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Offsetdruck von 250 Büchern ist eigentlich ein Alptraum





Online-Druckereien senken ihre Startauflagen beim Offsetdruck. Mittlerweile liegt die typische Einstiegsmenge bei 250 Exemplaren. Der Marktführer Flyeralarm geht noch einen Schritt weiter und druckt ab 100 Exemplaren offset. Als Beruhigungspille können Kunden diese Auflagen CO2-neutral bestellen. Doch die wenigsten wissen, dass beim Offsetdruck eine Unmenge an Abfall für das Rüsten der Druckmaschinen entsteht. Die sogenannte Anlaufmakulatur fällt unabhängig von der Druckauflage an. Dabei gäbe es per Digitaldruck Alternativen, die ohne auftragsbezogenen Rüstaufwand auskommt.

Der Offsetdruck ist ein etabliertes Druckverfahren, bei dem die Hersteller die neuesten Maschinen auf das schnelle Rüsten eines Auftrags optimiert haben. Fixe Drucker bringen einen neuen Job innerhalb von sechs bis acht Minuten zum Laufen. Dieser Geschwindigkeitsvorteil reduziert die Maschinenkosten besonders bei kleinen Druckauflagen, was attraktive Einstiegspreise ermöglicht. Doch was die Kunden nicht ahnen ist, dass es sich beim Offsetdruck von Auflage 250 um eine Materialschlacht handelt. Der CO2-neutrale Druck ist dabei ein Placebo, das gerne eingenommen wird.

Nehmen wir als Beispiel den Druck von 250 Softcover-Büchern im Format DIN-A4, die farbig auf Bilderdruckpapier in einer Grammatur von 170 g/m² gedruckt werden sollen. Der Umschlag wird ebenfalls vollfarbig gedruckt. Der Drucker wählt eine Druckmaschine im 3B-Format, auf der bei einem Druckgang 16seitige Druckbogen hergestellt werden können. Für das komplette Buch werden somit 10 Formen mit 16 Seiten gedruckt und eine Form für den Umschlag. Der Offsetdrucker benötigt für den Druck des Buches insgesamt 84 Druckplatten aus Aluminium, die nur für diesen Auftrag genutzt werden können und anschließend als Altmetall entsorgt werden.

Nach dem Laden von 8 Druckplatten für den beidseitigen Druck einer Form wird die Druckmaschine gestartet. In einem automatisierten Prozess werden die Maschineneinstellungen so optimiert, dass die gewünschte Farbgebung über die Steuerung der Farbmenge erfolgt. Nach etwa 200 Druckbogen steht die Druckform in der korrekten Farbe, d.h. die Abweichungen vom Soll sind innerhalb tolerierbarer Grenzen. Je Form fallen somit 200 Druckbogen Abfallmakulatur an, insgesamt 2.200 Bogen. Konkret geht es somit um etwa 200 kg Abfallpapier, 3 kg Farbe und 84 Druckplatten, die entsorgt werden müssen. Das Papier mit frischer Druckfarbe ist willkommener Rohstoff für die Papierindustrie, die viel Frischware für die Herstellung von Zeitungspapier benötigt. Die Farbe wird von Recyclingbetrieben über einen Standardprozess vom Papier getrennt. Das funktioniert bestens, sofern der Drucker ganz normale Farben mit industriellen Lösemitteln verwendet. Ökofarben mit pflanzlichen Lösemitteln bereiten gewisse Probleme beim Recycling, weil sich die Lösemittel zu Klumpen zusammenschließen und im Standardverfahren nur dann verarbeitet werden können, wenn der Anteil der Ökofarben im gesamten Papierbrei gering ist. Die Aluminiumplatten sind bei Altpapierhändlern begehrt, da wichtiger Rohstoff.

Die Wiederverwertung der Abfallstoffe bereitet somit keine größeren Probleme. Nur sollte man sich als Kunde schon klar sein, dass bei einer Druckauflage von 250 Büchern etwa weitere 80 % bestens Papier verbraucht werden, bis der eigentliche Druckprozess starten kann. Dazu kommen viel energieintensiv hergestelltes Aluminium und ein paar Kilogramm Druckfarbe.

Als Alternative bietet sich der Digitaldruck für Buchaufträge an. Die Online-Druckerei für Bücher Buch drucken hat sich auf den Druck typischer Digitaldruckauflagen spezialisiert. Werden 250 Bücher per Digitaldruck geordert, fallen so gut wie keine auftragsbezogenen Anlaufmakulaturen an. Die Digitaldruckmaschine ist in der Regel bereits bei Auflage 1 in der gewünschten Farbe. Druckplatten werden keine benötigt. Das Digitaldruckverfahren ist somit eine sehr ressourcenschonende Möglichkeit, kleinere Druckauflagen herzustellen. Diese Online-Druckerei verwendet zum Drucken tonerbasierende Drucksysteme, die ebenso gut wie Offsetdrucke recycelt werden können. Ob Tintensysteme oder Indigo-Drucke gut recycelt werden können, darüber streiten sich die Fachleute. Die INGEDE ist der wissenschaftliche Arm der europäischen Papierverwerter und meint, dass maximal 2,5 % Indigodrucke im der Papiermasse enthalten sein dürfen. Ebenso sieht die INGEDE die Verwendung von Tintensystemen kritisch, weil der Aufwand für das Wiederverwerten dieser Drucke wesentlich erhöht wird. Die frogra hingegen zeigt Möglichkeiten auf, wie der Anteil dieser Altmaterialien auf bis zu 5 % erhöht werden kann, ohne dass Qualitätseinbußen beim Altpapier zu erwarten sind. Diesem Hickhack der Experten geht man bei Online-Druck aus dem Weg, in dem Digitaldrucksysteme verwendet werden, die problemlos recycelt werden können.

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Erstellt von an 18. Mai 2013. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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