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Kreislauf- und Abfallwirtschaftsgesetz nachbessern. BUND: Weniger Müllverbrennung, mehr Abfallvermeidung und Recycling erforderlich





Bonn/Berlin: Anlässlich der Anhörung im Bundesumweltministerium zum Entwurf des Kreislauf- und Abfallwirtschaftsgesetzes hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die vorrangige Vermeidung und Wiederverwertung von Abfällen gefordert. Derzeit würden beispielsweise über vierzig Prozent der jährlich anfallenden knapp 40 Milliarden Kilogramm Haushaltsmüll verbrannt. „Die damit verbundene Vernichtung wertvoller Ressourcen ist nicht länger hinnehmbar. Das Problem wird besonders sichtbar bei Rohstoffen wie Kupfer, von dem bisher lediglich die Hälfte recycelt wird“, sagte der BUND-Abfallexperte Hartmut Hoffmann.

Aufgrund der Begrenztheit der meisten Rohstoffe müssten Abfallvermeidung und Recycling zu wesentlichen Bestandteilen aller Konsumvorgänge und aller industriellen Abläufe werden, so Hoffmann. „Der vorliegende Gesetzentwurf berücksichtigt dies jedoch viel zu wenig. Er leistet somit keinen ausreichenden Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs und zum Klimaschutz“, sagte der BUND-Experte.

Damit Industrie und Haushalte in ihrem eigenen Interesse stärker zur Abwendung von Engpässen im Rohstoffangebot beitragen könnten, müssten weit höhere Wiederverwertungsziele als die geplanten 65 Prozent gesetzt werden. Notwendig sei eine Recyclingquote von mindestens 80 Prozent bei Siedlungsabfällen, 85 Prozent bei Metall, Glas und Papier sowie 90 Prozent bei Elektro- und Elektronikschrott. Der Gesetzentwurf lasse außerdem verbindliche Vorgaben bei der Bedarfsplanung von Müllverbrennungsanlagen vermissen. In diesem Bereich würden Überkapazitäten aufgebaut, die aufgrund des Zwangs zur größtmöglichen Auslastung die Abfallvermeidung und das Recycling behinderten. „Weniger Müllverbrennungsanlagen wären mehr. Mehr Energieeinsparung, mehr Müllvermeidung und mehr Rohstoffsicherheit“, sagte Hoffmann.

Der BUND forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen auf, den Gesetzentwurf zum Kreislauf- und Abfallwirtschaftsgesetz nachzubessern. Vor allem bei Siedlungsabfällen müsse die Abfallvermeidung stärker ins Blickfeld gerückt werden. Bekämpft werden müsse außerdem die steigende Tendenz, Abfälle in Kraftwerken mitzuverbrennen.

Pressekontakt:
Hartmut Hoffmann, BUND-Abfallexperte, Mobil: 0152-24857682 bzw.
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Mobil: 0171-8311051,
E-Mail: presse@bund.net; www.bund.net

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Erstellt von an 23. Sep 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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