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ISH 2011: Zukunft der Klimatechnik ist grün





Frankfurt am Main, 22. Dezember 2010 – Rund 15 Milliarden Kilowattstunden Strom fließen nach Schätzung des Fachinstituts Gebäude-Klima (FGK) pro Jahr in die Klimatisierung deutscher Büros, Hotels und Serverräume. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresenergieverbrauch* von rund 3,5 Millionen Vier-Personen-Haushalten – und könnte wesentlich weniger sein. Denn besonders im Nicht-Wohnbereich, auf den ca. 40 Prozent des Energieverbrauchs im Gebäudebestand entfallen, besteht ein regelrechter Modernisierungsstau im Bereich der Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik. Dabei steigt der Bedarf an Kühlung und Klimatisierung stetig. Doch die meisten der Anlagen sind nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Durch ihre Erneuerung wären unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit sofort Energieeinsparungen von 14 Prozent bezogen auf den Gesamtverbrauch in Nicht-Wohngebäuden möglich.

Im kommenden Jahr findet in Frankfurt am Main vom 15. bis 19. März die ISH statt. Sie ist die weltgrößte Leistungsschau und der Branchentreffpunkt für die Bereiche effiziente Heiz- und Klimatechnik in Kombination mit erneuerbaren Energien (ISH Energy) sowie nachhaltige Sanitärlösungen und innovatives Baddesign (ISH Water). Die Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik ist zur ISH unter dem Namen Aircontec vertreten. Die Industrie präsentiert hier nachhaltige, zukunftsweisende Lösungen – neben Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen, solarer Klimatisierung oder Wärmerückgewinnung sind das beispielsweise Konzepte zur freien Kühlung, zur geothermischen Energiegewinnung und zu Sorptionskälte. Schon heute gehören deutsche Unternehmen in diesem Bereich zu den Weltmarktführern.

Gutes Betriebsklima

Besonders im Winter werden die Mängel veralteter Klimatechnik deutlich: Nicht nur die Temperatur, auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine große Rolle für das Wohlbefinden in Gebäuden. Trockene Heizluft begünstigt die Ausbreitung von Grippeviren und anderen luftgetragenen Krankheitserregern und führt darüber hinaus zu einem Abfall des Konzentrationsvermögens. Klimatisierte Räume mit einem möglichst hohen Anteil an Frischluft wirken dem entgegen. Hier kann die zentrale Klimatechnik mit ihren innovativen und auf individuelle Bedürfnisse anpassbaren Gerätekonfigurationen effektive Lösungen anbieten. Luftbefeuchtungseinrichtungen und moderne Regelsysteme sorgen in klimatisierten Räumen für gesunde und behagliche Feuchtwerte. So kann z.B. in Krankenhäusern die Ausstattung gefäßchirurgischer Abteilungen mit Luftbefeuchtungsanlagen ein optimiertes Genesungsklima und mehr Hygiene fördern.

3,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr sparen

Dennoch wird bei energetischen Sanierungen oft die Lüftungstechnik vergessen, obwohl man mit ihr rund 40 Prozent Energie einsparen kann. Dieses enorme Energieeinsparpotenzial im Bereich der raumlufttechnischen Anlagen findet mittlerweile auch in der Politik vermehrt Beachtung. So ist neben dem Energieausweis für Wohn- und Nichtwohngebäude die Energetische Inspektion nach § 12 EnEV an Lüftungs- und Klimaanlagen eine wesentliche Forderung für die Umsetzung der Ziele der Energy Performance of Buildings Directive (EPBD). Schon mit geringinvestiven Maßnahmen ließen sich so bis 2020 rund 3,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr sparen.

Praxisbeispiele: Semperoper und O2 World

Die effiziente und nachhaltige Energienutzung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Wärmerückgewinnung (WRG) dient der Wiedernutzbarmachung thermischer Energie. Prominentes Beispiel: Die Semperoper in Dresden. Dort wurden für rund 550.000 Euro 16 Lüftungsanlagen eingebaut, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten. Die Oper spart dadurch jährlich rund 100.000 Euro an Energiekosten. Ein weiteres Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Wärmerückgewinnung ist das „O2 World“ Gebäude in Berlin. Von 41 Lüftungsgeräten wurden 34 mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Wärmerückgewinnungsleistung beträgt 6.000 kW, die daraus resultierende CO2-Einsparung 2.200 Tonnen pro Jahr.

Wärme für 130.000 Haushalte gewonnen

Aber auch eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung ist interessant: In Deutschland werden pro Jahr rund 42.000 raumlufttechnische Geräte verkauft, die eine gesamte Luftförderleistung von 610 Millionen m3/h aufweisen. 2008 wurden 37 Prozent dieser Geräte mit einer Wärmerückgewinnung mit einer durchschnittlichen Effizienz von 62 Prozent ausgestattet. Bei einer durchschnittlichen Betriebszeit der Anlagen von 2.350 h/a ergibt sich eine rückgewonnene Wärme von 1.100 Millionen kWh pro Jahr. Dies entspricht dem Wärmebedarf von rund 130.000 Einfamilienhäusern.

Kühlende Sonnenstrahlen

Derzeit werden weniger als 13 Prozent aller Heizungs- und Klimaanlagen mit erneuerbaren Energien betrieben. Folglich bieten sich hier noch enorme Einsparpotenziale. Als maßgeblicher Teil der Technischen Gebäudeausrüstung im Objektbereich hat die Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik in den vergangenen Jahren Technologien entwickelt, die den Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz in hohem Maße Rechnung tragen. Regenerative Energien lassen sich sowohl in Klima- und Kälte- als auch in Lüftungstechnikanlagen einbinden. Geothermische Energie ist besonders für die Nutzung in Klima- und Lüftungssystemen geeignet. Bei der solaren Klimatisierung werden Gebäude mit Solarenergie gekühlt. Dazu wird die Antriebsenergiequelle einer Kältemaschine durch Sonnenstrahlen, statt elektrischer Energie aus dem Stromnetz, betrieben. Solare Klimatisierung ist zum Beispiel auch Teil des Marktanreizprogramms der Bundesregierung und weiterhin staatlich gefördert.

Weitere Informationen zur Weltleitmesse ISH finden Sie unter www.ish.messefrankfurt.com.

* durchschnittlicher Stromverbrauch

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=319924

Erstellt von an 22. Dez 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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