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Smart Home auf dem Vormarsch – Energieeffizienz trifft Wohnkomfort





Mit der Energiewende findet eine Dezentralisierung der Stromerzeugung statt. Nicht nur die Energie-Infrastruktur und Verteilernetze müssen künftig komplexere Aufgaben übernehmen. Auch die Verbraucher und ihre Geräte werden bald intelligentere Systeme nutzen, die den Verbrauch aufeinander und auf den Lebensstil anpassen. Smart Home heißt dieses System der Zukunft, bei dem die Haustechnik und Haushaltsgeräte miteinander vernetzt werden. Dies soll nicht nur Energie und Kosten sparen sondern auch den Wohnkomfort deutlich erhöhen. Schon heute haben sich erste Geräte der smarten Systeme in unseren Alltag geschlichen und erleichtern unser Leben.

Intelligentes Hausmanagement – Zukunftstechnik wird sich durchsetzen

Neuesten Daten der Bitkom zufolge nutzt aktuell bereits jeder Siebte eine oder mehrere Funktionen des Smart Home. In solchen Haushalten lassen sich beispielsweise verschiedene Lichtstimmungen per Knopfdruck einstellen, von jedem beliebigen Ort im Haus kann die Musik für verschiedene Räume geregelt werden und Computer, Fernseher und Handy kommunizieren miteinander. 82 Prozent der Bevölkerung sind nicht nur überzeugt, dass die Smart Home-Technologie sich in der Zukunft durchsetzen wird, sie sind auch interessiert darin zu investieren.

In Deutschland befindet sich bereits heute mit 48 Prozent der größte Absatzmarkt Europas für die Smart Home-Technologien. Obwohl es sich bisher dennoch um einen Nischenmarkt handelt, arbeiten Unternehmen auf Hochtouren, um die Geräte massentauglich zu machen. Bis zum Jahr 2020, so die Einschätzung von Experten, könnte mit der Verdreifachung der derzeitigen Nutzerzahlen der Durchbruch für eine flächendeckende Verbreitung geschafft sein.

Energieeffizienz per Knopfdruck

Das größte Potenzial vermuten Forscher im Segment Smart Energy. Beim intelligenten Management des Energieverbrauchs steht Energieeffizienz klar im Fokus. Entsprechend konzentriert sich ein großer Teil des Angebots schon heute auf intelligente Heizsysteme, die bis zu 30 Prozent der Heizkosten einsparen können. Elektrische Thermostate, die sich zeitgesteuert ein- und ausschalten und beispielsweise zur morgendlichen Rushhour um sieben Uhr das Bad aufheizen und nach einer Stunde wieder herunterfahren, wenn die Bewohner das Haus Richtung Arbeit und Schule verlassen. Wird in unmittelbarer Umgebung ein Fenster zum Lüften geöffnet, schalten sich die Geräte vorübergehend automatisch ab, um unnötigen Wärmeverlust zu vermeiden. Andere Heizgeräte erkennen, wenn die Hausbewohner sich der Wohnung nähern und fahren nicht nur die Heizung an sondern begrüßen die Heimkehrer mit erleuchteten Räumen und Musik.

Schon heute immer stärker verbreitet gehört auch ein Smart Meter zu den verheißungsvollen energieeffizienten Helfern. Die intelligenten Stromzähler können den Verbrauch diverser Haushaltsgeräte kontrollieren und miteinander in Einklang bringen. Für Besitzer einer eigenen Photovoltaik-Anlage bedeutet dies, dass die Waschmaschine automatisch anspringt, wenn das eigene kleine Kraftwerk auf dem Dach genügend Strom produziert. In Zukunft sollen Smart Meter auch in der Lage sein, stromintensive Geräte dann in Betrieb zu nehmen, wenn die Stromnachfrage gering und Energie besonders preiswert ist – beispielweise nachts.

Wohnkomfort und Sicherheit

Neben der Energieeffizienz erfreuen sich vor allem zwei weitere Bereiche der Smart Home-Branche eines erhöhten Interesses. Das Segment Convenience und Sicherheit ist bereits heute vergleichsweise weit verbreitet. Die automatisierte Steuerung von Rollläden bei Dämmerung sowie Feuer- und Einbruchschutz oder die Überwachung und Alarmierung bei Rohrbrüchen stehen hoch im Kurs. Auch die Assistenzsysteme zur Unterstützung für Senioren scheint ein beliebter Markt der Zukunft zu sein. Der Hausnotruf kommt dann nicht erst auf Knopfdruck oder nach einem Anruf; die Notfallsysteme erkennen auf Basis von Bewegungsdaten automatisch ob ein Notfall vorliegt und informieren Angehörige und den Pflegedienst. Auch Schlafqualität, Trinkverhalten und Medikamenteneinnahme werden von der Sensorik überwacht und erinnern die Nutzer gegebenenfalls an ihre Versäumnisse.

Anschaffungshindernisse teilweise unbegründet

Als größter Hinderungsgrund bei der Anschaffung gelten für viele eine aufwändige Installation und die Kosten. Dabei tragen rund zwei Drittel der Deutschen die Fernbedienung für das neue Lebensgefühl bereits in ihrer Hosen- oder Handtasche: Smartphones und Tablets sind häufig die Steuerungselemente der vernetzten Haustechnik. Mit WLAN und den mobilen Endgeräten sind vor allem für die günstigen Insellösungen die Voraussetzungen für die intelligente Haustechnik bereits geschaffen. Sogenannte Plug-and-Play-Technologien können von den Verbrauchern ohne großen Aufwand und oft schon für wenige hundert Euro selbst in Betrieb genommen werden. Erst wer es leid ist, dass die Produkte häufig auf einzelne Funktionen begrenzt sind und für jedes Tool eine andere App benötigt wird, darf etwas tiefer in die Tasche greifen. Stark vernetzte Systeme werden im Idealfall schon beim Hausbau installiert. Über eine einheitliche Oberfläche können die Besitzer praktisch die gesamte Haustechnik steuern.

Gefahr durch Hacker der größte Unsicherheitsfaktor

Smart Homes tragen nicht nur zur erhöhten Sicherheit und mehr Energieeffizienz bei, Hersteller versprechen ein neues Wohngefühl und erhöhten Komfort. Doch Interessenten haben eine Schwachstelle der intelligenten Kontrollsysteme bereits erkannt: Abhängig vom Anbieter gibt es nicht immer Gewissheit über den sicheren Umgang mit Nutzungs- und Verbraucherdaten. Zudem kann bisher nicht ausgeschlossen werden, dass die intelligenten Häuser gehackt werden. Eine fernsteuerbare Sicherheitstechnik bleibt dann nutzlos. Dennoch sind viele bereits erhältliche Geräte weitestgehend bedenkenlos einsetzbar und können den Alltag vereinfachen. Für die Energieversorgung im erneuerbaren Zeitalter scheint die Technologie unabdingbar, es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die Spielzeuge Selbstverständlichkeit werden und Kühlschränke, Heizungen und Waschmaschinen miteinander kommunizieren.

Quellen:
FOCUS
N24.de
haz.de
Deloitte
FAZ

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1170019

Erstellt von an 6. Feb 2015. geschrieben in Energiesparen. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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