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Iberdrola-Chef Galán erwartet Energiewende in ganz Europa





„Das Zeitalter der Subventionen für erneuerbare
Energien geht zu Ende“, sagt der CEO des spanischen Stromriesen im
–Capital—Interview

Berlin, 19. September 2018 – Der Chef des spanischen Energieriesen
Iberdrola, Ignacio Galán, sagt Europa den baldigen Ausstieg aus der
Kohleverstromung voraus. Der Wandel hin zu erneuerbaren
Energiequellen werde „viel schneller gehen, als wir uns das heute
vorstellen“, erklärte Galán im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin
–Capital– (Ausgabe 10/2018, EVT 20. September). „Wenn wir in Europa
im Jahr 2030 noch immer Mengen Strom in Kohlekraftwerken erzeugen,
haben wir etwas falsch gemacht.“ Auch in Deutschland gebe es den
eindeutigen Willen, sich von der Kohle zu verabschieden.

Für die europäische Energiewende sprächen nur politische, sondern
auch wirtschaftliche Gründe, sagte Galán: „Das Zeitalter der
Subventionen für erneuerbare Energien geht zu Ende. Wenn wir heute
ein neues Kohlekraftwerk bauen würden, wäre das viel teurer, als
stattdessen einen Windpark oder ein Solarfeld mit der gleichen
Stromproduktion zu bauen.“ Galán (68) leitet Iberdrola seit 17 Jahren
und hat das Unternehmen aus dem baskischen Bilbao sukzessive zu einem
der wichtigsten Player am europäischen Energiemarkt gemacht. Mit
einem Börsenwert von zurzeit mehr als 40 Milliarden Euro ist
Iberdrola der drittgrößte Stromkonzern des Kontinents und zugleich
der größte Erzeuger von Windstrom. Ende Oktober wird das baskische
Unternehmen offiziell seinen ersten Offshore-Windpark Wikinger vor
der Küste Rügens eröffnen.

Anders als viele hiesige Strom-Manager schwärmt Galán von der
deutschen Energiewende: „Deutschland hat drei große Vorzüge:
Sicherheit, Stabilität und Berechenbarkeit. Bei ihnen macht der Staat
ein Konzept für die Energiewende. Ist all das einmal verankert, gibt
es einen klaren regulatorischen Rahmen. Und auf diese Vorgaben können
sich langfristig orientierte Investoren wie wir dann genau
einstellen.“ Die deutsche Politik sei viel zuverlässiger als etwa die
spanische. Und: „Nichts brauchen wir weniger als Unsicherheit.“ Vor
wenigen Monaten hat sich Iberdrola den Zuschlag für den Bau zwei
weiterer Hochsee-Windparks in der Ostsee gesichert. „Da kann man
viele Kilometer ins Meer hinausgehen, so stören die Windräder
niemanden.“

Deutschland habe beste Aussichten, zum großen Profiteur des
weltweiten Umbruchs zu werden, sagte Galán: „Die Umsetzung der
Energiewende wird der deutschen Industrie gute Geschäfte bescheren.
Transformatoren, Turbinen, Elektronik: Überall ist Deutschland vorne.
Das hat viele Arbeitsplätze geschaffen.“

Versöhnlich äußerte sich der Konzernchef zum Dauerstreit mit
Siemens über den Windanlagen-Hersteller Siemens Gamesa, der
vergangenes Jahr aus der Fusion der Windsparte von Siemens mit der
Iberdrola-Tochter Gamesa hervorging. Die Zahlen nach der Fusion seien
„am Anfang dramatisch schlecht“ gewesen, sagte Galán, „darüber können
wir nicht hinwegsehen.“ Iberdrola habe mittlerweile aber einige
Verbesserungen durchgesetzt: „Niemand will die Scheidung.“

Pressekontakt:
Timo Pache, Chefredaktion –Capital–
Tel. 030/220 74-5125
E-Mail: pache.timo@capital.de
www.capital.de

Original-Content von: Capital, G+J Wirtschaftsmedien, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 19. Sep 2018. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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