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Landwirtschaft: Wenn den Schädlingen Unheil blüht / Richtige Blühstreifenkomposition leistet Pflanzenschutz im Gemüseanbau – Knapp 125.000 Euro von der DBU





Zwischen Raps und Rüben bilden Blühstreifen an
Feldrändern immer häufiger einen Rückzugsort für heimatlos gewordene
Tier- und Pflanzenarten. Doch die bunten Streifen können noch viel
mehr: Richtig „zusammengesetzt“ locken sie gezielt Nützlinge an. Das
sind Tier- und Pflanzenarten, die unliebsame Schädlinge wie
Blattläuse abwehren. Das Institut für Gartenbauliche
Produktionssysteme – Abteilung Phytomedizin (IPP) an der Leibniz
Universität Hannover hat mit der Firma Appels Wilde Samen (Darmstadt)
eine entsprechende Saatgutmischung zusammengestellt, die nun zum Kauf
angeboten wird. Fachlich und finanziell wurde das Forschungsprojekt
mit knapp 125.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
gefördert. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese kleinen Oasen nicht
nur zum Artenschutz beitragen, sondern auch aktiven Pflanzenschutz im
Anbau ermöglichen. Damit wird das Anlegen solcher Flächen noch
attraktiver für Landwirte“, resümiert Dr. Rainer Meyhöfer vom IPP.

Blühstreifen als Lebensraum und Pflanzenschutzmittel

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Seit Jahren beobachten wir
einen Rückgang von Tier- und Pflanzenarten in unserer
Kulturlandschaft. Dieser Rückgang muss aufgehalten werden. Das
Schaffen von Lebensräumen – beispielsweise durch Blühstreifen – kann
hier ein effektives Mittel sein.“ In verschiedenen Bundesländern
werden Landwirte deshalb finanziell gefördert, wenn sie entlang ihrer
Felder Blühstreifen anlegen, um die Artenvielfalt zu erhöhen. „Ein
weiterer Vorteil, der vor allem für Landwirte interessant ist: Mit
einer entsprechend zusammengesetzten Saatgutmischung für die
angrenzenden Blühstreifen können angebaute Pflanzen aktiv vor
Schädlingen geschützt werden“, so Bonde weiter. Das habe das nun
abgeschlossene Projekt mithilfe der entwickelten Saatgutmischung am
Beispiel von Rosenkohl aufgezeigt.

Entwickelte Mischung fördert Nützlinge und wehrt Schädlinge ab

Um dies zu leisten, muss die Pflanzenmischung sogenannten
Nützlingen unter anderem Nahrung und Schutz bieten. „Gibt es
beispielsweise mit Marienkäfern oder Schwebfliegen viele natürliche
Feinde von Blattläusen und anderen landwirtschaftlichen Schädlingen,
fressen entsprechend weniger unliebsame Insekten die angebauten
Pflanzen“, erläutert Meyhöfer. „Auf der anderen Seite sollte die
ausgesäte Mischung so konzipiert sein, dass die darin enthaltenen
Pflanzen für Problemschädlinge, wie beispielsweise
Schadschmetterlinge, möglichst unattraktiv sind.“ Diese Aspekte seien
im Umgang mit Blühstreifen im Rahmen des Projektes erstmals
berücksichtigt worden.

Zukünftig Blühstreifen für andere Gemüsesorten entwickeln

„Wichtig ist, dass auch die entwickelte Saatgutmischung
verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Somit
hilft sie nicht nur beim aktiven Pflanzenschutz, sondern stärkt
generell den Artenschutz“, so DBU-Referent Dr. Holger Wurl. Dank des
aktiven Pflanzenschutzes könne im besten Fall langfristig weniger
Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen und so die Umwelt zusätzlich
entlastet werden. Wurl: „Da die Mischung nun von Landwirten für ihre
Feldränder genutzt werden kann, sind die Projektergebnisse in der
Praxis angekommen.“ Zukünftig wollen die Projektpartner weitere
Mischungen erarbeiten, um mit Blühstreifen auch andere Anbauprodukte
aktiv schützen zu können.

Pressekontakt:
Ansprechpartner
Franz-Georg Elpers
– Pressesprecher –
Julie Milch

Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon: 0541|9633-521
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Original-Content von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 5. Dez 2018. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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