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Smart Grid funktioniert nur so gut wie seine Schnittstellen





Das Konzept des Smart Meterings ist längst auf dem Level der konkreten Umsetzung angekommen. Doch nach und nach offenbaren sich die Stolpersteine der praktischen Anwendung. Gerade beim Thema Messdatenmanagement treten nach Erfahrung der enmore consulting ag vermehrt Fragen auf, deren Beantwortung ein gutes Stück Einfühlungsvermögen und Erfindergeist erfordert. Das Konzept der Vernetzung steht und fällt mit dem Funktionieren der Schnittstellen der verschiedensten Systeme. Die Experten von enmore consulting warten hier mit einem innovativen Lösungsszenario auf, das den Informationsaustausch und -abgleich sicherstellt – selbst wenn von der Branchen-Software keine Webservices unterstützt werden. Nach Empfehlung des Dienstleisters sollte der Anbindung einer Meter Data Management Lösung an das Geschäftssystem der jeweiligen Marktrolle grundsätzlich eine exakte Situationsbetrachtung vorausgehen. Nur so können die Hürden eines solchen Projektes von Anfang an minimiert werden.

„Neben der Archivierung und Aufbereitung der exponentiell anwachsenden Messdaten zählt vor allem die zielgerichtete Einbindung dieser Informationen in bestehende Prozesse der jeweiligen Marktrollen“, weiß Bernd Meyer, Senior Consultant bei der enmore consulting ag. Hier kommt es darauf an, die involvierten Systeme und die zugrundeliegenden Datenmodelle genau unter die Lupe zu nehmen. Denn Voraussetzung für eine erfolgreiche Schnittstellenanbindung ist, dass alle Beteiligten die Verarbeitungslogik des jeweils anderen Produktes – egal ob Messdatenmanagementlösung oder Geschäftssystem von Energieversorgungsunternehmen – verstehen. Beim SAP-Modell gilt der Zählpunkt auf Anlagenebene als zentrales Objekt während beispielsweise im Meter Data Management System (MDMS) der Geräteplatz als Ausgangspunkt definiert wird. Dementsprechend ist ebenso die Prozesslogik in beiden Systemen unterschiedlich aufgebaut. Auch verschiedene Bezeichnungen für das gleiche Objekt oder differierende Abläufe erschweren die Verknüpfung. So können mehrere Geschäftsprozesse zu einer Verbrauchsstelle (Einzug, Storno Einzug, Einzug etc.) an einem Tag zu Problemen führen. Wenn das MDMS davon ausgeht, dass maximal eine Änderung pro Tag pro Objekt möglich ist, kommt es zu Fehlinterpretationen, die die Verarbeitung stoppen. Daher sollte man sich vor der Entscheidung mit dem eigenen System auseinandersetzen und auch den MDMS-Anbieter auf Herz und Nieren prüfen.

Aus der Praxis: Trickreiche Datenintegration im SAP IS-U
SAP berücksichtigt mit dem bisher ausgelieferten Enhancement Package (aktuell Enhancement Package 5) verstärkt die Integration von Messdatenerfassungssystemen. Dennoch kann es bei der Verknüpfung zu Problemen kommen: Der Austausch zwischen IS-U und dem System zur Vereinheitlichung und Synchronisation von Messdaten (MDUS) – als integraler Bestandteil des MDMS – erfolgt über Webservices im XML-Format. Wenn diese jedoch nicht unterstützt werden, sind Alternativen erforderlich, um den Informationsaustausch und -abgleich sicherzustellen. Hier hat enmore consulting einen innovativen Ansatz entwickelt: Für die Bearbeitung der großen Anzahl von Stammdaten eignet sich die Verwendung sogenannter „EVENTS“. Diese Aktionen werden während eines bestimmten Geschäftsprozesses, zum Beispiel beim Einbau eines Geräts, systemintern erzeugt und über die Ereignistypkopplung mit einem entsprechenden Funktionsbaustein verbunden – vom technischen Geräteeinbau über Einzug und Auszug bis hin zum Lieferantenwechsel aus Sicht des Netzbetreibers oder der Tarifdatenänderung. Wenn ein EVENT ausgelöst wird, aktiviert dies gleichzeitig den zugewiesenen Funktionsbaustein. Dabei übernimmt das SAP System in der aktuellen Version die Führungsrolle und liefert von sich aus prozessrelevante Daten. Das MDMS kann zwar Informationen erhalten, aber selbst keine Abfragen veranlassen. Beim Stornofall ist ein Vorgehen über EVENTS daher nicht zielführend, da zum Zeitpunkt des Auslösens der SAP-Prozess an sich schon abgeschlossen wurde. Die entsprechenden Daten sind in den Tabellen gelöscht. Im spezifischen Projekt brachten sogenannte „User-Exits“, die die Einbindung eigener Programmierungen und Funktionalitäten auf Kundenseite ermöglichen, die Lösung: Daten können über entsprechende Befehle abgegriffen und separat gespeichert werden, bevor die reguläre Löschung erfolgt.

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=253240

Erstellt von an 7. Sep 2010. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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