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NABU und LBV: Live im Wohnzimmer bei Familie Waldkauz





Nach dem Schlüpfen wiegen sie 28 Gramm
und sehen aus wie kleine Federkugeln: Die Brut und Aufzucht von
jungen Waldkäuzen – „Vogel des Jahres 2017“ – können ab sofort
unter www.NABU.de/webcam mit verfolgt werden. Möglich ist dies über
zwei Webcams des NABU und seines bayerischen Partners, Landesbund für
Vogelschutz (LBV). Eine Webcam steht in Berlin, die andere in Kempten
im Allgäu. Die Kameras verfolgen ab heute den Nestbau und das
Ausbrüten der Eier und sind Tag und Nacht geschaltet.

Der Waldkauz brütet nur einmal im Jahr. Das Weibchen brütet
allein, nur in den Brutpausen und zur Nahrungsübergabe kommt das
Männchen hinzu. Bis dahin muss das Männchen jedoch das Weibchen von
seinen Qualitäten überzeugen. Durch „kollerndes“ Nestlocken weisen
verliebte Käuze der Dame ihres Herzens den Weg zu geeigneten
Bruthöhlen. Bei der Balzfütterung präsentieren sie ihre Jagdkünste.
Stimmt die Qualität und Menge der Beute und gefällt der Waldkauzdame
der Brutplatz, entscheidet sie sich für eine meist lebenslang
andauernde, treue Paarbeziehung.

„Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Es
gilt, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder zu
vermehren“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Stellvertretend für
alle Eulenarten ist der Waldkauz daher der Vogel des Jahres 2017. Mit
ihm wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in
Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse
höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren.“

In Berlin wird ein Waldkauz-Nistkasten der NABU-Gruppe
Reinickendorf am grünen Rand der Hauptstadt von zwei Kameras
beobachtet. Das Waldkauzpaar wohnt aktuell noch getrennt, das kann
sich aber ändern. „Dort wird es spannend, denn in den vergangenen
Jahren wurde der Kasten fast durchgehend von einem Männchen als
Schlafplatz genutzt, gebrütet wurde in einem anderen Kasten. Doch in
diesem Jahr sieht es so aus, als könnte das Männchen sein Weibchen zu
einem Umzug in den Webcam-Kasten überreden. An den meisten Tagen
halten sich beide Käuze im Kasten auf, die Brut könnte jederzeit
beginnen“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.

Die Waldkauzmutter bleibt während der Brutzeit fest auf dem
Gelege, das in der Regel aus zwei bis vier Eiern besteht, die meist
in zweitägigem Abstand gelegt werden. In Ausnahmefällen befinden sich
auch mal ein bis sieben Eier im Nest. Die Brut beginnt häufig schon
nach der Ablage des ersten Eis und dauert für jedes Ei 28 bis 29
Tage.

Im Alter von etwa einem Monat verlassen die noch nicht flugfähigen
Jungen das Nest und sitzen meist – scheinbar verlassen – auf Zweigen
in Nestnähe. Sie werden dann „Ästlinge“ genannt und geben ihre
Position durch ständige heisere „kszik“-Rufe kund. Zwei bis drei
Wochen später sind sie flugfähig, werden aber erst mit drei Monaten
selbstständig. Bis dahin kümmern sich die Eltern weiter um die
Jungen. „Nur die Hälfte der Jungvögel überlebt das erste Lebensjahr.
Einmal erwachsen, können sie in freier Natur bis zu 19 Jahre alt
werden“, so Lachmann.

„Bereits 2006 wurde der Nistkasten im Privatwald der Familie
Markert montiert. Der schöne Buchen-Hangwald am Mariaberg im Allgäu
ist ein ideales Brutrevier für den Waldkauz. Seit 2007 brüten die
Eulen jedes Jahr in der von der LBV-Kreisgruppe entwickelten
Rundhöhle und sind auch in diesem Jahr schon eingezogen“, sagt
LBV-Kreisgruppenvorsitzender Kempten und Betreuer der Webcam Thomas
Blodau. „Wir hoffen jetzt, dass es schöne Bilder vom Bruterfolg für
die Zuschauer geben wird, bislang hat es jedes Jahr geklappt.“

Der Bestand des Waldkauzes in Deutschland beträgt laut dem Atlas
deutscher Brutvogelarten 43.000 bis 75.000 Brutpaare und wird
langfristig als stabil eingeschätzt. Der für die Arterhaltung
entscheidende Bruterfolg hängt jedoch vor allem von der Qualität des
Lebensraums ab. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und
ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten
Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand.

Hier geht–s zu den Webcams: www.NABU.de/webcam (Im Blog kann
zwischen Berlin und Allgäu umgeschaltet werden) und
www.lbv-kempten-oberallgaeu.de/waldkauzcam.html

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de,
www.NABU.de/nachtnatour oder www.LBV.de

Pressefotos zum Vogel des Jahres unter:
www.NABU.de/presse/fotos/#vogeldesjahres

Footage zum Waldkauz auf Anfrage über presse@NABU.de

Ein Video zum Waldkauz zum Einbinden finden Sie unter:
www.Vogel-des-Jahres.de

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2017 – Der Waldkauz“ (Art.
Nr.: 1993), DIN A5, 32 Seiten gibt es im NABU-Shop unter
www.NABU.de/shop und ab 1. Januar 2017 unter www.NABU-shop.de sowie
im LBV-Natur-Shop unter www.lbv-shop.de

Für Rückfragen:
Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. +49 (0)30-284984-1620,
Mobil: +49 (0)172.9108275, Lars.Lachmann@NABU.de

Christiane Geidel, LBV-Artenschutzreferentin, Tel. +49
(0)9174-4775-33, C-Geidel@LBV.de

Pressekontakt:
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 21. Feb 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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