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Papierhersteller UPM unterstützt Energiewende in Bayern / Bayerns Wirtschafsministerin Aigner besucht Teilnehmer des dena-Pilotprojekts Demand Side Management Bayern (FOTO)





Bayerns Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner hat am
Montag eines der Unternehmen in Bayern besucht, das bereits seinen
Stromverbrauch an die aktuelle Situation im Stromsystem anpasst. Der
Papierhersteller UPM GmbH in Schongau gehört zu den
Vorreiterunternehmen, die derzeit in einem Pilotprojekt der Deutschen
Energie-Agentur (dena) und des Bayerischen Wirtschaftsministeriums
das sogenannte Demand Side Management (DSM) erproben. Wie DSM
erfolgreich in der Praxis funktionieren kann, hat sich
Energieministerin Aigner vor Ort am Beispiel der Holzstoffproduktion
bei UPM erläutern lassen.

Pilotprojekt liefert wertvolle Erfahrungen für Marktentwicklung

„Damit die Energiewende ein Erfolg wird, müssen wir die
Erneuerbaren besser in das Gesamtsystem integrieren. Dafür brauchen
wir flexible Lösungen, sowohl auf der Angebots- als auch auf der
Nachfrage-Seite“, sagte Aigner beim Rundgang. Die bayerische
Staatsregierung fördere deswegen sieben Pilotprojekte zum
Lastmanagement. „Die bayerische Wirtschaft ist hier ein
Innovationsmotor und Unternehmen wie UPM leisten Pionierarbeit für
den Umbau unserer Energieversorgung. Die Erkenntnisse aus diesen
Projekten sind die Voraussetzung dafür, dass wir flexibles
Lastmanagement in Zukunft möglichst flächendeckend einsetzen können.“

dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp betonte: „UPM ist auch
deshalb ein so gutes Beispiel, weil hier mit sehr viel
Anpassungsbereitschaft auf den eigenen Energieverbrauch geblickt
wird. Die flexible Last von 25 Megawatt ist eine der größten im
DSM-Pilotprojekt der dena. Von der Flexibilität profitiert das
Unternehmen ebenso wie das Stromnetz. Wir brauchen solche Vorreiter,
denn wir werden im Laufe der Energiewende noch viele neue Wege gehen
müssen. Mit den Erfahrungen aus dem dena-Pilotprojekt können wir die
Herausforderungen genauer identifizieren. Das bringt uns einen großen
Schritt voran.“

Demand Side Management bei UPM

In Schongau hat die Papierherstellung eine lange Tradition. Im
Jahr 1887 nahm die erste Papierfabrik dort ihren Betrieb auf. Heute
gehört das Werk zum international tätigen UPM-Konzern. Am Standort in
Oberbayern produzieren 540 Mitarbeiter unter anderem Papier für
Zeitungen und Magazine sowie für Werbebeilagen. Dafür werden als
Rohstoff neben Altpapier auch Holzhackschnitzel verwendet, die im
Produktionsprozess zu Holzstoff zerfasert werden. Dieser
stromintensive Prozessschritt eignet sich gut für DSM: Die
Holzhackschnitzel und der Holzstoff lassen sich vor beziehungsweise
nach dem Prozess in Materialspeichern lagern. Das ermöglicht es, die
Stromabnahme für das Zerfasern kurzfristig zu unterbrechen, ohne den
Anlagen und dem Produkt zu schaden und den weiteren
Produktionsprozess zu stören.

Die so gewonnene Flexibilität bietet das Unternehmen den
zuständigen Übertragungsnetzbetreibern als Regelleistung an. Diese
nutzen Regelleistung dazu, Stromerzeugung und -verbrauch im Netz im
Gleichgewicht zu halten. Über die Vermarktung seiner flexiblen Last
erzielt UPM Erlöse und trägt gleichzeitig zu einem sicheren
Stromnetzbetrieb bei.

„Wir sind immer auf der Suche nach Innovationen, mit denen wir
Kosten sparen oder neue Geschäftsfelder erschließen können. Demand
Side Management hat auch an unseren weiteren deutschen Standorten ein
hohes Potenzial. Diese Art der Regelleistungserbringung erfolgt
darüber hinaus CO2-frei, was perfekt mit unserer
Unternehmensphilosophie harmoniert“, so Ruud van den Berg, Senior
Vice President MPA bei der UPM-Gruppe.

Das Pilotprojekt

DSM ist in Deutschland noch relativ neu und in der Praxis wenig
erprobt. In dem Pilotprojekt untersucht die dena mit Förderung durch
das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie
und Technologie und im Zusammenwirken mit bayerischen Unternehmen,
wie DSM wirtschaftlich erfolgreich eingesetzt werden kann. Ziel des
Projekts ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre
verschiebbaren Lasten zu ermitteln und zu vermarkten. Die dena hat
dafür die stromverbrauchenden Prozesse von ca. 50 bayerischen
Unternehmen auf Potenziale für Lastverschiebung hin analysiert und
überprüft, ob diese wirtschaftlich erschließbar sind. Derzeit
unterstützt die dena die Unternehmen bei der Vermarktung ihrer
DSM-Potenziale.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt und zum Demand Side
Management unter www.dsm-bayern.de.

Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Immo Zoch, Chausseestraße 128
a, 10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 72 61 65-771, Fax: +49 (0)30 72 61 65-699, E-Mail:
zoch@dena.de, Internet: www.dena.de

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1326902

Erstellt von an 29. Feb 2016. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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