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Nach Brunsbüttel-Urteil: Sicherheit sämtlicher Atommülllager muss überprüft werden. Zwischenlagerung von Castoren aus Wiederaufarbeitungsanlagen bedarf neuer Genehmigungen





Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und sieben für
die Atomaufsicht jeweils zuständige Länderminister bzw.
-ministerinnen aufgefordert, in Brunsbüttel sowie an allen anderen 14
in Deutschland eingerichteten Atommüll-Zwischenlagern unverzüglich
neue Sicherheitsüberprüfungen vorzunehmen.

„Es ist inakzeptabel, wenn die zuständigen Ministerien nach
Aufhebung der Genehmigung für das Atommüll-Zwischenlager in
Brunsbüttel so tun, als gäbe es woanders keine Sicherheitsprobleme“,
sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Die Ministerinnen und
Minister müssen umgehend nachweisen, dass sämtliche Zwischenlager zum
Beispiel gegen Terrorattacken umfangreich geschützt sind. Zudem
müssen an allen Standorten neue Genehmigungen für das Zwischenlagern
hoch radioaktiver Brennelemente beantragt werden. Vor allem müssen
diese Genehmigungen strengeren Sicherheitskriterien genügen als
bisher. Bis zur Klärung dieser offenen Fragen dürfen keine weiteren
Castor-Behälter in diese Läger gebracht werden“, sagte Weiger. Die
umgehende Sicherheitsüberprüfung der Zwischenlager sei auch deshalb
erforderlich, weil Hendricks die in Kürze anstehenden Rücktransporte
von Castoren aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich bzw.
Großbritannien auf mehrere Zwischenlager in Deutschland verteilen
wolle.

Die Darstellung der Atomaufsicht von Bund und Ländern, es gebe
nach Aufhebung der Genehmigung für das Zwischenlager in Brunsbüttel
sowohl dort als auch bei den anderen Atommüll-Lagern in Deutschland
keine Sicherheitsprobleme, sei unglaubwürdig. Zwar beziehe sich das
dazugehörige Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig nur auf die
Zwischenlagerung hochradioaktiver Brennelemente in Brunsbüttel. Die
Folgen dieses Urteils gingen jedoch weit darüber hinaus. Da die
Mehrheit der Zwischenlager nahezu gleichzeitig geplant, genehmigt und
gebaut worden sei, bestünden die in Brunsbüttel beanstandeten oder
zumindest vergleichbare Defizite mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an
anderen Standorten.

„Große Fragezeichen bezüglich der Sicherheit bestehen insbesondere
bei den zentralen Zwischenlagern in Gorleben, Ahaus und Lubmin“,
sagte Weiger. „Diese sind älter als die anderen 12 direkt an den
Atomkraftwerken eingerichteten Atommülllager und genügen mit hoher
Wahrscheinlichkeit nur deutlich niedrigeren Sicherheitsstandards“, so
der BUND-Vorsitzende.

„Sämtliche Atommüll-Zwischenlager in Deutschland müssen
sicherheitstechnisch für Öffentlichkeit und Gerichte transparent und
nachvollziehbar neu überprüft werden. Gelingt das nicht, ist dies ein
weiterer Beleg für die Unvereinbarkeit der Atomenergie mit dem
Rechtsstaat. In der Konsequenz müssen alle Atomkraftwerke umgehend
vom Netz genommen werden“, sagte Weiger.

Weitere Informationen zu den Atommüll-Zwischenlagern finden Sie im
Internet unter: https://www.bund.net/index.php?id=21910

Pressekontakt:
Thorben Becker, BUND-Atomexperte:
Tel. 030-27586-421,
E-Mail: thorben.becker@bund.net bzw.

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher:
Tel. 030-27586-425, Fax: -440
E-Mail: presse@bund.net
Internet: www.bund.net

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1178323

Erstellt von an 26. Feb 2015. geschrieben in Allgemein, Atomenergie. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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