld mit Vakuumröhrenkollektoren und zwei Pufferspeichern à 8,5 Kubikmetern zusammen. Eine Besonderheit ist, dass im Kollektorkreis nur Wasser zirkuliert und die Frostsicherheit thermisch über die Regelung der Kollektorkreispumpe gewährleistet ist. Dabei wird durch eine komplexe Regelstrategie bei Frostgefahr Wasser aus den Speichern in die Kollektoren gepumpt und damit ein Einfrieren verhindert.

Ein Wärmetauscher, der in herkömmlichen Kollektoranlagen den Glykol- vom Wasserkreis trennt, ist nicht notwendig.

Zusätzlich wurde die Solaranlage an die Bauteiltemperierung eines neuen Gebäudes angeschlossen, um außerhalb der Betriebszeiten der Kältemaschinen die Solarwärme optimal bei niedrigen Rücklauftemperaturen nutzen zu können.

Einblick in die Betriebserfahrungen

Nach Beendigung des Probebetriebs startete im August 2008 das erste Intensivmessjahr. Einundachtzig Sensoren ermöglichen ein detailliertes Monitoring des Solar- und Kälteanlagenbetriebs. Zusammen mit der Probebetriebsphase ab Juni 2008 stehen aktuell Messdaten und Betriebserfahrungen für mehr als zwei Jahren zur Verfügung, die auf der Webseite der Forschungsgruppe net der Hochschule Offenburg präsentiert werden.

Herstellergarantie übertroffen

Der Kollektorhersteller garantierte einen Ertrag von 500 MWh/a bezogen auf die in die Solarspeicher eingespeiste Energie bei einem Nutzungsgrad der Anlage von 33,5%. Die Messungen ergaben 543 MWh/a im ersten und 557 MWh/a im zweiten Messjahr bei einem Nutzungsgrad im Kollektorkreis von 34,7% und 36,3%. Damit wurde die Garantie in beiden Jahren deutlich erfüllt.

Kontakt: www.bine.info

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=258846

Erstellt von an 16. Sep 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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